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Landesanstalt für LandwirtschaftErnährung und Markt → Milch- und Molkereiwirtschaft
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Statistik der Bayerischen Milchwirtschaft 2006

Zusammenfassung

Die bayerischen Milcherzeuger lieferten im Jahr 2006 insgesamt 6,97 Mio. t Milch und Rahm an Molkereien und selbstständige Milchsammelstellen. Gegenüber 2005 war dies ein Rückgang um 1,07 %. Durch zusätzliche Erfassung aus anderen Bundesländern hatten die Molkereien in Bayern 2006 eine Menge von 7,56 Mio. t zur Verfügung. Die Inhaltsstoffe der Anlieferungsmilch nahmen 2006 leicht ab. Der Fettgehalt sank auf 4,19 % und der Eiweißgehalt auf 3,46 %.
Ende 2006 gab es noch 119 Betriebsstätten mit Milchbe- bzw. -verarbeitung, die zu 83 milchwirtschaftlichen Unternehmen gehören. Ende 2006 gab es in Bayern 45.581 Milchlieferanten, folglich 4,1 % weniger als im Vorjahr.

Im Jahr 2006 hatten die Milcherzeugerpreise in Deutschland wie in der EU einen Tiefpunkt erreicht. Nach Schätzungen der ZMP wurden 2006 in der EU-25 im Durschnitt 26,50 Ct/kg bei 3,7 % Fett ausgezahlt, 0,9 Ct weniger als im Jahr zuvor.

Auszahlungspreise ab Erfassungsstelle in Bayern mit Abschlusszahlungen und Rückvergütungen bei 3,7% Fett- und 3,4% Eiweißgehalt

Auszahlungspreise ab Erfassungsstelle in Bayern

In Bayern war die betriebseigene Auszahlung ab Erfassungsstelle bei 3,7 % Fett und 3,4 % Eiweiß im Jahresdurchschnitt 2006 mit 27,52 Ct/kg um 0,40 Ct/kg niedriger als 2005. Unter Berücksichtigung von Abschlusszahlungen und Rückvergütungen, die im Jahr 2006 mit 0,52 Ct/kg ausbezahlt wurden, erhöht sich die Auszahlung ab Erfassungsstelle, ohne Mehrwertsteuer auf 28,04 Ct/kg. Die Gesamtauszahlung bei tatsächlichem Fett- und Eiweißgehalt einschließlich Mehrwertsteuer, Abschlusszahlungen und Rückvergütungen lag im letzten Jahr im Mittel bei 32,17 Ct/kg (Vorjahr: 32,80 Ct/kg).

Die Erfassungskosten der Molkereien und selbstständigen Milchsammelstellen lagen 2006 im Mittel bei 1,22 Ct/kg und sind damit im Vergleich zu 2005 um 0,01 Ct/kg gesunken, was auf weitere Optimierungsmaßnahmen der Molkereien bei der Erfassung zurückzuführen ist.

Auffallend bei der Herstellung von Milcherzeugnissen ist der hohe Zuwachs bei Joghurt- und bei Milchmischerzeugnissen. Bei Sahneerzeugnissen macht sich das erhöhte Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher in der abnehmenden Nachfrage bemerkbar. Die Produktion von ultrahocherhitzter und sterilisierter Konsummilch ging 2006 zurück. An Bedeutung gewann 2006 die Produktion von laktosefreier Milch für Menschen, die unter einer Milchzucker-Unverträglichkeit leiden.
Die Herstellung von Butter nahm im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 % ab. Markenbutter nimmt dabei nur noch einen Anteil von 59 % ein, Molkereibutter von 9 %.
Die Herstellung von Käse nahm um 3,6 % zu. Bei den einzelnen Käsegruppen waren die Veränderungen unterschiedlich. Der Spitzenwert in der Zunahme mit 16 % ist wieder bei Pasta filata zu verzeichnen, gefolgt von Weichkäse mit 6,1 %. Die Herstellung von Hartkäse nahm um 3,3 % ab.
Nach Angaben der ZMP stieg der Pro-Kopf-Verbrauch von Käse im Jahr 2006 auf 22,4 kg (Vorjahr 22,1 kg).
Die Herstellung von Trockenmilcherzeugnissen nahm nach einem deutlichen Anstieg 2005 im letzten Jahr wieder ab. Die Herstellmenge von Magermilchpulver fiel nach der hohen Produktionsmenge 2005 um 30 % unter den Wert von 2004 zurück. Die Herstellmenge von sonstigen Trockenmilcherzeugnissen, einschließlich des teilentrahmten Milchpulvers und Buttermilchpulvers, stieg um 23,3 %.

