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Autochthone Gehölze
Der Hintergrund
Die genetische Vielfalt und Eigenart der heimischen Gehölzarten wird durch die Verwendung von Pflanzen der gleichen Art, aber aus gebietsfremder Herkunft, in einem seit Jahrzehnten andauernden Prozess der Vermischung verändert, verfälscht und somit gefährdet. Dieser Entwicklung soll nun mit der Anzucht von Pflanzen aus autochthonem Saatgut entgegen gewirkt werden. Zum Verständnis der Problematik: Die meisten der in Deutschland heimischen Wildgehölze kommen in weitaus größeren Wuchsgebieten vor. Der Weißdorn Crataegus monogyna z.B. ist von der Iberischen Halbinsel über Mittel- und Südosteuropa bis nach Kleinasien und Russland verbreitet. Im Laufe einer Jahrtausende langen Entwicklung hat er sich mit seinen Erbanlagen an die Verhältnisse in den jeweiligen Wuchsgebieten angepasst. Das in Bayern erhältliche Saat- und Pflanzgut wird zum Teil auch aus Süd- und Osteuropa bezogen. Auf diesem Wege gelangen Pflanzen "gebietsfremder" Herkünfte in unsere Landschaft. Genetische Nivellierung tritt auf, wenn von einer heimischen Wildpflanzenart ein bestimmter Typus, der durch besondere Eigenschaften, seien es Blütengröße, starke Bedornung etc. auffällt, im großen Stil vermehrt und ausgepflanzt wird.
Das Ziel
Ziel ist, die genetische Vielfalt der heimischen Gehölze innerhalb ihrer natürlichen Verbreitungsgebiete zu erhalten. Künftig soll vor allem bei Pflanzungen in der Landschaft und hier insbesondere bei Aufträgen durch die öffentliche Hand autochthones Pflanzenmaterial verwendet werden. Das Ausgangsmaterial für die Vermehrung wird von naturnahen Gehölzbeständen aus den jeweiligen Herkunftsregionen gewonnen, in denen es wieder ausgepflanzt werden soll.
Folgende Informationen können als pdf-Dokumente abgerufen werden:
November 2009
Otto Wünsche
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Agrarökologie, Ökologischen Landbau und Bodenschutz
Tel.: 08161/71-3640 • Fax: 08161/71-5848
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