Milch-Güteverordnung (MilchGüV)

Für den Vollzug der MilchGüV ist in Bayern die LfL, Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte, verantwortlich.

Milchgüteverordnung (MilchGüV)
Die "Verordnung über die Güteprüfung und Bezahlung der Anlieferungsmilch" vom 09.07.1980, zuletzt geändert zum 17.12.2010, gilt bundesweit. Sie regelt die Gütemerkmale der Anlieferungsmilch, die Durchführung von Untersuchungen, die Einstufung der Anlieferungsmilch sowie die Berechnung des Auszahlungspreises.

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Anlieferungsmilch

Im Sinne der Milch-Güteverordnung ist dies Rohmilch von Kühen, die ein Milcherzeuger an einen Abnehmer liefert.
Abnehmer ist, wer im Durchschnitt eines Jahres täglich mindestens 500 Liter Anlieferungsmilch von Milcherzeugern erwirbt.

Gütemerkmale

Zur Bewertung der Güte haben Abnehmer jede Anlieferungsmilch auf Fettgehalt, Eiweißgehalt, bakteriologische Beschaffenheit, Gehalt an somatischen Zellen sowie Gefrierpunkt untersuchen zu lassen. Zur Feststellung der Gütemerkmale werden die Zahl der Milchproben und geeignete Untersuchungsmethoden in der MilchGüV festgelegt.

Einstufung der Anlieferungsmilch

Auf Grundlage der Ergebnisse aus den Untersuchungen wird die Anlieferungsmilch in Klassen eingestuft. Aus den festgestellten Keimzahlwerten der Untersuchungen der letzten zwei Monate wird der geometrische Mittelwert, auf Tausend gerundet, gebildet:

  • Klasse 1: bis 100.000 Keime pro ccm
  • Klasse 2: über 100.000 Keime pro ccm

Ein Zuschlag für Klasse S kann bezahlt werden, wenn folgende Bedingungen vorliegen:

  • Keimgehalt der Milch darf im geometrischen Mittel über die letzten zwei Monate den Wert von 50.000 Keimen je ccm nicht überschreiten.
  • Gehalt an somatischen Zellen darf im geometrischen Mittel über die letzten drei Monate den Wert von 300.000 je ccm nicht überschreiten.
  • Hemmstoffe dürfen nicht nachgewiesen werden.
  • Es darf kein Verdacht auf Wasserzusatz bestehen.

Qualitätsbezahlung

Die Anlieferungsmilch ist unter Berücksichtigung der Gütemerkmale Fettgehalt, Eiweißgehalt, bakteriologische Beschaffenheit, Gehalt an somatischen Zellen und Gefrierpunkt nach Gewicht zu bezahlen. Abweichungen des Fett- und Eiweißgehaltes der Anlieferungsmilch des einzelnen Milcherzeugers vom Monatsdurchschnitt der gesamten Anlieferungsmilch der Abnehmer sind durch Zu- oder Abschläge zu berücksichtigen.

In der Milchgeldabrechnung sind auszuweisen:

  1. Durchschnittlicher Fett- und Eiweißgehalt der gesamten Anlieferungsmilch des Abnehmers,
  2. Auszahlungspreis für diese Anlieferungsmilch bei tatsächlichem Fett- und Eiweißgehalt (Molkereidurchschnitt),
  3. Höhe der Zu- und Abschläge und die ihrer Berechnung zugrunde gelegten Werte für eine Fett- und Eiweißeinheit,
  4. Preis für eine Anlieferungsmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweißgehalt.

Dieser Preis muß gekürzt werden bei:

  • Einstufung in Klasse 2 um mindestens 2 Cent/kg
  • Nachweis von Hemmstoffen um 5 Cent/kg je positives Untersuchungsergebnis innerhalb eines Monats
  • Überschreitung des Zellgehaltes um mindestens 1 Cent/kg
Andere als die oben aufgeführten Gütemerkmale können durch angemessene Zu- oder Abschläge berücksichtigt werden. Sie sind in der Milchgeldabrechnung gesondert auszuweisen.

Verordnung zur Ausführung der Verordnung über die Güteprüfung und Bezahlung der Anlieferungsmilch (AV-Milch-Güteverordnung)

In Ergänzung zur Milch-Güteverordnung des Bundes hat Bayern die Verordnung zur Ausführung der Verordnung über die Güteprüfung und Bezahlung der Anlieferungsmilch vom 07. Dezember 1988 (zuletzt geändert am 20.10.2014) erlassen.

Zuständigkeiten

In Bayern sind der Milchprüfring Bayern e.V., Wolnzach, und der Oberösterreichische Milchprüfring, Linz, als Untersuchungsstellen zugelassen. Die Tätigkeiten der Untersuchungsstellen umfassen folgende Punkte:

  • Überwachung der Probenahme bei den Milcherzeugern
  • Schulung der Probenehmer und Milchsammelwagen-Fahrer
  • Laboruntersuchungen nach der Milch-Güteverordnung
  • Erstellung der Abrechungsdatensätze für die Milchgeldabrechnungen
Der Milchprüfring Bayern e.V. ist darüber hinaus für die Prüfung der Probenahmegeräte im Milchsammelwagen zuständig.

Die Untersuchungsstellen nehmen als neutrale Prüforganisationen staatliche Aufgaben wahr und unterliegen deshalb einer ständigen staatlichen Kontrolle.