Nach vorläufigen Veröffentlichungen des Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung hat Bayern 2006 1,45 Mio. t Milch und Milcherzeugnisse (ohne Butter und Käse) im Wert von 956 Mio. Euro und zudem 12.000 t Butter sowie 351.000 t Käse ausgeführt. Das wichtigste Empfängerland für bayerische Milch und Milcherzeugnisse bleibt weiterhin Italien. Die Milch- und Rahmlieferungen nach Italien zur weiteren Be- und Verarbeitung beliefen sich 2006 auf rund 619.000 t, fielen damit um 2,9 % geringer aus als 2005.

Die Importe von Milch und Milcherzeugnissen (ohne Butter und Käse) nach Bayern stiegen 2006 auf 773.000 t im Wert von 396,3 Mio. Allein aus Österreich bezog Bayern rd. 339.000 t Milch und Milcherzeugnisse. Die Einfuhr an Butter sank geringfügig auf 17.900 t. Etwa 103.000 t Käse wurden 2006 importiert, ein Viertel davon aus Frankreich.

München, im September 2007

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Institut für Ernährungswirtschaft und Markt

Georg Stark
Direktor an der Landesanstalt für Landwirtschaft



Nachfolgende Links mit den detaillierten Informationen zum Herunterladen (PDF-Dateien):



Hinweise

  1. Die bislang unter dem Begriff „Erzeugnisse zum Frischverzehr“ aufgeführte Konsummilch sowie Sauermilch-, Kefir, Joghurt- und Milchmischerzeugnisse etc. werden als „Konsummilch und Milcherzeugnisse“ bezeichnet.
  2. Unter dem Begriff "Molkereien" bzw. „Molkereiunternehmen“ werden nur die milchbe- und/oder -verarbeitenden Betriebe zusammengefasst. Schmelzkäsewerke z. B. sind hier nicht mit enthalten.
  3. Für die Jahre ab 1996 sind in der Regel für Milchanlieferung, Rohstoffeingang, Rohstoffeinsatz, Herstellung von Konsummilch usw. nur noch Daten von bayerischen Molkereiunternehmen verfügbar.
  4. Mit dem In-Kraft-Treten der Verordnung über Meldepflichten der Milchwirtschaft (Milch Meldeverordnung) zum 1. Januar 1978 sind in den Angaben über die bayerische Milchwirtschaft ab 1978 auch die Daten der Betriebsstätte Neu-Ulm der Milchwerke Schwaben eG enthalten.
  5. Zu beachten ist, dass Änderungen der Erfassungsgebiete von Molkereien die Vergleichsmöglichkeiten zu den Vorjahren bei einer Reihe von Übersichten einschränken. Dies gilt sowohl für die einzelnen Regierungsbezirke als auch für Bayern.
  6. Bei Aufgliederung einer Gesamtheit in % kann die Summe der Einzelwerte wegen Rundens vom Wert 100 % abweichen. Eine Abstimmung auf 100 % erfolgt im allgemeinen nicht.



Oktober 2007
Ulrike Heyne
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Ernährung und Markt
Tel.: 089/17800-333 • Fax: 089/17800-332