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Nachwachsende Rohstoffe





 

Der Anbau Nachwachsender Rohstoffe (NawaRo’s) gehörte seit alters her neben der Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln zu den Hauptaufgaben der Landwirtschaft. Die aktuelle Entwicklung an den Weltmärkten verursachte einen regelrechten Boom in der Nachfrage nach Agrarrohstoffen, und hier insbesondere nach Rohstoffen für die Energieerzeugung. Die Initialzündung ging vor allem vom enormen Anstieg der Ölpreise und dem politischen Willen in einigen Regionen der Welt aus, eine gewisse Unabhängigkeit vom Öl aufzubauen.
Drei Hauptargumente werden im Zusammenhang mit der zunehmenden Nutzung von NawaRo’s insbesondere im Energiesektor angeführt. An erster Stelle steht die pauschale Aussage, dass Erzeugnisse oder Energie aus NawaRo’s dem Klimaschutz dienen, da sie weitgehend CO2-neutral seien. Als zweiter Punkt wird angeführt, dass durch Bioenergie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die nicht unbegrenzt verfügbar sind, verringert werden könne. Drittens sei mit dem Anbau von NawaRo’s eine Stärkung der Land- und Forstwirtschaft und der ländlichen Räume verbunden, da insbesondere mit dem riesigen Nachfragepotential für Bioenergie ein dritter großer „Abnehmer“ landwirtschaftlicher Rohstoffe am Markt auftritt (die drei großen T: Teller, Trog, Tankstelle)


Anteil Erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch 2005

Anteil Erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch 2005

Der Anteil Erneuerbarer Energien (EE) in der EU-27 am Primärenegieverbrauch lag 2005 bei rund 6,7 %. Inzwischen ist mit Beschluss des Energiepakets zur Förderung der Energieversorgungssicherheit durch die EU-Kommission im Dezember 2008 der Anteil der EE am Endenergieverbrauch in den Mittelpunkt gerückt. Das Paket nennt als eines der Kernziele einen Anteil der EE am Endenergieverbrauch von 20 % bis 2020. Nach ersten Zahlen betrug der Anteil EE am Endeenergieverbrauch 2006 rund 9 %. Hohe Anteile an EE im Energiemix mit teilweise deutlich über 20 % Anteil am Endenergieverbrauch weisen heute schon Länder wie Lettland, Schweden, Finnland und Österreich auf. In diesen Ländern wird Wasserkraft oder Biomasse (Lettland) traditionell stark genutzt. Die insgesamt größte Menge an Endenergie aus EE wird in der EU-27 in Frankreich, gefolgt von Deutschland und Schweden bereitgestellt. Neben der traditionell starken Nutzung von Biomasse und Wasserkraft ist v.a. in Deutschland inzwischen ein erheblicher Beitrag durch die Windkraft zu verzeichnen.





März 2009
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Ernährung und Markt
Tel.: 089/17800-333 • Fax: 089/17800-332