Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
weiter zur Themennavigation|
LfL - Pflanzenschutz: Logo mit Link zu Startseite| Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft |
Wappen mit Link auf die Startseite des StMELF|
Kopfnavigation: weiter zur Position im Verzeichnisbaum|
Position im Verzeichnisbaum: weiter zum Inhalt|
Landesanstalt für LandwirtschaftPflanzenschutz → Pflanzenschutz Gartenbau
Inhalt: zurück zum Seitenanfang|

Rosen

Viele Gartenbesitzer wünschen sich ein prächtiges Rosenbeet oder ein üppiges Rosenspalier. Doch nicht immer ist die Freude ungetrübt. Rosen sind oft anspruchsvolle Gäste im Garten. Deshalb sind besondere Kenntnisse zu ihrer Pflege notwendig.

Schädlinge

Rosenäpfel, Rosengallwespe (Rhodites rosae)

Gallen, auch Rosenäfel genannt, mit Auswüchsen verursachr durch die Rosengallwespe - im Innern leben in kleinen Hohlräumen Larven. Die Gallen, auch Rosenäpfel genannt,

Schadbild

An den Trieben und seltener auch an den Blättern von Wildrosenarten finden sich mit vielen grünen, oft gelblich oder rötlich angehauchten Auswüchsen besetzte Gallen. In ihrem Innern leben in kleinen Hohlräumen zahlreiche weißliche Larven. Die Gallen, auch Rosenäpfel genannt, werden durch die Rosengallwespe verursacht.


Rosenäpfel, Rosengallwespe

Biologie

Die Rosengallwespen legen im Frühsommer ihre Eier an die Spitzen junger Triebe, wo sich dadurch neue Gallen bilden. In den Gallen entwickeln sich die Larven, die hier auch überwintern, sich im Frühjahr darin verpuppen und bald danach als vollentwickelte Tiere schlüpfen.

Vorbeugung und Bekämpfung

Der Befall der Rosengallwespe muss meist nicht bekämpft werden. Bei starkem Befall werden die Gallen weggeschnitten und vernichtet.

zum Seitenanfang

Rosenblattlaus (Macrosiphon rosae)

Schadbild

Rosenblattläuse an einer Blütenknospe

Ab dem Frühjahr saugen auf den Blättern, Triebspitzen und Blütenknospen grünliche bis fleischfarbene Blattläuse mit schwarzen Siphonen. Infolge der Saugtätigkeit der Blattläuse kommt es zu Verkrüppelungen der befallenen Pflanzenteile und zu Honigtauausscheidungen, auf denen sich oft Rußtaupilze ansiedeln.

Biologie

Die Eier der Blattläuse überwintern auf den Rosentrieben. Aus den Eiern schlüpfen im Frühjahr Weibchen (Stammmütter), die unmittelbar mit ihrer Saugtätigkeit beginnen. Ohne befruchtet zu werden, gebären die Weibchen wiederum weibliche Jungtiere (Jungfernzeugung). Auf diese Art entwickeln sich mehrere Generationen. Im Mai/Juni wandert ein Teil der Läuse als geflügelte Weibchen auf ihre Sommerwirte, u.a. Baldrian, wo sie sich weiter vermehren und verbreiten. Im Herbst bilden sich geflügelte und ungeflügelte Männchen und Weibchen. Die Weibchen legen nach erfolgter Begattung ihre Eier zur Überwinterung an den Rosentrieben ab.

Rosenblattläuse an einer Blütenknospe

Vorbeugung und Bekämpfung

Schutz der natürlichen Feinde wie Marienkäfer und deren Larven, Florfliegen und Schwebflie-gen. Bei starkem Befall mit einem scharfen Wasserstrahl abspritzen, notfalls mit einem zuge-lassenen Pflanzenschutzmittel behandeln.

zum Seitenanfang

Gefurchter Dickmaulrüßler (Otiorhynchus sulcatus)

Schadbild

Ab Mai finden sich an den Blatträndern buchtenförmige Fraßstellen. Der Schaden entsteht bei Nacht. Die Larven verursachen einen Wurzelfraß.


