Warum wird die Bienenhaltung in Bayern gefördert?

Biene auf violetter Blüte

Bienen sind unentbehrlich für die Landwirtschaft und die Natur

In der Landwirtschaft sind 80 Prozent der Kulturpflanzen auf die Bestäubung durch die Honigbienen angewiesen. Beispielsweise ist Obstbau ohne Bienen undenkbar. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Bienen die Ertragsmenge und -qualität auch für viele nicht-zwingend-fremdbestäubte Kulturpflanzen wie z.B. den Raps deutlich erhöhen.
Auch für die Wildflora spielen die Bienen eine unentbehrliche Rolle und tragen damit zum Erhalt der Artenvielfalt bei.
Rapsfeld
Der volkswirtschaftliche Nutzen der Imkerei durch Bestäubung der Kultur- und Wildpflanzen wird auf das 15-fache der Honig- und Wachsproduktion geschätzt. Allerdings ist die Zahl der Imker in Deutschland rückläufig.

Es besteht die Gefahr, dass zukünftig nicht mehr alle Flächen ausreichend von Bienen beflogen werden und die notwendige Bestäubungsleistung dort nicht erbracht werden kann.

Was sind die Ziele der staatlichen Imkerei-Förderung?

  • Es sollen möglichst viele Imker Bienen halten, damit die flächendeckende Bestäubung in Bayern gewährleistet bleibt
  • Bienenvölker sollen gesund, friedlich und leistungsstark sein
  • Wer Bienen hält, soll die Bedürfnisse der Bienen kennen
  • Das Prinzip der Regionalität soll gestärkt werden („Aus der Region, für die Region“)
  • Der Nachfrage nach heimischem Bio-Honig soll entsprochen werden

Bienenhaltung schafft Arbeitsplätze

Die Imkerei schafft einige direkte landwirtschaftliche Arbeitsplätze bei den Erwerbsimkern. Sowohl Neben- als auch Haupterwerbs-Imker benötigen zahlreiche, hochwertige Geräte zur ökonomischen Bewirtschaftung ihrer Bienenvölker. Durch diese Nachfrage werden auch Arbeitsplätze bei der mittelständische Imkerbedarfsindustrie gesichert.

Aus der Region - für die Region

Den weitüberwiegenden Teil der Imker in Bayern bilden die Hobbyimker. Sie erzielen im Nebenerwerb Erlöse aus dem Honig- und Wachsverkauf. Pro Bienenvolk sind im Jahr 20 kg Honig zu erwarten. Dieser wird zu 90 Prozent direktvermarktet und stärkt damit vorbildlich das Prinzip „aus der Region – für die Region“. Die Kaufkraft bleibt in der Gemeinde und wandert nicht ab.

Abhängigkeiten von Importen reduzieren

Die Deutschen sind mit 1,2 kg pro Kopf zwar Weltmeister im Honigkonsum, aber 75 Prozent des Honigs müssen eingeführt werden, um den Bedarf zu decken.

Hoher Freizeitwert der Imkerei

Neben der Wertschöpfung besitzt das Imkern einen hohen Freizeitwert. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Nutztier Biene wird

  • die Beobachtungsgabe geschult
  • das Verständnis für natürliche Zusammenhänge verbessert
  • Entspannung ermöglicht
  • der Erfahrungsaustausch mit anderen Imkern gefördert

Honig, Wachs, Propolis und Gelée royale aus Bayern sind hochwertige Produkte

Der gesundheitliche Wert von Honig als rascher Energielieferant ist unumstritten. Seit jeher kommt ihm in der Volksheilkunde eine große Bedeutung zu. Aber auch in Kliniken wird keimfreier Spezialhonig (Medihoney) zur Wundbehandlung eingesetzt. Kerzen aus reinem Bienenwachs stellen hochwertige Produkte dar.
Größter Wachsverbraucher ist jedoch die kosmetische und pharmazeutische Industrie, wo Wachs Bestandteil von Cremes, Salben, Pasten, Lotionen und Lippenstiften ist. Bei der Herstellung von Gummibärchen u.ä. wird Bienenwachs oft als Trennmittel verwendet.
Gelée Royale, der Königinfuttersaft, wird wie Propolis vielfach als pharmazeutisches Präparat in der Alternativmedizin und Naturheilkunde eingesetzt.