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Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung
Bereich "Lebensmittelqualität/-sicherheit"
Grundbegriffe Qualitätssicherung/-management
In der LfL-Information "Qualitätsmanagement- und Qualitätssicherungssysteme in der Land- und Ernährungswirtschaft" werden wichtige Qualitätssysteme sowie deren zugrundeliegende rechtliche und privatwirtschaftliche Standards beschrieben. Zur besseren Verständlichkeit werden ergänzend die Grundbegriffe der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements systematisiert und praxisrelevant definiert.
Gesamtdokument zum Herunterladen
- (2. Auflage Juli 2009, 38 Seiten)
Faltblatt zu Begriffen aus der Qualitätssicherung
- (PDF-Format, 523 KB)
Abkürzungsverzeichnis Qualitätssicherung
Kurzinformationen (Faltblätter) zu verbreiteten Qualitätssicherungssystemen
Links zu Organisationen und Systemen in der Qualitätssicherung
Bereich "Soziale und gesellschaftliche Verantwortung"
Sozialstandards Ökolandbau
Naturland Sozialstandard
Naturland prüft seit der Kontrollperiode 2005 auch die sozialen Bedingungen, unter denen ökologische Lebensmittel erzeugt und verarbeitet werden, im Rahmen der Öko-Zertifizierung ab. Die Sozialrichtlinien regeln die Arbeitsbedingungen und den sozialen Umgang der Menschen, die auf den Naturland Betrieben im In- und Ausland leben und arbeiten.
Auszug Naturland Richtlinien Soziale Verantwortung
- Version 11/2009 (PDF, 4 Seiten)
BSCI-Verhaltenskodex
Die BSCI (Business Social Compliance Initiative) ist eine europäische, branchenübergreifende Initiative von Handelsunternehmen (in Deutschland u.a. Aldi, Lidl, Metrogroup, Rewe) und importorientierten Firmen. Mit dem BSCI-Verhaltenskodex sollen die Arbeitsbedingungen und das sozial verantwortliche Handeln der Teilnehmer in einer globalisierten Wirtschaft ermöglicht werden. Schwerpunkte des Verhaltenskodex sind beispielsweise Verbot von Diskriminierung, Kinder- und Zwangsarbeit sowie angemessene Löhne, Arbeitszeiten und -sicherheit. Mindeststandard sind nationale Vorschriften. Die praktische Umsetzung erfolgt durch unabhängige Audit- und Zertifizierungsstellen, die nach "SA 8000 - Social Accountability" anerkannt sind (siehe unten).
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SA 8000 - Social Accountability
Die weltweite und umfassende Norm SA 8000 für die Auditierung und Zertifizierung der sozialen Unternehmensverantwortung wurde von der SAI entwickelt und eingeführt. Die SAI ist eine privatwirtschaftliche Stakeholder-Organisation aus interessierten Firmen, Verbänden u.a.. Zielsetzung des Standards SA 8000 sind faire Arbeitsbedingungen und die Gewährleistung des Gesundheitsschutzes. Er basiert auf einer Vielzahl bestehender internationaler Dokumente über Menschenrechte, der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der UN-Konvention zu den Rechten der Kinder.
Internationaler Standard SA 8000
- englisch
Wesentliche Inhalte SA 8000
- IEM-Fachinformation
GRASP - GLOBALGAP Risk Assessment on Social Practice
Nach ca. fünf Jahren Absprachen und intensiver Diskussion in über 20 Ländern auf fünf Kontinenten veröffentlichte GLOBALGAP mit seinen Partnern GTZ, Coop, Edeka, Lidl, Metro AG und Migros das GRASP-Modul (GLOBALGAP Risk Assessment on Social Practice) zur sozialen Verantwortung.
GRASP - GLOBALGAP Risk Assessment on Social Practice
Flyer GRASP
- GLOBALGAP c/o FoodPLUS GmbH
Zertifizierungsstandards für Islam-konforme Lebensmittel
Weltweit leben 1,5 Milliarden Muslime. Für Lebensmittel, die den Speise-, Trink- und Schlachtvorschriften des Islam („Halal-Food“) entsprechen, wird auch in Deutschland und Europa ein steiles Wachstum prognostiziert. Um Chancen auf heimischen und internationalen Märkten zu nutzen, stellt sich für die Land- und Ernährungswirtschaft in Deutschland die Aufgabe, Lebensmittel in den Verkehr zu bringen, die auf der einen Seite den rechtlichen Anforderungen genügen, auf der anderen Seite den religiösen Grundsätzen der Muslime gerecht werden. Aufgrund dessen werden in Deutschland zunehmend privatwirtschaftliche Standards angeboten, mit denen neutrale Kontrollinstitutionen unter Beteiligung muslimischer Autoritäten „Muslim-konforme“ Lebensmittel zertifiziert werden können. Die „Halal-Zertiifzierung“ kann das Vertrauen in konforme Produkte stärken.
Halal-Food-Standards
- IEM-Fachinformation
Mit Halal-Food neue Märkte erschließen
- IEM-Veröffentlichung
Zertifizierungsstandards für koschere Lebensmittel
Die jüdischen Ernährungsvorschriften bzw. Speisegesetze (Kaschrut) haben ihr Fundament in der Tora und gehen weit ins Altertum zurück. Sie legen die Regeln fest, welche Lebensmittel für jüdische Gläubige erlaubt - also koscher - und welche Produkte nicht erlaubt (treife) sind.
