Düngung
EDV-Programm zur Berechnung des Lagerraumes für Gülle und Jauche nach Anlagenverordnung

Wiese im Hintergrund eine Halle

Mindestanforderungen ab 01.01.2009: 6 Monate Lagerkapazität

Nach der "Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe" (Anlagenverordnung – VAwS) vom 18. Januar 2006, die der Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie dient, müssen alle Betriebe für die Lagerung von Jauche und Gülle eine Lagerkapazität von grundsätzlich 6 Monaten schaffen. Dies kann auch durch Zupacht von Lagerraum oder Abgabe von Gülle und Jauche zur umweltgerechten Verwertung erfüllt werden.
Zu diesem Zweck müssen schriftliche Pachtverträge oder Abnahmeverträge erstellt werden, die bestimmte Bedingungen erfüllen und anerkannt werden müssen. Auskunft hierüber erhalten Sie beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Ausnahmeregelung für auslaufende Betriebe

Eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung für auslaufende Betriebe kann in der Regel erteilt werden, wenn alle nachstehenden Bedingungen erfüllt werden:
  1. Der Betriebsleiter des landwirtschaftlichen Betriebes hat zum 01.01.2009 das 60. Lebensjahr vollendet.
  2. Der Betriebsleiter erklärt, dass er die Aufgabe der Tierhaltung spätestens mit Vollendung seines 65. Lebensjahres beabsichtigt.
  3. Es ist kein Hofnachfolger mit einer abgeschlossenen landwirtschaftlichen Ausbildung vorhanden.
  4. Der Betrieb verfügt mindestens über eine 4,5-monatige Lagerraumkapazität für Gülle und Jauche. Eine Zupachtmöglichkeit von zusätzlichem Güllelagerraum ist nicht gegeben.
Der Antrag ist schriftlich mit Erläuterung der oben genannten Punke bei der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde zu stellen.

Beratungsempfehlung

Die in der Düngeverordnung genannten und zur Berechnung der Mindestanforderungen im Programm verwendeten Anfallszahlen dürften in der Praxis in den meisten Fällen überschritten werden. Es wird daher empfohlen, bei der Errichtung von neuem Lagerraum die notwendige Lagerkapazität nach den betriebstypischen Anfallmengen zu berechnen. Sind diese nicht bekannt, können annäherungsweise die Gülleanfallmengen bei Rindern mit 7,5 % TS und bei Schweinen mit 5 %TS (siehe Anhang 6 b „Leitfaden für die Düngung von Acker und Grünland“ (Gelbes Heft) oder Tabelle 6 b Basisdaten zur Umsetzung der Düngeverordnung) angesetzt werden. Nur so können in Jahren mit ungünstiger Herbst- und Frühjahrswitterung auch tatsächlich 6 Monate überbrückt werden. Bei Ackerbaubetrieben ist in manchen Fällen je nach Fruchtfolge für eine optimale Gülleverwertung eine Lagerkapazität von über 6 Monaten sinnvoll.

EDV-Programm zum Herunterladen

Berechnung des Lagerraumes für Gülle und Jauche nach Anlagenverordnung:
Mit dem bereitgestellten EDV-Programm können Sie den Lagerraum berechnen, den Sie benötigen um die Mindestanforderungen nach Düngeverordnung zu erfüllen.

Dabei ist zu beachten:

  • Die Anfallmengen an Jauche und Gülle sind bundeseinheitlich für alle Tierarten und Haltungsformen in der Düngeverordnung festgelegt und bezogen auf die bayerischen Tierklassen nach Mehrfachantrag in den „Basisdaten zur Umsetzung der Düngeverordnung“, Tabelle 6 b/c bzw. im Anhang 6 b/c des „Leitfadens für die Düngung von Acker und Grünland“ (Gelbes Heft) nachzulesen.
  • Zusätzlich zu den Anfallmengen von Gülle und Jauche sind weitere Einleitungen (z. B. Hausabwässer, Niederschlagswasser) zu berücksichtigen, wenn sie in den Gülle- bzw. Jauchebehälter eingeleitet werden.
  • Bei den Anfallmengen ist das notwendige Reinigungswasser enthalten.
  • Bei offenen Lagerbehältern sind von der Höhe 30 cm Freiraum abzuziehen.
  • Güllekanäle können bei der Berechung der Lagerkapazität berücksichtigt werden. Dabei müssen bis zur Spaltenunterkante 10 cm Freiraum, bei Stallentlüftungen mit Unterflurabsaugung mindestens 50 cm abgezogen werden.

Bei Fragen zum Programm wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:

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