Fraßschaden des Dickbaulrüsslers an Rosenblatt
Fraßschaden des Dickbaulrüsslers an Rosenblatt
Larven des Dickmaulrüsslers
Larven des Dickmaulrüsslers

 

Biologie

Die Käfer sind nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich z.B. in der Kiesschüttung an den Häusern. Im Freiland entwickelt sich meist eine Generation im Jahr. Ab Ende Juni legen die Käfer ihre Eier in der Nähe ihrer Wirtspflanzen ab. Ab August schlüpfen die schädigenden Larven im Boden. Man findet die cremeweißen Larven mit der hellbraunen Kopfkapsel, wenn man die Wurzeln ausgräbt. Sie richten durch ihre Fraßtätigkeit große Schäden an. Die Larven überwintern im Boden. Im April/Mai des folgenden Jahres schlüpfen die Käfer und beginnen ihre typische Fraßtätigkeit an den Blättern. Neben Rosen werden noch zahlreiche andere Pflanzen befallen.

Vorbeugung und Bekämpfung

Nachts Abklopfen und Auffangen der erwachsenen Käfer von den Pflanzen. Bekämpfung der Larven durch den Einsatz von Nematoden (Fadenwürmer). Diese werden im Gießverfahren auf den feuchten Befallsflächen ausgebracht. Die Bodentemperatur soll dabei mindestens 12 °C betragen.

Blattwespen (verschiedene Arten)

Schadbild

Je nach Blattwespen-Art können die Larven u.a. die Teilblätter vom Rand her bis auf die Mittelrippe abfressen (Rosen-Bürstenhornwespe), im Rosentrieb minieren (Abwärts- und Aufwärtssteigender Rosentriebbohrer), oder auf dem Blatt einen Fensterfraß verursachen (Rosenblattwespe).


Blattfraß durch Rosen-Bürstenhornblattwespe
Blattfraß durch Rosen-Bürstenhornblattwespe
Schaden durch Rosenblattwespe
Schaden durch Rosenblattwespe

 

Biologie

Die Rosenblattwespe tritt im Jahr in zwei Generationen auf. Die erste Generation fliegt im Mai und legt ihre Eier an die Blattstiele. Die Räupchen verursachen zuerst den typischen Fensterfraß, später wird das Blatt auch vom Rand her angefressen. Die Larven verpuppen sich meist im Boden. Die zweite Generation fliegt ab Ende Juli. Die Larven fressen bis September, sie überwintern in Kokons im Boden und verpuppen sich dort im Frühjahr.

Vorbeugung und Bekämpfung

Bei Rosentriebbohrern die befallenen Triebe entfernen. Blattwespenlarven, die auf oder an den Blättern fressen, absammeln. Ist der Befall sehr stark, kann auch ein dafür zugelassenes Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

zum Seitenanfang

Rosenblattminiermotte (Stigmella anomalella)

Schadbild

In den Blättern befinden sich unregelmäßig geschlängelte Gangminen, die z.T. mit Kot gefüllt sind.

Schaden am Blatt durch Miniertätigkeit der Rosenblattminiermotte

Biologie

Die Kleinschmetterlinge fliegen in zwei Generationen im Mai und August. Die Weibchen legen ihre Eier auf der Blattunterseite ab. Die Räupchen fressen im Blatt und bilden die typischen Gangminen. Sie verpuppen sich im Sommer bzw. Herbst an Blattstielen oder Blättern.

Vorbeugung und Bekämpfung

Der durch die Rosenblattminiermotte verursachte Schaden ist meist gering. Es genügt die befallenen Blätter zu entfernen.


