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Unkraut-Steckbriefe
Zu den Unkraut-Steckbriefen (Inhaltsverzeichnis)
Die Unkrautbekämpfung ist eine wesentliche Produktionsmaßnahme im Pflanzenbau. Vom Erfolg ist die Ertragsleistung, die Qualität und damit die Wirtschaftlichkeit direkt abhängig. Die effektivste Maßnahme zur Unkrautbekämpfung ist der gezielte Herbizideinsatz. Durch i.d.R. verfügbare Wirkstoffe bzw. zugelassene Präparate können die wichtigsten und am häufigsten vorkommenden Unkrautarten (Leitunkräuter) in den verschiedenen Kulturen erfolgreich behandelt werden.
Durch den langfristigen Einsatz einseitiger Wirkstoffkombinationen können einzelne Unkrautarten selektiert werden. Stehen aufgrund der Zulassungssituation oder wegen eingeschränkter Kulturverträglichkeit keine alternativen Präparate zur Verfügung, können derartige Unkräuter nur aufwendig mit nichtchemischen Maßnahmen oder im Rahmen der Fruchtfolge reguliert werden. Problem- bzw. Sonderunkräuter können auch auftreten, wenn sich gebietsfremde, invasive Arten auf einer Fläche etablieren (Beispiel: Stauden-Knöterich, Schönmalve, Stechapfel) oder veränderte Produktionstechniken – z.B. minimierte Bodenbearbeitung, Flächenstilllegung oder sehr enge Fruchtfolgen bzw. Monokulturanbau – bestimmte Unkräuter in ihrer Entwicklung begünstigen. Aus diesen Gründen ist derzeit eine Ausbreitung der Ungräser und Wurzelunkräuter im Ackerbau deutlich erkennbar.
Die „Unkraut-Steckbriefe“ sollen Informationen zur Biologie und den direkten Bekämpfungsmöglichkeiten von wichtigen Leitunkräutern und schwer bekämpfbaren Problem- bzw. Sonderunkräutern liefern. Bei Bedarf können dann wirkungsvolle Präparate gezielt eingesetzt werden. Gegen Problemunkräuter besteht i.d.R. kein Spielraum bei der Aufwandmengenreduzierung. Vielfach haben die Präparate selbst bei günstigen Anwendungsbedingungen nur eine Teilwirkung zur Niederhaltung der Unkräuter. Zu den aufgeführten Wirkstoffen bzw. Präparaten liegen Informationen zur Wirksamkeit vor. Im Einzelfall können die Bekämpfungsleistungen gegenüber Problemunkräutern jedoch stark schwanken. Die Abhängigkeit von den Umweltbedingungen bei der Applikation, dem Besatzdruck des jeweiligen Unkrautes, den Witterungsverhältnissen und der Konkurrenzleistung durch die Kultur ist noch stärker als bei der Bekämpfung von üblichen Standardunkräutern. Problemunkräuter sind letztlich auch ein Problem, weil sie nicht mit einer oder wenigen Behandlungen beseitigt werden können. Nur eine gezielte und langjährige Bekämpfung und angepasste Fruchtfolgen bzw. Produktionstechniken können zum Erfolg führen.
Juli 2004
Klaus Gehring und Stefan Thyssen
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenschutz
Tel.: 08161/71-5651 • Fax: 08161/71-5735
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