Förderung der Bienenhaltung

Rapsfeld

Die Bedeutung der Imkerei für unsere Natur- und Kulturlandschaft ist enorm. Nahezu 80 % der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Insektenbestäubung angewiesen. Die Unentbehrlichkeit der Biene für den Obstbau ist bekannt. Weit weniger verbreitet ist jedoch die Kenntnis, dass intensiver Bienenflug den Ertrag auch im Ackerbau steigern kann.
Diese Bestäubungsleistung ist um ein Vielfaches höher zu bewerten, als der Erlös aus Honig, Wachs, Pollen und sonstigen Nebenprodukten. Um die positiven Effekte der Bienenhaltung auf Umwelt und Kulturlandschaft zu sichern und weiter auszubauen, muss die Arbeit der Imker unterstützt werden.

Deshalb bietet das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verschiedene Fördermaßnahmen zur Verbesserung der Erzeugungs- und Vermarktungsbedingungen von Bienenzuchterzeugnissen an.
Die Europäische Gemeinschaft beteiligt sich mit bis zu 50% an den beihilfefähigen Ausgaben (kofinanzierte Maßnahmen). Darüber hinaus können die Mitgliedsstaaten nach bestimmten Vorgaben allein mit Landesmitteln weitere Programme anbieten (Landesmaßnahmen).
Bayern nutzt beide Möglichkeiten und stellt den Imkern dadurch eine Vielzahl von Förderprogrammen zur Verfügung.
Für die Abwicklung dieser Maßnahmen ist die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Abteilung Förderwesen und Fachrecht, zuständig.

Was sind die Ziele der staatlichen Imkerei-Förderung?

  • Es sollen möglichst viele Imker Bienen halten, damit die flächendeckende Bestäubung in Bayern gewährleistet bleibt
  • Bienenvölker sollen gesund, friedlich und leistungsstark sein
  • Wer Bienen hält, soll die Bedürfnisse der Bienen kennen
  • Imker sollen qualitativ hochwertige Bienenprodukte produzieren
  • Das Prinzip der Regionalität soll gestärkt werden ("Aus der Region, für die Region")
  • Der Nachfrage nach heimischem Bio-Honig soll entsprochen werden

Die einzelnen Fördermaßnahmen

1. EU-kofinanzierte Maßnahmen
Wendeschleuder
1.1 Investive Maßnahmen der Imker
Honig ist ein naturbelassenes und sehr reines Lebensmittel. Um wirtschaftlich und hygienisch einwandfrei produzieren zu können und um einen hohen Qualitätsstandard zu erreichen, sind hochwertige Geräte zur Honig- und Wachsgewinnung nötig. Mit der Anschaffung moderner Gerätschaften wird zudem häufig eine erhebliche Minderung der körperlichen Belastung und ein Beitrag zur Zeiteinsparung erzielt. Diese Investitionen stellen eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung dar, insbesondere für Jungimker.

Der Freistaat Bayern unterstützt die Bienenhalter mit Zuschüssen zur Anschaffung von Geräten zur Honig- und Wachsgewinnung. Die Förderung beträgt bis zu 30 Prozent der förderfähigen Netto-Anschaffungskosten.
Imker mit Beute
1.2 Fortbildungen für Imker durch Vereine
Für Fortbildungsveranstaltungen erhalten die Imkervereine einen gestaffelten, teilnehmerorientierten Zuschuss.
2. Nur von Bayern finanzierte Maßnahmen
Bienen auf Bienenwaben
2.1 Förderung der Belegstellen
Bienenvölker sollen gesund, friedlich und leistungsstark sein. Deswegen unterstützt der Freistaat Bayern staatlich anerkannte Belegstellen bei der Züchtung von entsprechenden Bienenvölkern.
2.2 Bekämpfung von Bienenkrankheiten durch Bienengesundheitswarte
Gesundheitswarte besuchen die einzelnen Imker vor Ort und unterstützen diese bei der Bekämpfung von Bienenkrankheiten. Dazu können sie vom Freistaat Bayern einen Zuschuss erhalten.
Imkergruppe bekommt Erläuterungen an der offenen Beute
2.3 Imkern auf Probe - Schnupperkurs Imkern
Die Maßnahme "Imkern auf Probe" trägt dazu bei, Menschen für die Bienenhaltung zu begeistern. Mit dem "Imkern auf Probe" wird es Interessierten leicht gemacht, ohne große Verbindlichkeiten in die Imkerei "hineinzuschnuppern". Seit 2008 können Imkervereine, die das "Imkern auf Probe" anbieten und damit den Imkernachwuchs fördern, 100 € je Probeimker erhalten. Voraussetzung ist der Besuch eines Theoriekurses und die eigenständige Betreuung eines Bienenvolkes.
Interessenten wenden sich an einen Imkerverein und werden "Imker auf Probe". Im Laufe der Monate erhalten sie unter fachlicher Anleitung eines erfahrenen Imkers ("Pate") Einblick in die theoretischen und praktischen Grundlagen der Imkerei. Nach Ablauf des ersten Jahres kann ein weiteres, förderfähiges Probeimkerjahr absolviert werden. Nach zwei Jahren endet die Probezeit.
Zwei Schüler beim Entdeckeln
2.4 Imkern an Schulen - Imkern macht Schule
Auch Imker brauchen Nachwuchs! Deshalb liegt es nahe, bereits Schulkinder an die Bienenhaltung heranzuführen und sie für die Imkerei zu begeistern. Immer mehr Schulen bieten entsprechende Wahlkurse an. Kinder und Jugendliche werden dabei auch für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sensibilisiert.
Die Schülerinnen und Schüler lernen in der Arbeitsgruppe "Imkerei" alle Arbeiten rund um das Bienenjahr kennen. Dieses Engagement wird vom Freistaat Bayern mit einem Zuschuss von bis zu 300 € pro Schuljahr unterstützt.
Antragsberechtigt sind alle bayerischen Grund-, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien ("Primar- und Sekundarbereich")..
Honigernte
2.5 Öko-Imkern
Bio-Produktion muss besondere Qualitäts-Standards erfüllen. Die Kosten für die Öko-Zertifizierung werden mit einer Pauschale von 200 € pro Jahr bezuschusst.

Fazit

Die Bienenhaltung im Freistaat Bayern und vor allem die Arbeit der bayerischen Imkerinnen und Imker bringen neben Honig und Wachs eine Fülle - oftmals nicht messbarer - Vorteile und Leistungen für Umwelt und Gesellschaft. Wir brauchen deshalb eine zukunftsfähige, flächendeckende Imkerei in Bayern. Der Einsatz der einzelnen Imker und der Vereine hat den Aufschwung, den die Imkerei gerade erlebt, erst möglich gemacht. In den Medien wird viel über das Imkern berichtet und die Anzahl der Bienenhalterinnen und Bienenhalter nimmt beständig zu. Die Förderung und Beratung der Landesanstalt für Landwirtschaft unterstützt die Bienenhalter bestmöglich in ihrem großen Engagement, das der ganzen Gesellschaft Nutzen bringt.

Kontakt

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Abteilung Förderwesen und Fachrecht

Telefon:
09231 79083-00

Fax:
09231 79083-11

E-Mail:
KomZF@LfL.bayern.de

Adresse:
Heinrich-Rockstroh-Str. 10
95615 Marktredwitz

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