Schaden am Blatt durch Miniertätigkeit der Rosenblattminiermotte

zum Seitenanfang

Rosenblattrollwespe (Blennocampa pusilla)

Schadbild verursacht durch die Rosenblattrollwespe

Schadbild

Die Fiederblätter rollen sich entlang der Hauptader zigarrenförmig ein. In den eingerollten Blättern sitzen die 8 - 9 mm langen, zuerst weißlichen, später grünlichen Larven. Die Blätter vergilben und sterben langsam ab. Bei starkem Befall können die Pflanzen geschwächt werden.



Biologie

Die Rosenblattrollwespe legt im Sommer ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen auf die Unterseite der Blätter. Mit ihrem Legebohrer sticht sie die Hauptader beidseitig an. Das Blatt rollt sich dadurch wie eine Zigarre zusammen, in der die Larve gut geschützt frisst und sich entwickelt. Die Larven überwintern in Kokons im Boden und verpuppen sich erst im Frühjahr. Im Jahr tritt nur eine Generation auf.

Vorbeugung und Bekämpfung


Befallene Blätter rechtzeitig entfernen.



Krankheiten

zum Seitenanfang

Rosenblattfleckenkrankheiten (Sphaceloma rosarum)

Rosenblattfleckenkrankheit

Schadbild

Auf den Blättern treten kleine schwärzliche oder blutrote Flecken mit weißlicher Mitte ("Purpurfleckenkrankheit") oft in großer Zahl auf. Auch auf der grünen Rinde der Jahrestriebe und Blütenstängel finden sich kleine, dunkelbraunviolette, in der Mitte weißlichgraue und etwas eingesunkene Flecken. Ein starker Befall kann zum Abfallen der Blätter führen.

Biologie


Der Pilz überwintert auf den abgefallenen Blättern, von dort erfolgt im Frühjahr über Sporen die Neuinfektion der jungen Blätter. Der Pilz tritt hauptsächlich in feuchten Lagen auf oder wenn die Blätter lange Zeit nicht abtrocknen.


Vorbeugung und Bekämpfung

Von der Krankheit befallene Blätter unbedingt einsammeln und vernichten. Bei Neupflanzungen Wahl eines nicht zu feuchten Standorts.

zum Seitenanfang

Grauschimmel, Knospenfäule (Botrytis cinerea)

Knospenfäule verursacht durch den Grauschimmel

Schadbild

An den Zweigen entstehen braune Flecken, die bei einem triebumfassenden Auftreten zum Abschnüren der darüber liegenden Teile führen. Die Blüten können ebenfalls befallen werden. Sie bleiben geschlossen, bekommen fahle Flecken (Pocken), bedecken sich mit einem mausgrauen Schimmelrasen und faulen.

Biologie

Der Pilz überwintert auf abgestorbenen Pflanzenteilen. Durch Wind und Wasserspritzer können sich Sporen während der gesamten Vegetationszeit in der Luft befinden. Er infiziert die Rosen bei feuchtem, regnerischem und trübem Wetter.

Vorbeugung und Bekämpfung

Zu schattige und feuchte Lagen meiden; wichtig sind ausreichende Pflanzabstände und eine gute Durchlüftung der Bestände, damit Blätter, Blüten und Triebe nach Niederschlägen rasch abtrocknen - nicht "über Kopf gießen" und auf einseitige Stickstoffdüngung verzichten. Befallene Pflanzenteile regelmäßig entfernen.

zum Seitenanfang

Sternrußtau (Marssonina rosea)

Braune Felcken verursacht durch Sternrußtau

Schadbild

Auf den Blättern, besonders im Spätsommer und Herbst, erst vereinzelte, später zunehmende, stumpf braune bis violettschwarze Flecken mit strahlig gefranstem Rand. Die kranken Blätter vergilben und fallen ab. Bei starkem Auftreten entlauben sich die Triebe vorzeitig. Dadurch werden die Pflanzen geschwächt und blühen im nächsten Jahr nur unbefriedigend.

