Fachinformation zur Herstellung von „Obazda/Obatzter“ g.g.A. in der Gastronomie

Portion Obazda mit Zwiebeln auf Teller angerichtet

Seit Juni 2015 ist der Name „Obazda“/„Obatzter“ als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 geschützt. Der Name darf nur dann verwendet werden, wenn: das Produkt die Anforderungen der Produktspezifikation erfüllt und sich der Hersteller des Produkts dem Kontrollsystem unterstellt.

Produkte, die beide Bedingungen nicht erfüllen, können jedoch weiterhin mit regionalen Bezeichnungen wie z.B. „Gerupfter“ oder Fantasienamen vermarktet werden. Anspielungen und andere Bezugnahmen wie z.B. „nach Art Obazda“ sind dabei nicht möglich.
Die Produktspezifikation für „Obazda“/„Obatzter“ g.g.A. enthält unter anderem Vorgaben zur Herstellung in Bayern, zur Zusammensetzung sowie zu den Zutaten und kann im Internet kostenlos abgerufen werden:

Im DPMA-Register veröffentlichte Spezifikation (Fassung vom 24.10.2014) Externer Link

Herstellung nach Spezifikation (Rahmenrezeptur)

Die Produktspezifikation gilt als Rahmenrezeptur und lässt Spielraum für eigene Rezepte. Wichtig ist, dass nur die vorgegebenen Muss-Zutaten und ergänzend ggf. die Kann-Zutaten verwendet werden, um den typischen Geschmack der Spezialität „Obazda“/„Obatzter“ zu gewährleisten. Für einige Zutaten ist ein Mindestanteil festgelegt: So müssen im Endprodukt müssen mind. 40 Prozent Camembert/Brie enthalten sein und insgesamt mind. 50 Prozent Käse, also Camembert/Brie und weitere Käse (Romadur, Limburger, Frischkäse) zusammen. Zwiebeln und Bier dürfen insgesamt nur max. 15 Prozent im Endprodukt ausmachen.
„Obazda“/„Obatzter“ hat eine hellorange Farbe und erkennbare Stücke von Käse, riecht würzig-aromatisch und schmeckt leicht pikant. Der Käse muss bis zur gewünschten Stückigkeit zerkleinert werden und wird anschließend mit den übrigen Zutaten zu einer gleichmäßigen und streichfähigen Masse vermischt.
Wichtiger Hinweis:
Die gesamte Herstellung von „Obazda“/„Obatzter“ g.g.A. muss in Bayern erfolgen (Die Zutaten müssen nicht aus Bayern stammen).

Auslobung in der Speisekarte/auf Tafeln

EU-Logo mit Hinweis auf die g.g.A. "Obazda"
Der Name „Obazda“ bzw. „Obatzter“ darf verwendet werden, wenn die Produktspezifikation (Rahmenrezeptur) eingehalten und dies kontrolliert wird. Zusätzlich kann in Speisekarten, auf Tafeln u.ä. das EU-Logo für geschützte geografische Angaben verwendet werden. Verpflichtend ist dies aus Sicht der LfL als zuständige Kontrollbehörde in Bayern nicht.
Wird das EU-Logo verwendet, muss für den Gast klar erkennbar sein, welches Produkt auf der Speisekarte den EU-Schutz genießt.

Anmeldung zur Kontrolle

Die Anmeldung zur Kontrolle erfolgt durch Abschluss eines Kontrollvertrages mit einer zugelassenen Kontrollstelle.

Kontrollstellenverzeichnis für Bayern

Dies kann jeder Betrieb direkt mit einer von ihm ausgewählten Kontrollstelle vereinbaren. Die Einhaltung der Rahmenrezeptur wird vor Ort einmal jährlich überprüft.
Daneben besteht die Möglichkeit, sich dem vereinfachten Kontrollsystem über einen Bündeler anzuschließen, der stellvertretend für seinen Teilnehmerkreis den Vertrag abschließt und die Kontrolle organisiert. Derzeit (Stand September 2017) steht hierfür der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e. V. zur Verfügung. Die Einhaltung der Rahmenrezeptur wird bei dieser Lösung stichprobenartig bei den Teilnehmern anhand einer Einteilung in Größenklassen vor Ort überprüft. Hierfür werden insbesondere Angaben zu folgenden Bereichen benötigt: Adressdaten/ Ansprechpartner, Selbsteinschätzung der Herstellmenge (kg pro Jahr).

Ihr Ansprechpartner bei Fragen
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte
Menzinger Straße 54
80638 München
Tel.: 089 17800-337
Fax: 089 17800-332
E-Mail: Geoschutz@LfL.bayern.de