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Fischartenkartierung

Veränderungen der Wasserqualität, der strukturellen Eigenschaften des aquatischen Lebensraumes sowie dessen Nutzung durch den Menschen haben in den vergangenen Jahrzehnten zu einer arten- und zum Teil auch zahlenmäßigen Verarmung der Fische, Krebse und Muscheln geführt. Es bestand daher die Notwendigkeit, sowohl für die Erstellung und Umsetzung fundierter Arten- und Biotopschutzkonzepte, als auch als Vergleichsbasis für spätere Untersuchungen aktuelle Informationen über die Zusammensetzung der heimischen Fisch-, Krebs- und Muschelbestände sowie über den Zustand ihrer Lebensräume zu erheben. Aus diesem Grund hat das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten in den Jahren 1989 – 1997 eine flächendeckende Fischartenkartierung in den Fließgewässern Bayerns veranlasst. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit von den Fachberatungen für das Fischereiwesen der Bezirke und dem jetzigen Institut für Fischerei durchgeführt, wobei letzteres darüber hinaus für die Koordination des Projektes verantwortlich war. In dem Untersuchungszeitraum von knapp 9 Jahren wurde bayernweit in 2.834 repräsentativen Gewässerstrecken (insgesamt 712 km) das Fischarteninventar mit Hilfe der Elektrofischerei qualitativ und quantitativ erhoben, sowie die Qualität der jeweiligen Lebensräume kartiert.

Befischung eines kleinen Baches mit Hilfe eines tragbaren Elektrofischfanggerätes

Nach Auswertung der flächenbezogenen Daten und der Publikation der Ergebnisse im Jahr 2000 werden nun gezielte Einzelprojekte im Sinne des Fischartenschutzes verfolgt. So wird beispielsweise im Rahmen eines Schwerpunktthemas der Nachweise von bedrohten Kleinfischarten und Fischarten aus Anhang II der FFH-Richtlinie geführt, um die Reproduktionskapazität der Bestände zu beurteilen. Als ein weiteres Schwerpunktthema wird die Erfolgskontrolle von Renaturierungsmaßnahmen hinsichtlich der Verbesserung der Lebensraumqualität für Fische anhand von Fallbeispielen aufgezeigt.



Februar 2009
Dr. E. Leuner
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Fischerei
Tel.: 08151/2692-121 • Fax: 08151/2692-170