Angeln in Bayern

Angler steht an einem Baggersee

Angler am Baggersee

Wer den Fischfang ausüben möchte, muss einen auf seinen Namen lautenden Fischereischein bei sich führen (Art. 57 BayFiG). Der Fischereischein setzt fundierte Sachkenntnisse voraus, die im Rahmen der Staatlichen Fischerprüfung oder einer Ausbildung zum Fischwirt erworben werden.

Wer nicht selbst Inhaber oder Pächter eines Fischereirechtes ist, benötigt darüber hinaus auch eine privatrechtliche Erlaubnis, den Fischereierlaubnisschein (Angelkarte) - um in einem Gewässer angeln sowie Fische, Krebse und Muscheln entnehmen zu dürfen.

Das bayerische Fischereigesetz (BayFiG) und seine Ausführungsverordnung (AVBayFiG) geben den rechtlichen Rahmen vor, den es bei der Ausübung der Angelfischerei einzuhalten gilt.
Fischereischein
Der Fischereischein stellt die öffentlich-rechtliche Genehmigung zur Fischereiausübung dar. Er bestätigt seinem Inhaber die zur Ausübung der Fischerei erforderlichen Kenntnisse vom Umgang mit den aquatischen Lebewesen und dem ordnungsgemäßen Verhalten am Gewässer.

Als Fischereischein wird nur der in Bayern oder in einem anderen Bundesland ausgestellte Schein anerkannt. Außerhalb der BRD erworbene Befähigungsnachweise sind nicht gleichgestellt. Ausnahmen bestehen für Vertriebene und Spätaussiedler aus Polen und Bulgarien. Deren dortiger Befähigungsnachweis ist als gleichwertige Qualifikation anerkannt. Ebenso ist die von den US-Streitkräften in der Bundesrepublik Deutschland durchgeführte Fischerprüfung der bayerischen Prüfung gleichgestellt.

Der Fischereischein wird auf Antrag mit unbeschränkter Geltungsdauer (Fischereischein auf Lebenszeit) von der jeweiligen Wohnsitzgemeinde erteilt. Ab vollendeten 10. bis vor Vollendung des 18. Lebensjahrs kann der Jugendfischereischein ohne Prüfung erworben werden. Er berechtigt lediglich zum Fang von Fischen in verantwortlicher Begleitung eines volljährigen Fischereischeininhabers.

Volljährige Personen ohne Wohnsitz in Deutschland und ohne Nachweis der hiessigen Fischerprüfung oder einer gleichgestellten Prüfung erhalten einen Jahresfischereischein. Dieser berechtigt zur Ausübung der Fischerei für höchstens drei vorher bestimmte Monate innerhalb eines Jahres.

Von der Prüfungspflicht ausgenommen sind Berufsfischer, Fischwirtinnen und Fischwirte in Ausbildung ab der Zwischenprüfung, Mitglieder diplomatischer und berufskonsularischer Vertretungen und deren Angehörige, sowie Personen mit einer nachgewiesenen geistigen, seelischen oder körperlichen Behinderung. Letztere erhalten allerdings nur den Fischereischein B, der zur Ausübung des Fischfangs in verantwortlicher Begleitung eines volljährigen Fischereischeininhabers berechtigt.
Angelfischer auf Boot
Fischereierlaubnisschein
Der Inhaber oder Pächter eines Fischereirechts hat damit auch die privatrechtliche Erlaubnis zur Ausübung der Fischerei. Als Fischer ohne Fischereirecht erwirbt man mit dem Fischereierlaubnisschein (Angelkarte) die Berechtigung zeitlich befristet oder inhaltlich eingeschränkt das Fischereirecht auszuführen.

Die zuständige Kreisverwaltungsbehörde oder der jeweiligen Fachberatung für Fischerei genehmigen die Scheine abhängig vom jeweiligen Gewässer. Dabei wird die Anzahl möglicher Erlaubnisscheine auf der Grundlage gewässerbiologischer Kenntnisse gutachterlich festgestellt.

Erlaubnisscheine werden vom Eigentümer oder Pächter des Fischgewässers an Personen ausgegeben, die im Besitz eines gültigen Fischereischeines sind.

Informationen für den Verkauf von Erlaubnisscheinen (Stand April 2016) pdf 345 KB