Bayerische Buchführungsergebnisse des Wirtschaftsjahres 2016/17
Wirtschaftlichkeit im Marktfruchtbau

Auf Basis der bayerischen Buchführungsergebnisse erstellt das Institut für Betriebswirtschaft und Agrarstruktur der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft eine jährliche Auswertung zur wirtschaftlichen Situation bayerischer Marktfruchtbaubetriebe.

Die Talsohle ist durchschritten

Getreideähren im Gegenlicht
Das Wirtschaftsjahr 2016/17 beendet tendenziell die über drei Jahre anhaltenden Gewinn- und Einkommensrückgänge bei den Marktfruchtbaubetrieben. Kartoffel- und Zuckerrübenbaubetriebe verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr zum Teil deutliche Gewinnzuwächse. So konnte der durchschnittliche Zuckerrübenbaubetrieb der Größenklasse 30 bis 60 ha LF seinen bereinigten Gewinn von 389 €/ha LF im Jahr 2015/16 auf 795 €/ha LF im Jahr 2016/17 steigern. Noch deutlicher fiel der Gewinnzuwachs bei den Kartoffelbaubetrieben aus: Hatten die Kartoffelbauern mit der Betriebsgröße 30 bis 60 ha LF im WJ 2015/16 noch einen bereinigten Gewinn von 572 €/ha LF erzielt, so waren es 2016/17 immerhin 991 €/ha LF. Nicht ganz so positiv verlief die Gewinnentwicklung bei den Getreidebaubetrieben. Die Betriebe der Größenklasse 30 bis 60 ha LF traten auf der Stelle: Ihr bereinigter Gewinn betrug 2015/16 168 €/ha LF, im Jahr 2016/17 waren es 167 €/ha LF. Lediglich die größeren Betriebe mit einer LF von 60 bis 150 ha konnten sich von 260 €/ha LF auf 371 €/ha LF verbessern.
Obwohl sich insgesamt die Erzeugerpreise auf einem wenig erfreulichem Niveau präsentierten, war zumindest von der Kostenseite her keine weitere Verschärfung der wirtschaftlichen Situation zu vermelden. Hier konnten die Marktfruchtbaubetriebe 2016/17 gegenüber 2015/16 von niedrigen Düngemittel-, Saatgut- und Treibstoffpreisen profitieren.

Gedämpfte Aussichten für das laufende Wirtschaftsjahr 2017/18

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2017/18 ist derzeit mit ähnlichen Betriebsmittelpreisen wie im Vorjahr zu rechnen. Die ermittelten Erträge der Ernte 2017 liegen bei den Druschfrüchten tendenziell über denen der Ernte 2016. Durch ein annähernd gleiches Preisniveau wie 2016/17 ist allerdings mit keiner wesentlichen Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Mähdruschfrüchte zu rechnen. Eine Entspannung ist hier aufgrund der globalen Versorgungssituation auch weiterhin nicht in Sicht. Nach dem Auslaufen der Zuckermarktordnung und dem damit verbundenen Wegfall des Garantie-Grundpreises für Quotenrüben muss auch bei den Zuckerrüben mit einem deutlichen Preiseinbruch gerechnet werden. Weitere Preiseinbußen sind leider auch bei der Kartoffel zu verzeichnen. Hiervon ist in besonderem Maße der Speisesektor betroffen. Allerdings muss auch der Stärkekartoffelpreis durch die niedrigen Stärkegehalte der Ernte 2017 einen Rückschlag hinnehmen.

Kosten im Auge behalten

Alle sinnvollen Möglichkeiten zur Reduzierung der Arbeitserledigungskosten (z. B. durch überbetrieblichen Maschineneinsatz oder durch freiwilligen Nutzungstausch) gewinnen unter diesen Voraussetzungen an weiterer Bedeutung.

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