Biologie

Der Pilz überdauert den Winter hauptsächlich auf dem abgefallenen Laub. Darauf bilden sich Pilzsporen, die die jungen, bodennahen Blätter infizieren. Von hier aus werden dann weitere Blätter befallen. Feuchte Witterung im Sommer begünstigt den Befall.

Vorbeugung und Bekämpfung

Einsammeln des kranken Falllaubs im Herbst, kräftiger Rückschnitt der Stöcke. Eine ausgewogene, kalibetonte Düngung stärkt die Pflanzen. Bei alljährlich starkem Befall kann der vorbeugende Einsatz eines zugelassenen Pilzbekämpfungsmittels notwendig sein. Bei Neupflanzungen auf widerstandsfähige Sorten achten.

zum Seitenanfang

Echter Mehltau (Sphaerotheca pannosa)

Echter Mehltau an Rosenblättern

Schadbild

Alle unverholzten Pflanzenteile können befallen werden. Die Infektion führt zunächst zu rötlicher bis rotvioletter Verfärbung der Blätter. Im weiteren Verlauf kommt es zur Ausbildung von einem weißen, mehlartigen Belag auf Blättern und Knospen, der sich abwischen lässt.

Biologie

Der Pilz überwintert in den Knospen und an den Trieben. Auf dem mehligen Pilzbelag der Blätter bilden sich ab dem Frühjahr zahlreiche Pilzsporen, die immer neue Blätter, Triebe und Knospen infizieren.

Vorbeugung und Bekämpfung


Ein starker Rückschnitt entfernt die meisten Befallsstellen. Eine kalibetonte, ausgewogene Düngung stärkt die Pflanze und vermindert das Infektionsrisiko. In Ausnahmefällen können zugelassene Pilzbekämpfungsmittel eingesetzt werden. Bei alljährlich befallenen Pflanzen sollten widerstandsfähigere Sorten gepflanzt werden.

zum Seitenanfang

Mangelerscheinungen

Eisenchlorosen

Eisenchlorose: massive Blattaufhellung durch Eisenmangel

Schadbild

Die jüngeren Blätter an den Triebspitzen hellen sich auf und vergilben. Die Blattadern bleiben zunächst noch grün, so dass ein feines Aderngitterwerk entsteht. Bei starkem Mangel verfärben sich die Blätter zitronengelb und vertrocknen vom Rand her.

Ursache

Pflanzen, denen es im Boden an aufnehmbarem Eisen fehlt, reagieren mit Vergilbungen an den jüngsten Blättern. In der Pflanze hat das Eisen wichtige Aufgaben u.a. bei der Bildung des Blattgrüns (Chlorophyll), bei der Atmung und als Bestandteil zahlreicher Enzyme. Ein Mangel an pflanzenaufnehmbarem Eisen kann auf leichten, zur Trockenheit neigenden Böden durch einen Überschuss an Kalk (zu hoher pH-Wert) und Phosphorsäure hervorgerufen werden. Auch auf staunassen, kalten Böden kann ein Eisen-Mangel auftreten.

Vorbeugung und Bekämpfung

In Trockenperioden ausreichend wässern.
Bei zu hohen pH-Werten (über 6) ist eine unmittelbare Düngung mit einem Eisendünger oft wirkungslos, da das Eisen in gut durchlüfteten Böden dann in einer Form vorliegt, die die Pflanzenwurzel nicht aufnehmen kann. Es tritt damit der Fall ein, dass zwar genügend Eisen im Boden vorhanden ist, die Rosen aber einen typischen Eisen-Mangel zeigen. In diesen Fällen hat sich eine Spritzung mit Eisenspezialdüngern (Eisenchelatdüngern) gut bewährt.

zum Seitenanfang



Juni 2007
Dr. Wolfgang Kreckl
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenschutz
Tel.: 08161/71-5651 • Fax: 08161/71-5735