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Optimierung der gesamtbetrieblichen Prozessqualität in ökologisch wirtschaftenden Ferkelerzeugerbetrieben
Ausgangssituation
In der ökologischen Ferkelerzeugung sind Anforderungen aus Fachrecht (§), EG-Öko-Verordnung, Cross Compliance (CC) und ggf. aus KULAP, Öko-Verbandsrichtlinien bzw. Öko-Qualität garantiert - Bayern, Qualitätssicherungssystemen und Direktvermarktung einzuhalten. Die Beschaffung aller notwendigen Information, deren Umsetzung und Einhaltung erfordern einen großen zeitlichen und teilweise auch finanziellen Aufwand.
Zielsetzung
Mit dem Forschungsprojekt soll eine Optimierung der gesamtbetrieblichen Prozessqualität (insbesondere im Hinblick auf die entsprechenden Dokumentationsanforderungen) erreicht werden. Prozessqualität (Prozesssicherheit) zielt in diesem Fall nicht auf eine Verbesserung der Produktionstechnik oder auf ökonomische Parameter ab. Vielmehr soll im gesamtbetrieblichen Produktionsablauf der Ferkelerzeugung die Einhaltung aller Auflagen sichergestellt werden. Mit Hilfe des Gesamtbetrieblichen Qualitätssicherungssystem für landwirtschaftliche Betriebe in Bayern (GQS-Bayern) soll der Landwirt bzw. hier speziell der Öko-Ferkelerzeuger in die Lage versetzt werden, seinen Betrieb effizient und zeitsparend überprüfen sowie verbessern zu können. Dies ist Beispielsweise bei der Vorbereitung auf Kontrollbesuche der Öko-Zertifizierungsstellen im Hinblick auf EG-Öko-VO, Verbandsrichtlinien von Bioland, Naturland, Demeter und Biokreis sowie Kriterien für das Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogramm Öko-Qualität garantiert - Bayern der Fall. GQS-Bayern kann somit einen Beitrag zu einem Kontrollbesuch ohne Beanstandungen leisten.
Methode
Für jeden der acht bayerischen „Projektbetriebe“ wird eine gesamtbetriebliche, betriebsspezifische Eigenkontrollcheckliste mit Ablageregister generiert und Vor-Ort abgearbeitet. Dazu bietet die Merkblattsammlung von GQS-Bayern Hilfestellungen und ergänzende Informationen im Internet.
Nach dem Bearbeiten der Checklisten und des Ablageregisters beurteilten die Landwirte mittels eines Fragebogens die Praxistauglichkeit von GQS-Bayern. Anregungen, Verbesserungsvorschläge und Hinweise der Landwirte halfen die Checklisten anzupassen und weiterzuentwickeln.
Zudem wurde eine spezielle Kurz-Checkliste für die Öko-Ferkelerzeuger erstellt, die sich auf diejenigen Kriterien konzentriert, die im Rahmen von CC-, Fachrechts- und EG-Öko-VO-Kontrollen am häufigsten beanstandet wurden.
Zusammenfassung
Knapp jeder vierte Ökobetrieb wird allein bei CC-Kontrollen sanktioniert. Ein beträchtlicher Anteil der Sanktionen könnte durch entsprechendes Management und Dokumentationen verhindert werden. Die acht am Teilprojekt "Prozessqualität" beteiligten bayerischen Öko-Ferkelerzeuger bewerteten GQS-Bayern nach der Erprobung hinsichtlich Verständlichkeit, Übersichtlichkeit und Umfang insgesamt mit der Note „gut“. Sie waren sich einig, dass GQS-Bayern sich zur Informationsbeschaffung, für die Vorbereitung auf Kontrollen und zur Verringerung der Gefahr von Sanktionen eignet. Keiner befand das System als für ihn verzichtbar. Etwa die Hälfte der Öko-Ferkelereuger benötigte zum Durchführen der Eigenkontrolle anhand der Gesamtchecklisten fremde Hilfe. Zum einen für spezielle Nachfragen, zum anderen aber auch wegen mangelnder Motivation, sich mit einer im Schnitt 63 Seiten umfassenden Checkliste inkl. Ablageregister alleine auseinander zu setzen.
Die Öko-Ferkelerzeuger-Gesamtcheckliste beinhaltet im Schnitt 744 Kriterien. Von den Kriterien werden 37 % durch Fachrechts-, 34 % durch CC-, 25 % durch EG-Öko-VO-, 8 % durch Verbands- und 2 % durch KULAP- Schnittstellen gefordert (6 % Schnittstellenüberschneidungen).
Das Ablageregister ist eine Zusammenfassung aller Dokumentationsanforderungen und beinhaltet im Durchschnitt der Öko-Ferkel-Ablageregister rund 100 Kriterien auf 6 Seiten. 44 % der Anforderungen zur Dokumentation kommen aus der EG-Öko-VO, 27 % aus CC, 24 % aus dem Fachrecht, 14 % aus den Verbänden und 7 % aus KULAP (16 % Schnittstellenüberschneidungen).
Die unterstützte Durchführung der Eigenkontrolle anhand der Checkliste und des Ablageregisters benötigte im Schnitt einen Zeitaufwand von zweieinhalb Stunden. Weit schneller und beliebter war die Bearbeitung der bei drei Betrieben getesteten nur 26 Seiten umfassenden speziellen „Ökocheckliste“ (nur mit EG-Öko-VO- und Verbandskriterien) ohne CC-, Fachrechts- und KULAP- Anforderungen.
Im Rahmen der CC-Analysen konnten zudem wertvolle Informationen für die künftigen CC-Beratungen im Ökobereich gewonnen werden.
Fazit
Abschließend ist festzustellen, dass GQS-Bayern für jeden Betriebstyp, speziell auch für Ökoferkelerzeuger eine umfassende, vollständige und betriebsindividuelle Eigenkontrolle über alle wesentlichen Anforderungen bietet. Zum anderen können aber auch spezielle Checklisten, z.B. nur mit CC- oder EG-Öko-VO- Anforderungen generiert und damit dem Landwirt situationsbezogen die richtige Informationsintensität geliefert werden. In Verbindung mit dem Ablageregister und der Merkblattsammlung stellt die GQS-Bayern-Checkliste eine gute Hilfestellung für Ökoferkelerzeuger zur Verbesserung der Prozessqualität (-sicherheit) dar.
Links
Öko-Ferkelerzeugung-Prozessqualität
- Vortrag von Johannes Enzler in Grub am 25.05.2011
Öko-Kurz-Checkliste - Speziell für Ökobetriebe mit Schweinehaltung
- Zusammenstellung häufiger Beanstandungen: EG-Öko-Verordnung, Fachrecht und Cross Compliance (576 KB, 2 Seiten)
GQS-Bayern: Gesamtbetriebliches Qualitätssicherungs-System für landwirtschaftliche Betriebe in Bayern
- betriebsindividuelle Checkliste, Ablageregister und Merkblattsammlung
Link zum interdisziplinären Forschungsprojekt "Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der ökologischen Ferkelerzeugung"
| Projektleitung: |
J. Enzler |
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| Projektbearbeitung: |
W. Karl |
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| Laufzeit Teilprojekt: |
04/2008 - 11/2009 |
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| Finanzierung: |
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten |
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| Übergeordnetes Projekt: |
Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der ökologischen Ferkelerzeugung in Bayern |
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Mai 2011
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Ernährung und Markt
Tel.: 089/17800-333 • Fax: 089/17800-332
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