Über uns - Institut für Fischerei

Die Binnenfischerei Bayerns umfasst die Bereiche Fluss- und Seenfischerei sowie Fischhaltung und Fischzucht. Für die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen, aber auch künstlich angelegter Gewässer gilt der Auftrag des Fischereigesetzes zur Hege. Ihr Ziel ist die Erhaltung eines dem Gewässer angepassten, artenreichen und gesunden Fischbestandes sowie die Sicherung standortgerechter Lebensgemeinschaften. Auf dieser Grundlage können Berufs- und Angelfischer die natürlichen Fischerträge abschöpfen.
In der Karpfen- und Forellenteichwirtschaft sowie in speziellen Haltungssystemen werden verschiedene Fischarten für den Konsum und den Besatz von Gewässern erzeugt. Dabei ist auch der Aufzucht bedrohter Arten besonderes Augenmerk gewidmet.
Bayern ist das binnenfischereilich bedeutendste Bundesland. Mehrere tausend bayerische Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe liefern etwa ein Drittel der Fischmengen aus der Karpfen- und Forellenwirtschaft in Deutschland. Ebenso liegt der Ertragsanteil der Berufs- und Angelfischerei bei etwa einem Drittel des deutschen Gesamtfangs.

Aufgaben

Die Arbeit des Instituts für Fischerei dient den Zielen:

die natürlichen Lebensgrundlagen und die biologische Vielfalt im aquatischen Bereich nachhaltig zu sichern und zu verbessern,

die Bevölkerung mit dem hochwertigen Lebensmittel Fisch zu angemessenen Preisen zu versorgen,

leistungsfähige heimische Unternehmen der Binnenfischerei zu stützen,

die traditionelle Fischereiausübung durch Angler als sinnvolles Naturerleben zu gewährleisten.

Vorherige Nächste
Hierfür sind Strategien zur fischereilichen Bewirtschaftung der Gewässer und umweltfreundliche Technologien für die Fischproduktion zu entwickeln. Um die fischereiökologischen und fischereiwirtschaftlichen Ziele zu erreichen, hat das Institut die Aufgabe, Ergebnisse aus der angewandten Forschung in Ausbildung und Beratung umzusetzen.

Arbeitsschwerpunkte

  • Langzeituntersuchungen zur Bestandsentwicklung und Populationsdynamik der Renken in Voralpenseen (Alterszusammensetzung, Wachstum, Bestandsdichte, Erstellung von Bewirtschaftungskonzepten)
  • Kartierung von Fischbeständen in natürlichen Gewässern (Aufbau eines Fischartenkatasters, Nachweis bedrohter Arten, Charakterisierung des Lebensraumes)
  • Erarbeitung von Grundlagen zur fischereilichen Bewirtschaftung und zum Pachtwert von Gewässern (Verpachtung staatlicher Fischereirechte)
  • Beurteilung der Auswirkungen fischfressender Vögel (Erhebung zur Situation der Fischbestände, Einfluss von Kormoran und Gänsesäger)
  • Erprobung spezieller Fischereitechniken (technologische und wirtschaftliche Bewertung)
  • Förderung und Weiterentwicklung der Be- und Verarbeitung von Fischen (Verwertung grätenreicher Weißfische)
  • Erzeugung von Karpfen als hochwertiges Nahrungsmittel (Analysen der Fischkörper, Fütterungsversuche mit verschiedenen Futtermitteln, Einfluss der Besatzdichte auf die Fischqualität)
  • Sicherung der Erzeugung in der Karpfenteichwirtschaft (Verbesserung der Fortpflanzungstechnologie, Fütterungsversuche zur Aufzucht, Aufzucht von Nebenfischen wie Zander, Hecht, Schleie u.a., Medikamenteneinsatz gegen Parasiten und Krankheiten)
  • Umweltgerechte Erzeugung (Bilanzierung der teichwirtschaftlich bedingten Nährstoff- und Sedimentfrachten, Minderung der Belastung des Vorfluters, Aufzucht bedrohter Kleinfischarten)
  • Einsatz von produktionssteigernden und arbeitssparenden Geräten (Entwicklung von Bodenbearbeitungsgeräten sowie Abfischeinrichtungen)
  • Verbesserung der Vermarktung (Erstellen von Marketingkonzepten, Entwicklung von Fischvermarktungsmethoden)
  • Entwicklung hochwertiger Futtermittel zur sicheren Produktion von Forellen mit hoher Nahrungsmittelqualität (Futtermitteltests im Hinblick auf Futterverwertung und Fleischqualität, Entwicklung neuer Rezepturen, novel food)
  • Verfahren der Wasserkonditionierung zur Sicherung guter Wasserqualität für die Fischaufzucht (Entgasung, Sauerstoffzufuhr, pH-Wert-Regulierung, Auswirkungen auf die Fischgesundheit)
  • Verminderung der Emissionen aus Forellenteichanlagen (Entwicklung praxistauglicher Verfahren: Sedimentationsanlagen, Einrichtungen zur Filtration, Pflanzenkläranlagen)
  • Effektivität und Wirtschaftlichkeit in der Fischverarbeitung und -vermarktung (Erprobung moderner Fischverarbeitungs- und -veredelungsgeräte)
  • Einsatz produktionssteigernder und arbeitssparender Geräte sowie biotechnischer Maßnahmen (Wirtschaftlichkeit und Arbeitsproduktivität, Wasserkonditionierung und Behandlung der Fische)

Dienstleistungen und Hoheitsaufgaben

  • Gutachten und Stellungnahmen als Entscheidungsgrundlage für Behörden und Gerichte
  • Fachliche Mitwirkung im Vollzug europäischer Fischereiförderung
  • Vollzug bayerischer Fischereiförderungsprogramme
  • Spezialberatung in Fischereifragen mit besonderer oder überregionaler Bedeutung
  • Vollzug der Staatlichen Fischereiprüfung in Bayern
  • Zuständige Stelle für den Ausbildungsberuf Fischwirt (Anerkennung der Ausbildungsstätten und Ausbilder, Durchführung der überbetrieblichen Ausbildung, Abschluss- und Meisterprüfung - länderübergreifend)
  • Fischereispezifische Prüfungen (z.B. Fischereiaufseher, Elektrofischerei)
  • Weiterbildung in allen Bereichen der Gewässerbewirtschaftung
  • Ausbildung von Auszubildenden im Bereich der Fischerei und Hauswirtschaft
  • Mitarbeit in nationalen und internationalen Fachgremien (z.B. Bevollmächtigten-Konferenz für die Bodenseefischerei, verschiedene Wissenschaftliche Beiräte)

Leitung des Instituts

Portrait Dr. Helmut Wedekind, Leiter des Instituts für Fischerei
  • Dr. Helmut Wedekind

Kontakt

Institut für Fischerei (IFI)

Telefon:
08151 2692-121

Fax:
08151 2692-170

E-Mail:
Fischerei@LfL.bayern.de

Adresse:
Weilheimer Str. 8
82319 Starnberg

Anfahrt