Damit die "Koscher-Konformität" bei der Lebensmittelherstellung objektiv sichergestellt werden kann und koschere Produkte eindeutig und nachvollziehbar gekennzeichnet werden, wurden weltweit von zahlreichen jüdischen Glaubensgemeinden und Rabbinaten Zertifizierungsstandards geschaffen. Diese stellen oftmals eine Voraussetzung für die Vermarktung von koscheren Lebensmitteln dar.
Zertifizierungsstandards für koschere Lebensmittel
- IEM-Fachinformation
Bereich "Umwelt und Nachhaltigkeit"
Umweltmanagementsysteme
Seit den 90 er Jahren werden verstärkt Normen zum Umweltmanagement entwickelt, um betriebliche Umweltschutzaspekte in das Management eines Unternehmens zu integrieren. Sie dienen zur Sicherung einer nachhaltigen Umweltverträglichkeit der betrieblichen Produkte und Prozesse sowie entsprechender Verhaltensweisen der Mitarbeiter.
DIN EN ISO 14.001 ff.
Die DIN EN ISO 14.001 ff. ist eine weltweit anerkannte Norm für betriebliches Umweltmanagement. Bei allen betrieblichen Aufgaben und Prozessen sowie firmenpolitischen Entscheidungen wird der Umweltschutz gezielt einbezogen. Durch eine Zertifizierung auf Basis dieser Norm kann ein Unternehmen nachweisen, dass es sich umweltgerecht verhält.
DIN EN ISO 14.001 ff.
- IEM-Fachinformation
Deutsche Website zur DIN EN 14.001 ff.
EMAS
Die EMAS-Verordnung (Öko-Audit-Verordnung, VO (EG) Nr. 761/2001) wurde von der EU entwickelt, um Organisationen die freiwillige Beteiligung an einem anerkannten System aus Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung zu ermöglichen. EMAS (Eco Management and Audit Scheme), auch bekannt als EU-Öko-Audit, misst der Eigenverantwortung der Wirtschaft bei der Bewältigung ihrer direkten und indirekten Umweltauswirkungen eine entscheidende Rolle zu.
EMAS
- IEM-Fachinformation
Eco-Management and Audit Scheme
- EMAS-homepage (deutsch)
Beteiligung an EMAS in Deutschland nach Branchen
- Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Januar 2009
Nachhaltigkeitssysteme
Gegenwärtig sind „Nachhaltigkeits-Zertifizierungssysteme“ für den Bereich der Biomasse/Biokraftstoffe in der Praxis eingeführt, die sich auf bestimmte Umweltaspekte beschränken. Im Sinne dauerhafter Wirtschaftsweisen werden aber zunehmend umfassende Nachhaltigkeitskonzepte, die zahlreiche soziale, ökonomische und ökologische Faktoren integrieren, entwickelt und für landwirtschaftliche Betriebe angeboten.
Nachhaltigkeits-Zertifizierungssysteme für flüssige Biomasse zur Stromerzeugung und für die Biokraftstoffproduktion
Nachhaltigkeits-Zertifizierungssysteme für flüssige Biomasse zur Stromerzeugung und für die Biokraftstoffproduktion, national umgesetzt durch die BioSt- und Biokraft-Nachhaltigkeitsverordnungen, beschränken sich auf ökologische Vorgaben bezüglich der Umweltverträglichkeit. Hauptziel ist der Nachweis, dass durch deren Einsatz die Treibhausgase um 35 % (ab 2017: 50 % 2018: 60%) gesenkt sowie für deren Produktion keine Flächen mit hohem Wert für die Natur und für die biologische Vielfalt verwendet werden.
Weitere Informationen und Unterlagen
Bewertungssysteme zur Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Betriebe
In Deutschland können sich landwirtschaftliche Betriebe mittlerweile nach dem „Kriteriensystem nachhaltige Landwirtschaft“ (KSNL) oder dem DLG-Nachhaltigkeitsstandard „Nachhaltige Landwirtschaft – zukunftsfähig“ (DLG-NHS; derzeit nur für Ackerbau) ihre Wirtschaftweise bezüglich ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit bewerten und zertifizieren lassen. Beide Bewertungssysteme analysieren mit wissenschaftlich abgeleiteten, objektiv belegbaren Indikatoren ein umfassendes Nachhaltigkeitsprofil des Betriebes. Innerbetriebliches Ziel ist das Erkennen vermeidbarer Schwächen und ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess in allen Management- und Bewirtschaftungsmaßnahmen. Durch die Zertifizierung können beide Systeme die Außendarstellung und somit die Imageverbesserung gegenüber Handel, Banken, Verpächtern oder Behörden unterstützen. Das KSNL-System kann zudem Entscheidungshilfen für die Agrarpolitik liefern und als Instrument für Ausbildung und Beratung dienen.
November 2011
Josef Schnell, Sylvia Haaser-Schmid, Florian Schlossberger
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Ernährung und Markt
Tel.: 089/17800-333 • Fax: 089/17800-332
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