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Gute-Hygiene-Praxis beim Waschen

Einwandfreie Wäsche ist Bestandteil eines attraktiven Erscheinungsbildes von jedem Privat- oder Großhaushalt, von landwirtschaftlichen Haushalten mit einer Einkommenskombination wie Direktvermarktung, Urlaub auf dem Bauernhof oder einem bäuerlichen Gastronomiebetrieb. Kunden assoziieren hygienisch einwandfreie Wäsche mit "Weiß" oder "Hell". Plötzlich ist aber Weiß nicht mehr Weiß. Im Laufe der Zeit vergraut die Wäsche. Um dies zu verhindern, wurden in der Vergangenheit viele Hausmittel oder kreative Methoden zur Wäschebleiche eingesetzt. Heute sind diese überholt. An ihrer Stelle gibt es eine Reihe von geeigneten Wirkstoffen.

Bleichen der gesamten Wäsche in der Waschmaschine?

Die "Kochwäsche" wird normalerweise mit einem Vollwaschmittel gewaschen, das spezielle Bleichsubstanzen enthält, so dass ein normaler Waschvorgang auch zum Bleichen von Flecken ausreicht. Bei Kurzwaschvorgängen können diese Bleichmittel unter Umständen nicht voll ausgenutzt werden, so dass der "Weißgrad" der Wäsche leidet. Soll weiße und helle Feinwäsche auch dauerhaft ihren Weißgrad behalten, muss sie mit einem Spezialwaschmittel für weiße Feinwäsche mit entsprechendem Bleichmittel gewaschen werden, denn "normale" Bunt- und Feinwaschmittel enthalten keine Bleichmittel.

Bleichmittel haben jedoch nicht nur für eine sichere Bleichwirkung zu sorgen, vielmehr sollen sie auch farbige Rückstände von Flecken auf Textilien zersetzen oder sie einfach bleichen.

Fleckentfernung beim Waschen mit Fleckenmitteln

Schwarztee-, Saft- und Rotweinrückstände gehören beispielsweise zu den Flecken, die "gebleicht" werden müssen, sollen sie nach dem Waschen nicht mehr auf den Textilien sichtbar sein. Beim Waschen von Bunt- oder Feinwäsche mit solchen Flecken kann der Einsatz von Fleckenmitteln zusätzlich zum Bunt- oder Feinwaschmittel sinnvoll sein.

Flecken von Schwarztee auf einer weißen Bluse aus Mischgewebe machen diese unansehnlich. In einem Praxistest hat sich gezeigt, dass beim Waschen mit einem Fleckensalz – zusätzlich zu einem flüssigen Waschmittel für farbige Textilien dosiert - solche Flecken stark ausbleichen, nicht nur bei der Bluse, sondern auch auf Baumwoll-T-shirts.

Im Gegensatz dazu lässt sich ein Kakaofleck mit dem Fleckensalz in der Waschmaschine zwar noch auf Baumwollstoffen einigermaßen gut bleichen, auf Polyestergewebe bleibt er dagegen nach dem Waschen noch gut sichtbar. Genauso verhält sich die Wirkung des Fleckensalzes bei einem Traubensaftflecken.

Wird bei gleichen Waschbedingungen anstelle eines Fleckensalzes ein Fleckenmittel in Gel-Form eingesetzt, dann ist die "Aufhellung" der Fleckenrückstände erheblich geringer. Zwar sind bei den Baumwollstoffen noch geringfügige Aufhellungen bemerkbar, beim Mischgewebe verändert sich durch das Waschen wenig.

Das Hantieren mit einem Fleckenspray erscheint noch komfortabler zu sein. Setzt man dieses bei gleichem Waschverfahren der Wäsche zu, bleibt die Wirkung des Fleckensprays hinter der vom Fleckensalz zurück, überholt jedoch die Wirkung vom Fleckengel.

Vorbehandlung von Flecken

Tauchen auf Kleidungsstücken oder Wäscheteilen, die in der Waschmaschine gewaschen werden können, nur örtlich begrenzt Flecken auf, dann sind diese möglichst auch örtlich begrenzt – d.h. außerhalb der Waschmaschine - zu behandeln. Das Fleckenmittel in Form vom Gel oder Spray wird örtlich begrenzt vor dem Waschen auf die verfleckten Teile aufgebracht. Eine ausreichende Einwirkzeit, insbesondere beim Einsatz des Fleckengels, sichert den Wascherfolg. Soll ein ganzer Wäscheposten beim Waschen in der Waschmaschine seinen Grauschleier verlieren, kann der gelegentliche Einsatz eines Fleckensalzes zum Waschmittel hilfreich sein.

Fazit

Grundsätzlich sind Vollwaschmittel – vor allem Tabs – so wirksam, dass normale Flecken nach dem Waschen nicht mehr sichtbar sind. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich hohe Schmutzbelastungen auf der Wäsche auf die Bleichwirkung auswirken, denn auch der Prozess der Schmutzentfernung profitiert von der "Sauerstoffbleiche". Flüssig-Waschmittel bewirken verständlicherweise aufgrund des Mangels an einer "Sauerstoffbleiche" einen unzufriedenstellenden "Weißgrad" heller oder weißer Wäsche. Die Unterschiede zeigen sich sicherlich erst beim längerfristigen Waschen in der Praxis mit ein und demselben Waschmittel deutlich.

Beim Waschen verfleckter, heller Bunt- und Feinwäsche kann der Einsatz von Fleckenmitteln sinnvoll sein, am besten als Fleckensalz im Waschprozess selbst oder als Fleckengel zur Vorbehandlung verfleckter Wäscheteile.



Hinweise zur nachhaltigen Wäschepflege gibt das Faltblatt "Weniger Chemie bei der Wäschepflege".

Weniger Chemie bei der Wäschepflege



September 2009
Dr. Paula Weinberger-Miller
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Ländliche Strukturentwicklung, Betriebswirtschaft und Agrarinformatik
Tel.: 089/17800-111 • Fax: 089/17800-113