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Reaktion der Verbraucher auf die Entwicklung der Lebensmittelpreise

Der Umsatz des Einzelhandels in Deutschland ging von Januar bis Oktober 2007 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum nominal um 0,8 % zurück. Bei Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren betrug der nominale Rückgang 0,4 %. Real belief sich das Minus bei den genannten Waren sogar auf 2,6 %. Ursachen dafür waren die geringe Konsumneigung und die teilweise angehobenen Preise.

An der Spitze der Preissteigerung bei Lebensmitteln standen, den Erhebungen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) zufolge, Molkereiprodukte. Am stärksten erhöhte sich dabei von Januar bis Oktober 2007 mit 56 % der Preis für Butter. Als Folge davon ging dabei der Absatz von Butter im gleichen Zeitraum um 7,1 % zurück (siehe Schaubild). Die Schwankungen in den letzten Monaten waren allerdings enorm. So stieg der Absatz im Juli um rund 26 %, weil die Verbraucher vor der angekündigten Preiserhöhung Hamsterkäufe tätigten. In den darauffolgenden Monaten brach der Absatz regelrecht ein. So verringerten sich die Haushaltskäufe im August um 16 %, im September um 32 % und im Oktober um 14 %. Schlagsahne als fettreiches Produkt stieg im Preis im Zeitraum von Januar bis Oktober um 36 %. Bei Frischmilch mit 3,5 % Fett erhöhte sich der Preis in der gleichen Zeitspanne um 29 %, während die Verkäufe um 2,3 % sanken.

Relative Veränderungen von Preis und Absatz bei Lebensmitteln in Deutschland von Januar bis Oktober 2007

Veränderung von Menge und Preise in %

Quelle: ZMP-Rohdatenanlyse auf der Basis GfK-Haushaltspanel

Die zweitgrößte Verteuerung der Produktbereiche bei Lebensmitteln gab es im selben Vergleichszeitraum mit rund 13 % bei Geflügelfleisch. Hier gelang es den Erzeugern jedoch die Steigerung der Futterkosten an die Verbraucher weiter zu geben und zusätzlich die Absatzmenge zu steigern. Zum einen hat Geflügelfleisch aufgrund des Absatzeinbruchs infolge der Vogelgrippe einen Nachholbedarf (Basiseffekt) und zum anderen bietet das Geflügelfleisch trotz der bisherigen Erhöhungen ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis für den Konsumenten. Bei allen anderen Bereichen, wie Eiern, Obst und Gemüse lagen die Teuerungen unter dem Mittel aller Frischprodukte von rund 10 %. Brot verteuerte sich trotz der deutlich gestiegenen Getreidepreise nur um etwa 4 %. Der Anteil der Rohstoffkosten an den Verbraucherausgaben für Brot liegt allerdings bei ’nur’ 3,6 %.

Die merkliche Reaktion der Konsumenten bei Butter zeigt, dass die Verbraucher durchaus elastisch auf spürbare Preisänderungen reagieren. Bei Käse ist es noch zu früh um Reaktionen der Verbraucher zu untersuchen, da die letzte Stufe der Preiserhöhungen erst ab September vollzogen wurde. Eine preiselastische Reaktion ist vor diesem Hintergrund bei preisgünstigen Fleisch- und Wurstwaren wahrscheinlich.

Grafik zum Ausdrucken  PDF-Dokument - (eine Seite, 18 kB)



Dezember 2007
Prof. Dr. Siegfried Graser, Josef Huber
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Ernährung und Markt
Tel.: 089/17800-333 • Fax: 089/17800-332