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Gutes Grundfutter wirtschaftlich erzeugen

Vortrag beim 21. Allgäuer Grünlandtag am Spitalhof in Kempten am 10.Juli 2007

Um es auf eine kurze Formel zu bringen: Top Qualität vom Grünland für hohe Milchleistungen – die Grundlage dafür sind hochwertige und stabile Pflanzenbestände!

Da in der Milchviehhaltung die Produktionskosten, vor allem die Futterkosten sehr hoch sind, sollte eine erfolgreiche Milchproduktion im Grünlandgebiet das Ziel haben, aus dem (eh) verfügbarem Grundfutter möglichst viel Milch „herauszuholen“.

Auswertungen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft bei über vierhundert Praxisbetrieben belegen, dass im Trend die Futterkosten pro Liter erzeugter Milch mit steigender Grundfutterleistung abnehmen und sich der Gewinnbeitrag aus der Milcherzeugung erhöht. Was sich bezogen auf einen Liter Milch zunächst nur im Bereich von wenigen Cent abzuspielen scheint, ergibt bei einer Milcherzeugung von mehreren hunderttausend Litern schnell einige tausend Euro.
Hohe Milchleistungen erfordern hohe Futteraufnahmen – dies ist nur dann gewährleistet, wenn es den Tieren auch „richtig schmeckt“, also wenn die Qualität vom Grünland „stimmt“. Die Anforderungen der Tierernährung sind dabei heutzutage alles andere als niedrig – sie können aber gerade in Gunstlagen des Grünlands, wozu gerade das Allgäu und Oberbayern zählen, durchaus erfüllt werden. Dies belegen viele Untersuchungen gerade am Spitalhof, die sich intensiv mit Fragestellungen der optimalen Bestandszusammensetzung und Nutzungshäufigkeit, des optimalen Wirtschaftsdünger- und Mineraldüngereinsatzes, der Auswahl von besonders geeigneten Saatgutmischungen und mit den Umweltwirkungen der Grünlandbewirtschaftung auseinandersetzen.

Der Pflanzenbestand selbst muss als Dreh- und Angelpunkt für nachhaltig beste Futterqualitäten gesehen werden – dieses Verständnis findet man leider noch nicht immer. Oft wird noch – um mit der Medizin zu sprechen - an den Symptomen herumgedoktert und zu wenig nach den Ursachen geforscht. Die Botschaft, Grünland für eine intensive Nutzung fit zu machen bzw. zu erhalten bedeutet, wertvolle und leistungsfähige Leitgräser zu stärken und nicht „wie bekämpfe ich am besten...“. Optimale Grünlandbewirtschaftung beinhaltet daher eine an den Bestand und den Standort angepasste

Nutzungsintensität und Nährstoffversorgung sowie eine regelmäßige Pflege der Grasnarbe, damit Lücken und die Verbreitung minderwertiger Pflanzen erst gar nicht aufkommen. Grundvoraussetzung ist dabei immer, öfters mal in den Grünlandbestand selbst zu blicken (und dies nicht nur vom Schlepper aus) um die wichtigsten wertvollen sowie problematischen Gräser und Kräuter sicher ansprechen zu können, gerade auch im blütenlosen Zustand. Für die vom Referenten an den Grünlandwirt geforderte Kenntnis von ca. 20-25 Grünlandpflanzen muss man wirklich kein studierter Botaniker sein, allerdings: Übung macht auch hier den Meister!

Kompletter Vortrag als PDF-Dokument  PDF-Dokument - 758 KB



Juli 2007
Dr. Michael Diepolder
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Agrarökologie, Ökologischen Landbau und Bodenschutz
Tel.: 08161/71-3640 • Fax: 08161/71-5848