Qualitätstrends in der bayerischen Milchwirtschaft und ihre Perspektiven

Bayern steht für eine Starke und qualitativ hochwertige Milcherzeugung und –verarbeitung. Mit dem Ende der Quotenregelung kommt es für Milcherzeuger und Molkereien noch mehr darauf an, sich vom Durchschnitt abzuheben und das „Besondere“ an den hergestellten Produkten herauszuheben. Das Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte der LfL ermittelt seit einigen Jahren die besonderen Milchqualitäten, die die bayerischen Molkereien erfassen.
Milchglas mit blauem Hintergrund

Milchglas

Die insgesamt von bayerischen Molkereien in Deutschland erfasste Milchmenge nach 2016 gegenüber dem Vorjahr auf 1,8 % auf 8,83 Mio. t zu. Milchmengen, die Bayerns Molkereien in Tschechien und Österreich erfassen, werden nach der Statistik als Zukäufe behandelt.

Zusammenfassung

Der Trend zur Ausdifferenzierung verschiedener Milchqualitäten hält an. Nach einigen Jahren mit verhaltenem Wachstum konnte die Erfassung von Bio-Milch wieder deutlich zulegen. Zusätzliche Förderanreize sowie der sehr hohe Preisabstand zwischen biologisch und konventionell erzeugter Milch haben dies ermöglicht. Durch die Erholung der konventionellen Milchauszahlungspreise hat sich zwar der Preisabstand wieder verringert, liegt jedoch noch immer deutlich oberhalb des Durchschnitts der vergangenen Jahre.
Die Erfassungsmengen von Milch ohne Gentechnik (oGT) haben sich im Jahr 2016 mit großer Dynamik entwickelt. Zusammen mit Bio-Milch wurden insgesamt fast 40% der Milchmenge in Bayern als Milch oGT erfasst. Dieser Anteil wird im Jahr 2017 weiter anwachsen. Der LEH hat das große Interesse der Verbraucher am Merkmal „ohne Gentechnik“ aufgegriffen und entsprechende Anforderungen an die Molkereien weitergereicht. Dies kann durchaus als Chance für die bayerische Milchwirtschaft verstanden werden. Inwiefern dadurch längerfristig eine erhöhte Wertschöpfung bei Erzeugern und Verarbeitern ankommt und anfallende Zusatzkosten vergütet werden, bleibt zu beobachten.
Auch die Erfassungsmengen von Bergbauernmilch und Heumilch nehmen weiter zu. Die Vermarktung von Bergbauernmilch läuft zunächst weiterhin über Eigenmarken und ohne Verwendung des geschützten EU Begriffs „Bergerzeugnis“. Für Produzenten und Verarbeiter von Heumilch wird der Umgang mit der g.t.S. Spezifikation und die Entwicklung von Produkten und Vermarktungswegen im Vordergrund stehen.
Immer mehr Erzeuger und Verarbeite beschäftigen sich mit Heu- und Weidemilch. Auch wenn der Anteil an der bayerischen Milchmenge gering ist, so bieten diese Segmente gute Verwertungen und weit überdurchschnittliche Milchauszahlungspreise. Können die Chancen im Frischebereich genutzt werden, so wird Heumilch seine regionale Bedeutung weiter ausbauen.