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Etablierung und Validierung hoch sensitiver PCR-basierter qualitativer und quantitativer Verfahren sowie Erarbeitung von Grundlagen für ein effizientes Monitoring des Gerstengelbverzwergungsvirus und des Weizenverzwergungsvirus und deren Vektoren
Projektbeschreibung
- Projektleitung: Dr. L. Seigner, IPS 2c, S. Weigand, IPS 3a/c, Dr. U. Benker, IPS 2d, Dr. M. Zellner, IPS 3d
- Projektbearbeitung: Nadine A. Gund
- Laufzeit: Mai 2010 bis Dezember 2013
- Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten
- Kooperation: Pflanzenschutzdienste der Länder
Problematik
Das Auftreten des Gerstengelbverzwergungsvirus (Barley yellow dwarf virus, BYDV) in Deutschland ist schon seit mehreren Jahrzehnten belegt. Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre verursachte BYDV in Deutschland vor allem in Weizen beachtliche wirtschaftliche Schäden. Das Weizenverzwergungsvirus (Wheat dwarf virus, WDV) wurde Ende der 1980er Jahre zum ersten Mal in Deutschland entdeckt und tritt – wie auch eigene langjährige Untersuchungen belegen - zusammen mit dem BYDV alljährlich auf.
Die Problematik mit den Verzwergungsviren scheint sich in den letzten Jahren jedoch zu verschärfen. Eine wesentliche Rolle dabei spielte die oftmals praktizierte Vorverlegung des Aussaattermins im Herbst. Dazu kommt, dass - einhergehend mit dem sich allmählich vollziehenden Klimawandel mit häufigeren, verlängerten trocken-warmen Perioden insbesondere im Herbst und dem damit verbundenen verlängerten Flugperioden der Vektoren - das Befallsrisiko für insektenübertragbare Viruskrankheiten in den jungen, empfindlichen Getreidebeständen zunimmt und die Gefahr erheblicher Ertragsverluste, wie zuletzt im Jahr 2008, steigt.
Schäden durch Verzwergungsviren sind stark abhängig vom Vorhandensein etwaiger Virusreservoirs (Ausfallgetreide!), vom Saattermin und Infektionszeitpunkt, von der Sorte, vom Vektorenaufkommen und speziell bei BYDV vom Virus-Stamm. Wintergetreide ist meist stärker als Sommergetreide betroffen. Die Verluste bei Hafer sind meist am stärksten, bei Roggen am geringsten. Mais ist durchaus eine Wirtspflanze speziell für BYDV, der Schaden an Mais ist bislang jedoch unwesentlich, da die meisten Sorten hochtolerant sind. Mais kommt hingegen aus epidemiologischer Sicht Bedeutung zu, können doch vom grün geschnittenen Silomais Vektoren in benachbarte Getreidebestände einfliegen und dort primäre Infektionen setzen.
Im Gegensatz zu den bodenbürtigen Viren ist das Auftreten der durch Insekten übertragenen Viren eng mit dem witterungsabhängigen Auftreten der tierischen Vektoren gekoppelt, sodass diese Viren nicht in jedem Jahr und nicht in allen Regionen in ertragsrelevantem Umgang auftreten. Da sich die Biologie der Vektoren - also der entsprechenden Blattläuse und Zikaden - unterscheiden, treten BYDV und WDV nicht mit gleicher Abundanz in Erscheinung, somit verlaufen auch die durch diese Viren verursachten Schädigungen nicht parallel.
Anders als die bodenbürtigen Viren des Getreides können die insektenübertragenen Viren durch Pflanzenschutzmaßnahmen, die sich gegen die Vektoren richten, d. h. durch optimal terminierte Insektizidmaßnahmen oder bei Frühsaaten durch Saatgutbeizung, indirekt bekämpft werden. Ziel kann und darf es dabei keinesfalls sein, jede einfliegende, potenziell Viren-übertragende Blattlaus zu bekämpfen, sondern vielmehr gilt es, pflanzenbauliche Maßnahmen zur Schadensbegrenzung auszunutzen (keine verfrühten Aussaaten) und den Pflanzenschutzmitteleinsatz möglichst gering zu halten, in Abhängigkeit vom zu erwartenden Befallsdruck die Ausbreitung der primären Befallsherde wie auch das Abwandern der Vektoren auf andere Bestände zu verhindern und so das Schadensausmaß zu begrenzen.
Zielsetzung
Im Rahmen des Projekts soll eine Strategie erarbeitet werden für ein effektives Monitoring des Gerstengelbverzwergungsvirus und des Weizenverzwergungsvirus und deren Vektoren zur frühzeitigen Abschätzung des bestehenden Befallsrisikos. Dieses Monitoring soll eine auf ihre Notwendigkeit ausgerichtete, gezielte und erfolgreiche Vektorenbekämpfung unter besonderer Berücksichtigung bayerischer Standort- und Produktionsbedingungen ermöglichen. Die Entwicklung geeigneter Montitoringsysteme für die genannten Viren und deren Vektoren sowie die Erarbeitung und Optimierung von PCR-basierten qualitativen und quantitativen, für den Einsatz in der Routine geeigneten Nachweisverfahren für BYDV und WDV in Pflanzen und Vektoren ist hierfür eine Grundvoraussetzung.
Ergebnisse
Ergebnisse liegen noch nicht vor.
März 2010
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenschutz
Tel.: 08161/71-5651 • Fax: 08161/71-5735
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