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Ährenfusarium

Fusarium graminearum-Befall an Winterweizen

Alle Getreidearten und viele andere Pflanzen können von der Pilzgattung Fusarium befallen werden. Mit Abstand am meisten betroffen ist Durum-Weizen, gefolgt von Triticale, Hafer und Weichweizen. In manchen Jahren sind bedeutsame Befallswerte möglich. Bei den übrigen Getreidearten ist in Deutschland das Risiko des Fusariumbefalls eher gering. Weltweit gilt diese Krankheit als die wichtigste Getreidekrankheit überhaupt.

Fusarium-Befall mindert nicht nur die Qualittät des Ernteguts, sondern kann in Getreide zur Bildung von Mykotoxinen (natürliche Pilzgifte, z.B. Deoxynivalenol = DON) führen. Mit der EU-Verordnung vom 6. Juni 2005, die aus reiner Vorsorge für die menschliche Ernährung erlassen wurde, gelten ab 1. Juli 2006 festgelegte Höchstwerte für DON in Getreide und Getreideprodukten.




Zur zeitnahen Lösung der im Zusammenhang mit Schimmelpilzen und Mykoxtoxinen bestehenden Probleme wurde an der LfL der Arbeitsschwerpunkt "Mykotoxine" eingerichtet. Im diesem Arbeitsschwerpunkt sollen die Gefährdung und gegebenenfalls die Belastung von landwirtschaftlichen Produkten (Futter- und Lebensmittel) mit toxinbildenden Pilzen und Mykotoxinen erfasst werden (Monitoring). Besonderes Augenmerk wird im Sinne einer vorausschauenden Risikobewertung auch auf Verschiebungen in der Bedeutung sowie auf neu auftretende Toxinbildner gelegt und dementsprechend auf das möglicherweise künftig verstärkte Vorkommen bislang weniger bedeutungsvoller Mykotoxine.


Link zum Arbeitsschwerpunkt Mykotoxine

Risikofaktoren für Fusarien

  • Vorfrucht - insbesondere Mais
  • Nicht-wendende Bodenbearbeitung
  • Anbau Fusarium-anfälliger Sorten
  • Strobilurin-Applikation zur Blüte
  • Warm-feuchte Witterung vor und zur Weizenblüte für den Askosporenflug

Auch wenn es derzeit keine einzelne Lösung, wie eine absolut resistente Sorte oder eine einhundertprozentige Wirkung eines Fungizides gibt, sind Fusarien unter bayerischen Verhältnissen ein beherrschbares Problem. Mit der Wahl einer wenig anfälligen Sorte und dem Berücksichtigen der weiteren Risikofaktoren wie der Vorfrucht, einer wendenden Bodenbearbeitung sowie durch den Verzicht einer Blattbehandlung mit Strobilurinen kann das Risiko einer grenzwertüberschreitenden Weizenpartie deutlich reduziert werden.

Körner einer mit Fusarien befallenen Ähre

Fusarien-Prognose nach OBST/BECHTEL, Entwicklungszyklus von Fusarium

Eine Ährenbehandlung gegen Fusarien, bei infektionsfördernder Witterung und vorhandenem Infektionspotential, kann zudem den zu erwartenden Toxinwert um mindestens 50% reduzieren. Die Gefährdung durch Fusarien ist dabei wesentlich von den Witterungsbedingungen während der Blüte des Weizens abhängig.

Mykotoxin-Bestimmung und Diagnose

Aus dem Anteil der Fusarium-Körner einer Weizenpartie kann auf den Toxingehalt geschlossen werden. Eine exakte Bestimmung des Mykotoxingehaltes ist jedoch nur mit labordiagnostischen Maßnahmen möglich. Derzeit gibt es noch keine zuverlässige schnelle und preiswerte Methode der exakten Bestimmung des bedeutensten Mykotoxins Deoxynivelanol. Auch in den USA und Kanada wird derzeit eine visuelle Beurteilung zur schnellen Abschätzung des Befalls einer Partie verwendet.

Ergebnisse des bayernweiten Monitorings auf Fusariumbefall und DON-Belastung

Ergebnisse des bayernweiten Nachernte-Monitorings auf Fusariumbefall und DON-Belastung bei Weizen und Roggen  PDF-Dokument - Dr. Peter Büttner, IPS 2a, und Dr. Johann Lepschy, AQU 2

In den Jahren 2003 bis 2008 wurde in Bayern Erntegut von Weizen und Roggen hinsichtlich des auftretenden Artenspektrums der Gattung Fusarium und der Mykotoxinbelastung untersucht.

Es zeigte sich, dass Roggen meist weniger stark mit Fusarium ssp. belastet war als Weizen. Dabei war sowohl bei Weizen als auch bei Roggen F. graminaerum die am häufigsten vorkommende DON-produzierende Art. Es konnten Befallsstärken von bis zu 31 % infizierter Körner beobachtet werden.

F. culmorum trat demgegenüber deutlich in den Hintergrund. Lediglich im Jahr 2008 wurde diese Art deutlich häufiger nachgewiesen. Auffällig war ferner das starke Auftreten von F. poae bis hin zu 28,5 % befallener Körner in einzelnen Partien. Daneben konnten F. avenaceum, F. tricinctum, F. sporotrichioides in einem größerem Umfang nachgewiesen werden. In wesentlich geringerem Ausmaß wurden F. equiseti, F. oxysporum und Microdochium nivale beobachtet.

Die höchsten Gehalte an DON beim Weizen wurden in den Jahren 2003 und 2004 registriert mit arithmetischen Mittelwerten von 290 und 345 sowie Medianwerten von 100 und 96 µg/kg. Die Maximalwerte bewegten sich zwischen knapp 3000 und 7600 µg/kg. Die Jahresdifferenzen sind sehr wahrscheinlich überwiegend auf Witterungseinflüsse zurückzuführen. Die regionale Verteilung der DON-Werte folgte meistens dem bereits aus früheren Jahren bekannten Muster, d.h. die südbayerischen Regierungsbezirke wiesen höhere Durchschnittswerte auf, während in den nordbayerischen Regierungsbezirken ein niedriges DON-Niveau vorherrscht mit Ausnahme einzelner Höchstwerte. Beim Roggen liegen die entsprechenden Kennzahlen wesentlich niedriger, so dass hinsichtlich der Mykotoxinbelastung keine große Gefahr zu sehen ist.

Versuchsergebnisse des Instituts für Pflanzenschutz

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