Analyse des ländlichen Raums für das bayerische Entwicklungsprogramm 2014-2020

Mit dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)“ stellt die EU Fördermittel zur Verfügung, um die Entwicklung im Sinne der Strategie Europa 2020 zu unterstützen. Damit ein Bundesland EU-Mittel zur Finanzierung von Entwicklungsmaßnahmen beanspruchen kann, ist vorab eine Beantragung bei der EU mit Darstellung des geplanten Entwicklungsprogrammes notwendig. Bestandteil dieses Entwicklungsprogrammes ist eine Analyse des ländlichen Raums bezüglich seiner Stärken und Schwächen sowie der Entwicklungschancen und Risiken. Für das bayerische Entwicklungsprogramm 2014-2020 wurde diese Analyse vom Institut für Agrarökonomie der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft durchgeführt.

Landesentwicklungsprogramm als Rahmen

Den Rahmen für die ländliche Entwicklung in Bayern bildet das Landesentwicklungsprogramm. Danach sollen u.a. gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen in allen Teilräumen Bayerns erhalten bzw. geschaffen werden. Als Indikatoren für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dienen die Bruttowertschöpfung und das Bruttoinlandsprodukt, das 2009 im bayerischen Mittel bei 35.327 Euro pro Einwohner lag. Die Spannweite nach Landkreisen betrug 17.969 bis 83.602 Euro je Einwohner. Wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung sind Forschung, Wissenstransfer, Bildung und Beratung.

Viele landwirtschaftliche Kleinbetriebe

Die bayerische Landwirtschaft ist geprägt von vielen Kleinbetrieben. Von den 92.435 Betrieben ab 5 Hektar hatten 72% einen Standardoutput von unter 100.000 Euro. Der Großteil dieser Betriebe wird deshalb im Nebenerwerb bewirtschaftet. Die Viehhaltung wurde von 2000 bis 2011 um 13 % reduziert, spielt aber in Bayern nach wie vor eine bedeutende Rolle. Bei vielen Tierhaltungen besteht erheblicher Modernisierungsbedarf. Der Anteil der Ökobetriebe liegt bei rund 6%.

Für die Biodiversität ist das Grünland besonders wichtig

Die Sicherstellung einer nachhaltigen Nutzung der Kulturlandschaft setzt die Aufrechterhaltung von funktionierenden Ökosystemen voraus. Bayern ist auf Grund seiner vielfältigen naturräumlichen Gliederung und seiner kleinräumigen Landbewirtschaftung mit einem hohen Artenreichtum ausgestattet. Bezüglich der Biodiversität von Agrarökosystemen kommt dem Grünland eine besondere Bedeutung zu. Der Flächenverlust für die landwirtschaftliche Nutzung ging in den letzten Jahren ausschließlich zu Lasten des Dauergrünlandes. Für die Sicherung und Verbesserung der Agrobiodiversität haben die Erhaltung von extensiven Nutzungsformen und Agrarumweltmaßnahmen eine hohe Bedeutung. Erheblicher Verbesserungsbedarf besteht auch beim Schutz der Gewässer sowie beim Erosionsschutz.

Viel Energie wird für die Kühlung verbraucht

Zur Verbesserung der Ressourceneffizienz sind insbesondere effizientere Kühlverfahren anzustreben, da vom gesamten Energieaufwand für Kühlung rund 2/3 auf den Bereich Nahrungsmittelerzeugung entfällt. Für die Treibhausgasminderung spielt neben der verstärkten Nutzung von Biomasse als Ersatz für fossile Brennstoffe der Moorschutz eine besondere Rolle.

Diversifizierung wichtig für den ländlichen Raum

Zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung in ländlichen Regionen ist die weiterer Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe sowie die Gründung neuer Betriebe anzustreben. Mit den Instrumenten der ländlichen Entwicklung sind die regionalen Aktivitäten und insbesondere kooperative Ansätze zu stärken, damit sich Sektor übergreifende Wertschöpfungsketten entwickeln können.
Die ausführliche Untersuchung steht als LfL-Information (115 Seiten) zur Verfügung:

Ansprechpartner
Dr. Xaver Zenger
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Agrarökonomie
Menzinger Straße 54, 80638 München
Tel.: 089 17800-460
E-Mail: Agraroekonomie@LfL.bayern.de