Was dürfen Photovoltaik(PV)-Dachanlagen ab November 2017 kosten?

Schmuckbild: Euromünzen und ein Laptop, überdeckt von einem Liniendiagramm
Wie viel eine Photovoltaik-Dachanlage schlüsselfertig installiert unter den neuen Vergütungsbedingungen des EEG 2017 kosten darf, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Dem Stromertrag und den eigenen Renditeansprüchen. Die spezifischen Anschaffungskosten belaufen sich je nach Anlagengröße, Standort und Renditeanspruch auf ca. 730 € pro Kilowatt Peak (kWp) bis ca. 1.500 €/kWp.

Was dürfen Photovoltaik(PV)-Dachanlagen ab November 2017 kosten? - Infoblatt zum Download

Das Infoblatt enthält genauere Informationen zu den spezifischen Anschaffungskosten mit und ohne Eigenversorgung, zu der Berechnungsmethodik, sowie zu aktuellen Marktpreisen von PV-Modulen.

Spezifische Anschaffungskosten für Photovoltaik-Dachanlagen

Genügt eine Rendite von 6 %, dürfen Kleinanlagen bis 10 kWp an schlechteren Standorten etwa 974 € pro Kilowatt Peak ohne Umsatzsteuer kosten. An sehr guten Standorten können unter gleichen Bedingungen rund 1.212 €/kWp investiert werden. Bei größeren Anlagen vermindert sich mit zunehmender Anlagenleistung die spezifische Vergütung. Die Anschaffungskosten müssen demnach mit zunehmender Anlagenleistung bei gleichbleibendem Renditeanspruch sinken. Größere Anlagen müssen an guten Standorten bis zu 120 €/kWp und an schlechteren Standorten bis zu 98 €/kWp günstiger sein als kleinere Anlagen.

Erhöhung der spezifischen Anschaffungskosten durch Eigenversorgung

Wird ein Teil des produzierten Stroms selbst verbraucht, entfällt für diesen Teil der Bezug von kostenpflichtigem Fremdstrom. Kleinanlagen unter 10 kWp sind bei Eigenversorgung von der EEG-Umlage, Stromsteuer und weiteren Umlagen befreit, so dass sie 21,68 ct/kWh für selbst verbrauchten Strom sparen. Diese Ersparnis führt dazu, dass Kleinanlagen durch einen Eigenversorgungsanteil von 30 % spezifische Anschaffungskosten von über 1.500 €/kWp erreichen können.
Auch größere Anlagen sind nur zu einer anteiligen EEG-Umlage von 40 % verpflichtet, so dass sich ihr Substitutionswert auf 17,55 ct/kWh beläuft. Eine 30-prozentige Eigenversorgung kann demnach für größere Anlagen durchschnittlich bis zu 200 €/kWp höhere Anschaffungskosten ermöglichen.

Aktuelle Marktpreise für Photovoltaik-Module

Nach "pvxchange" ist seit 2014 eine fallende Tendenz der Angebotspreise auf dem europäischen Spotmarkt für kristalline Module zu verzeichnen. Schlüsselfertige Anlagen von deutschen Anbietern kosten im Juli 2017 zwischen 1.125 €/kWp und 1.350 €/kWp. Anlagen aus Südostasien sind zu diesem Zeitpunkt bis zu 150 €/kWp günstiger zu erwerben.

Gesetzesgrundlage

Novellierung des Gesetzes für den Ausbau erneuerbare Energien (EEG) zum 01.01.2017; aktuelle Fassung vom 22.12.2016.
Am 01.01.2017 trat die neue Novelle des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (kurz: EEG 2017) in Kraft. § 48 EEG 2017 setzt die anzulegende Werte für den Januar 2017 fest. Nach § 49 Abs. 1 EEG 2017 werden jeweils zum 01. Februar, 01. Mai, 01. August und 01. November die anzulegenden Werte in Abhängigkeit des Brutto-Zubaus neu installierter PV-Leistung angepasst. Je nach Höhe der Unter-/Überschreitung wird der Degressionssatz nach § 49 Abs. 2,3 EEG 2017 gesenkt oder erhöht.
Die EEG-Umlage wird ab § 60 ff. EEG 2017 behandelt. § 9 StromStG gibt Auskunft zur Stromsteuer, § 19 Abs. 2 StromNEV zu Netzentgelten, §§ 26,28 KWKG zur KWK-Umlage, § 17 f EnWG zur Offshore-Umlage, § 18 AblaV zur Umlage für abschaltbare Lasten und §§ 46, 48 EnWG zu Konzessionsabgaben.

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