Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
weiter zur Themennavigation|
LfL - Ernährungswirtschaft: Logo mit Link zu Startseite| Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft |
Wappen mit Link auf die Startseite des StMELF|
Kopfnavigation: weiter zur Position im Verzeichnisbaum|
Position im Verzeichnisbaum: weiter zum Inhalt|
Landesanstalt für LandwirtschaftErnährung und MarktAgrarmarktanalyse → Agrarmarktpolitik und -handel
Inhalt: zurück zum Seitenanfang|

Agrarmärkte 2005: Eier und Schlachtgeflügel

Eier

Die Erzeugung von Eiern ist geprägt von einer ausgesprochen hohen regionalen und einzelbetrieblichen Konzentration, bei der wenige vertikal integrierte agrarindustrielle Großunternehmen den Markt dominieren.

In den letzten Jahren ist die Erzeugung von Eiern z.B. durch die Dioxin-Krise in Belgien, durch den Nitrofen-Skandal in Deutschland oder die Geflügelpest in den Niederlanden immer wieder in die Schlagzeilen gekommen. Aber nicht nur durch Skandale und die neue EU-Richtlinie 1999/74/EG "Festlegung von Mindestanforderungen zum Schutz von Legehennen" steht die Eiererzeugung in der EU vor tiefgreifenden Veränderungen. Auch die weitere Liberalisierung der Agrarmärkte und die vollzogene Osterweiterung der EU werden die Aktivitäten von Drittländern und Produzenten in den neuen EU-Ländern auf dem deutschen Markt für Eier und Schlachtgeflügel verstärken.

Um sich gegenüber dieser Konkurrenz behaupten zu können, sind vergleichbare wirtschaftliche Rahmenbedingungen notwendig. Diese sind jedoch nicht durch nationale (deutsche) Alleingänge gegeben. Ein Beispiel dafür ist die Neufassung der Hennenhaltungsverordnung, die dazu führen wird, dass die deutsche Eierproduktion drastisch zurückgeht, wenn ab dem 01.01.2007 die Haltung von Legehennen in Käfigen nicht mehr zulässig ist.


Legehennenhaltung nach Haltungsformen in Deutschland

Legehennenhaltung1) nach Haltungsformen in Deutschland

In der EU-25 wurden 2004 6,7 Mio. t Eier, also etwa 11 % der Welterzeugung, produziert. Davon entfallen über 70 % auf die führenden sechs Länder Frankreich (1,0 Mio. t), Spanien (893.000 t), Deutschland (803.000 t), Italien (795.000.), Vereinigtes Königreich (705.000 t) und Niederlande (613.000 t).

In den verbleibenden EU-15 Ländern werden nochmals etwa 13 % und in den neu beigetretenen Ländern weitere 16 % der Eier in der EU gelegt. Starke Produktionszuwächse fanden 2004 im Vergleich zum Vorjahr hauptsächlich in den Niederlanden (32,2 %) und schon merklich abgeschwächt in Griechenland (12,9 %) statt. In der EU-15 ist allein in Deutschland die Hühnereierproduktion rückläufig, 2004 im Vergleich zum Vorjahr noch um 1,6 %, seit 1990 aber um 18,5 %. Ein ähnlich starker Rückgang seit 1990 ist nur noch in Finnland mit -25 % zu verzeichnen, aber natürlich mengenmäßig auf einem völlig anderen Niveau.

In den neu beigetretenen Ländern stagnierte 2004 die Eiererzeugung überwiegend. Rückläufig war sie in Estland (-13,3 %), der Slowakei (-6,4 %) und Ungarn (-2,1 %).


Schlachtgeflügel

Der weltweite Verzehr von Geflügelfleisch hat im letzten Jahrzehnt beständig zugenommen. In der Folge stieg auch die Produktion. Weltweit bestimmen vertikal integrierte agrarindustrielle Unternehmen den Markt, die landwirtschaftliche Betriebe als Vertragsmäster an sich gebunden haben.

Der überwiegende Teil der Geflügelfleischproduktion in der EU entfällt auf Hähnchen- und Putenfleisch, wogegen die Produktion von Enten- und Gänsefleisch nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die bedeutendsten Erzeuger von Geflügelfleisch in der EU sind Frankreich, das Vereinigte Königreich und Italien.

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Geflügelfleisch in der EU und in Deutschland hat aufgrund von BSE und Schweinepest zugenommen. Mit dem Auftreten von Vogelgrippe in Südosteuropa im Oktober 2005 sowie kurz darauf zwei Fleischskandalen, von denen hauptsächlich Geflügelfleisch betroffen war, dürfte der Aufwärtstrend von Geflügelfleisch, zumindest kurzfristig, beeinträchtigt werden. Auf Grund der unbefriedigenden Erlössituation in der Hähnchen- und Putenmast, die auch durch billige Futtermittel nur unzureichend ausgeglichen werden konnte, wird sich die Geflügelfleischproduktion in Deutschland entgegen dem weltweiten Trend nicht in nennenswertem Umfang vergrößern, sondern eher zurückgehen.

Pro-Kopf-Verbrauch für Geflügelfleisch in der EU

Pro-Kopf-Verbrauch für Geflügelfleisch in der EU

Bereits seit Ende der 90er Jahre ist nach Schweinefleisch der Verbrauch von Geflügelfleisch höher als der Verbrauch von Rind- und Kalbfleisch. Gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig, lag 2004 der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei 17,8 kg. Dieser Wert ist seit 1990 um gut 6 kg angestiegen.

Von den rund 18 kg waren ca. 10 kg Hühner-, etwa 7 kg Puten- und 1,3 kg Enten- und Gänsefleisch. Der starke Verbrauchszuwachs in den letzten Jahren beruht hauptsächlich auf der BSE-Krise und einer innovativen Produktvielfalt.




Februar 2006
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Ernährung und Markt
Tel.: 089/17800-333 • Fax: 089/17800-332