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Aussichten für die Agrarmärkte und landwirtschaftlichen Einkommen in der Europäischen Union von 2006 bis 2013
Die Aussichten, die für die Agrarerzeugnisse in diesem Bericht dargestellt sind, wurden unter spezifischen Annahmen erstellt. Mittelfristig wird ein moderates Wirtschaftswachstum in der EU und ein stärkerer US-Dollar unterstellt.
Weltweit projizieren landwirtschaftliche (Waren-)Terminbörsen eine steigende Nachfrage und einen steigenden Handel. Da dieser Report auf den Informationen von Anfang 2006 basiert, können keine Aussagen zu den möglichen Ergebnissen der multilateralen Welthandelsgespräche im Rahmen der Doha-Runde getroffen werden. Folglich werden die Vereinbarungen der Uruguay-Runde über Landwirtschaft und andere Geschäftsabkommen für den Zeitraum 2006 bis 2013 unterstellt. Der Einfluss und die Auswirkungen der Zuckermarktreform sind in die Betrachtungen der Getreide- und Ölsaatenmärkte eingeflossen.
- Die mittelfristige Ausblick für die Getreidemärkte sehen dank der Verbrauchszunahme des Binnenmarktes und der Getreideexporte moderat positiv aus. Durch das Wachstum des Verbrauchs in der Fütterung, der Bioethanolproduktion bzw. der Biokraftstoffproduktion sind positive Aussichten erkennbar. Hervorgerufen durch die Mitgliedstaaten in einem richtungsweisenden Biokraftstoff- und Biomasseaktionsplan. Unter der Voraussetzung eines stärkeren US-Dollars würde die EU auch in einem zunehmenden Maße von einer wachsenden Weltmarktnachfrage profitieren. Diese Entwicklungen auf den internen und externen Märkten würden mittelfristig verhältnismäßig ausgeglichene Getreidemärkte in den meisten EU-Regionen erwarten lassen.
Trotz dieser vorteilhaften allgemeinen Bedingungen, wird eine weitere verzögerte Integration der Märkte der neuen EU-Mitgliedsstaaten infolge von Marketing-Ineffizienzen als eine Gefahr für regionale Getreidemärkte gesehen. Insbesondere die Überschüsse auf den Maismärkten wiegen schwer auf den ungarischen und slowakischen Märkten. Von 2009 an sollte die Integration der Märkte und des Handels, der Binnenverbrauch und die obligatorische Stilllegung zu einer bedeutenden Verbesserung der regionalen Weizen- und Maismärkte führen.
- Die Marktperspektiven für den EU-Ölsaatensektor werden gestützt durch Produktivitäts-Verbesserungen, vorteilhafte Bedingungen auf den Weltmärkten und die zunehmende (gestützte) Nachfrage für Biodiesel. Das Produktionspotential für non-food Ölsaaten wird jedoch durch die Beschränkung des Blair-House Abkommens beschränkt bleiben (mit einer max. Produktion von 1 Mio. t Sojabohnen-Äquivalent auf Stilllegungsflächen). Trotz des projizierten moderaten Produktionswachstums wird die EU weiterhin ein großer Nettoimporteur für Ölsaaten bleiben.
- Die mittelfristigen Perspektiven für den Fleischsektor sind für Geflügel- und Schweinefleischmärkte verhältnismäßig positiv, während für die Rindfleischproduktion durch die GAP-Reform und durch die starke Konkurrenz vom Weltmarkt weiter abnehmen wird. Es wird projiziert, dass der gesamte Fleischverbrauch pro Kopf bis zum Ende der Periode um 2,2 % weiter zunehmen wird. Die Projektionen für Rindfleisch und Geflügel sind, verglichen mit dem Ausblick im Februar 2006, angesichts der neuesten kurzfristigen Schätzungen nach unten korrigiert worden. Die zuletzt verfügbaren Bilanzen haben die Projektionen der Rindfleischexporte relativiert (nach unten) und zeigen ein größeres Handelsdefizit als zunächst angenommen. Die EU-25 arbeitet weiter daran, ein Nettoexporteur für Geflügelfleisch zu werden. Andererseits besteht Hoffnung auf ein moderates Wachstum bei den Schweinefleischexporten, trotz des kleinen Rückschlages 2005.
Der relativ positive Marktausblick für Geflügelfleisch basiert auf der Annahme, dass die Vogelgrippe bis Ende 2006 ausgerottet ist und keine weiteren Fälle hinzukommen. Jede mögliche Änderung (bspw. erneuter Ausbruch von H5N1) könnte zu einem erneuten Schwächen des Verbrauchervertrauens und zu schlechteren Exportmöglichkeiten führen, was einen wesentlichen Einfluss auf die Marktpreise hat.
- Es wird mittelfristig erwartet, dass sich das Marktgleichgewicht für die wichtigsten Milchprodukte verbessert – mit einer wachsenden Käseproduktion und Verbrauch, aber einer schlechteren Verwertung von Butter und Magermilchpulver. Änderungen sind ebenfalls bei den Aussichten zum Molkereisektor vorgenommen worden, die auf aktualisierten kurzfristigen Schätzungen basieren. Es wird erwartet, dass die Schwankungen auf dem Buttermarkt kurzfristig fortbestehen; dies resultiert aus den verringerten Exporten und zunehmenden Interventionsvorräten. Der Preisrückgang sollte ein Anreiz dazu sein, die Produktion mittelfristig weiter zu verringern, um das Marktgleichgewicht zu stabilisieren.
Basierend auf diesen Marktprognosen und den finanziellen Perspektiven für die EU über den Zeitraum 2005-2013, bieten die Einkommensprognosen einen vorteilhaften Ausblick, da das landwirtschaftliche Einkommen in der EU-25 um 18 % zwischen 2005 und 2013 real und je Arbeitseinheit wachsen würde. Wenngleich der Ausblick für die europäischen Agrarmärkte und die landwirtschaftlichen Einkommen über die nächsten sieben Jahre verhältnismäßig positiv aussieht, bleibt er jedoch abhängig von Ungewissheiten. Insbesondere die Ergebnisse der Doha-Runde, den Welthandelsgesprächen und den Risiken, die mit Tierkrankheiten wie Vogelgrippe verbunden sind, könnten weitreichende Folgen für die zukünftigen Agrarmärkte haben. Die Auswirkungen anderer Faktoren, wie der Zugang von Bulgarien und Rumänien, die politischen Richtlinien hinsichtlich erneuerbarer Energien sowie die $/€-Kursschwankungen können ebenfalls Auswirkungen auf die Agrarmärkte und landwirtschaftlichen Einkommen haben.
Quelle: http://ec.europa.eu/agriculture/publi/caprep/prospects2006
Aussichten der Agrarmärkte und Einkommen der EU-25 von 2006 – 2013
(34 Folien, 601 KB)
Januar 2007
Wilhelm Uffelmann
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Ernährung und Markt
Tel.: 089/17800-333 • Fax: 089/17800-332
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