Qualitätsvorernteschätzung für Speisezwiebeln 2017

Die Vorernteschätzung für Zwiebeln lässt im Jahr 2017 überdurchschnittliche Erträge erwarten. Im Durchschnitt sind 5,4 % der geernteten Zwiebeln wegen Mängeln nicht vermarktbar, es gibt aber große regionale Unterschiede. Insgesamt liegt eine ausgewogene und günstige Größenverteilung mit wenigen Untergrößen vor. Insgesamt ist mit einer gesamten Zwiebelernte etwa auf Vorjahresniveau zu rechnen.

Ziel

Die erfolgreiche Vermarktung von Speisezwiebeln setzt die Kenntnis der aktuellen Marktsituation voraus. Wesentlicher Einflussfaktoren auf den Zwiebelmarkt sind die verfügbaren Mengen (Anbaufläche, Ertrag) und die zu erwartende Qualität. Daher führt das Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte in Zusammenarbeit mit dem Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern e.V. (LKP) und den Erzeugerringen jährlich eine Vorernteschätzung durch. Die Vorernteschätzung soll wichtige, für die Vermarktung relevante, Informationen zeitnah zur Ernte bereitstellen und so für Erzeuger, Vermarkter und Verarbeiter eine Hilfe bei der Planung der Vermarktung und der Preisfindung sein.

Datenerhebung

Die Vorernteschätzung basiert auf der Datenerhebung auf 26 Flächen in den bayerischen Landkreisen mit der größten Zwiebelanbaufläche Deggendorf, Dingolfing-Landau, Regensburg und Straubing-Bogen. Dabei wurden die angebaute Sorte, der Frischertrag und die Größensortierung ermittelt, eine Bonitur der vorhandenen Mängel durchgeführt und daraus der vermarktbare Ertrag berechnet. Zusätzlich wurden Standortparameter wie die Bodenart und die Nährstoffversorgung des Bodens erhoben. Die Hochrechnung der verfügbaren Mengen basiert auf dem berechneten Marktertrag je ha und der bayerischen Zwiebelanbaufläche im Jahr 2017 (InVeKoS-Daten).
Wichtiger Hinweis: Die Erträge der Vorernteschätzung liegen meist 10 bis 20 % über der tatsächlichen Erntemenge, da ertragsmindernde Faktoren wie z.B. Feldränder oder Vorgewende nicht berücksichtigt werden. Zudem trocknen Zwiebeln nach der Ernte nochmals stark aus. Dieser Gewichtsverlust ist in den hier vorliegenden Analysen wegen zu großer Unsicherheiten nicht berücksichtigt.

Zwiebelanbau in Bayern im Erntejahr 2017

Im Jahr 2017 wurden in Bayern ca. 2.610 ha Zwiebeln (NC 633) angebaut, dies entspricht etwa dem Vorjahresniveau. Der Zwiebelanbau konzentriert sich dabei vor allem auf die niederbayerischen Ackerstandorte, daneben finden sich kleinere Anbauverdichtungen im westlichen Tertiär-Hügelland (DAH, FFB, A, DON) und in Unterfranken (WÜ, KT).

Ergebnisse

Gesamtüberblick über die Ergebnisse
2017 2016 Ø 2009 - 2017
Rohertrag frisch dt/ha 669 622 634
Mängel % 5,4 4,9 8,3
Größensortierung
< 40 mm % 1,2 1,2 1,9
40 - 50 mm % 10,9 6,6 8,6
50 - 60 mm % 25,9 23,1 26,5
60 - 70 mm % 31,1 39,9 32,1
> 70 mm % 25,7 24,3 22,8
Marktfähige Ware frisch dt/ha 626 584 569

Qualitätsschätzung

Wesentlicher Einflussfaktor für die Verwertbarkeit der Zwiebeln und damit auch auf die Vermarktbarkeit und Preisgestaltung ist der Anteil vorhandener Mängel.
Der Anteil an Gesamtmängeln beträgt 5,4 % vom Frischgewicht. Häufigste Mängel sind Erdbesatz oder Schloten (2,9 %), Schosser (0,7 %), äußere Beschädigungen und Fusarium (je 0,6 %).
In den Mängeln zeigen sich große standortabhängige Unterschiede, auf einzelnen Flächen sind über 13 % der Zwiebeln nicht vermarktbar. Hauptursache dafür sind Fäulnis und Schosser. Stärkerer Fusariumbefall zeigt sich nur auf Einzelflächen.

Ertrag

Als mittlerer Frischertrag wurden über alle Proben 669 dt/ha ermittelt. Ausgehend vom Rohertrag und den aufgeführten Mängeln sowie der Kaliber < 40 mm, die nur schwer vermarktbar sind, ergibt sich ein durchschnittlicher vermarktungsfähiger Ertrag von 626 dt/ha. Dieser liegt etwa 5 % über dem Durchschnitt bisheriger Vorernteschätzungen und 7 % über dem Vorjahresertrag.

Größensortierung

Auch die Größensortierung ist entscheidend. Im Lebensmitteleinzelhandel finden vor allem zu kleine Zwiebeln nur schwer Käufer, so dass sie der Handel nicht oder nur unter Preisabschlägen abnimmt. Kaliber < 40 mm sind nahezu nicht vermarktbar. Die Ergebnisse der Vorernteschätzung 2016 zeigen eine insgesamt ausgewogene Größensortierung.
Insgesamt zeigt sich eine weitgehend ausgeglichene Größensortierung, wobei der Anteil der Kaliber 40 – 50 mm deutlich höher ausfällt als in den Vorjahren.

Abschätzung der verfügbaren Menge

Ausgehend von der Anbaufläche in Bayern und der ermittelten vermarktbaren Ware ergibt sich eine zu erwartende Erntemenge von etwa 165.000 t. Damit stünden nur rund 4.000 t mehr Zwiebeln zur Verfügung, als im Vorjahr. Trotz des höheren Ertrags wurde die Anbaufläche nicht ausgeweitet.
Die tatsächliche Erntemenge und Qualität hängt aber stark von den Erntebedingungen ab. Diese werden maßgeblich durch die Witterung beeinflusst. Auch anhaltend warmes Wetter oder lange Regenperioden vor und beim Ernten beeinflussen die Rodequalität und die Lagerfähigkeit negativ. Schließlich ist noch die Qualität der Lagerhaltung entscheidend für die Haltbarkeit der Ware.
Die Qualitätsvorernteschätzung wird im Rahmen des Teilprojekts 9.2 der „Produktions- und Qualitätsoffensive“ von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und dem Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern e.V. (LKP) durchgeführt. Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten finanziert.

Kontakt
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte
Menzinger Str. 54
80638 München

Tel.: 089 17800-333
Fax: 089 17800-332
E-Mail: maerkte@lfl.bayern.de
Internet: www.lfl.bayern.de/iem Externer Link