Warenverkehr mit Drittländern
Pflanzen: Einfuhr aus einem Drittland (Nicht-EU-Mitgliedstaat)

Gewerblicher Handel

Jeder Importeur, der Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse, Erde oder Kultursubstrate sowie sonstige Gegenstände, die nach § 6 der Pflanzenbeschauverordnung (PflbeschVO) bei der Einfuhr zeugnis- und untersuchungspflichtig und in Anhang V B der Richtlinie 2000/29/EG genannt sind, muss bei seinem zuständigen Landespflanzenschutzdienst registriert sein.

Anhang V B der Richtlinie 2000/29/EG Externer Link

An der Einlassstelle (Eingangszollamt an der EU-Außengrenze) ist ein Pflanzengesundheitszeugnis des Pflanzenschutzdienstes des Ursprungslandes vorzulegen und die Sendung einer pflanzengesundheitlichen Untersuchung zu unterziehen.

Information zu Einlassstellen Externer Link

Für bestimmte in Anhang III A der Richtlinie 2000/29/EG aufgeführte Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse, Erde und Kultursubstrate besteht ein Einfuhrverbot nach § 4 Pflanzenbeschauverordnung.

Anhang III A der Richtlinie 2000/29/EG Externer Link

Privater Reiseverkehr

Wenn Sie lebende Pflanzen, Pflanzenteile (z.B. Schnittblumen), Früchte oder Samen von ihrer Auslandsreise mitbringen wollen, sollten Sie folgende Hinweise beachten. Grundsätzliche gelten die Bestimmungen der RL 2000/29/EG. Für privat Reisende gibt es Einfuhrerleichterungen, wenn Pflanzen nur für den privaten Gebrauch eingeführt werden. Vorausgesetzt, dass diese Pflanzen keine Anzeichen von Schädlingen und Krankheiten zeigen. Die Einfuhrerleichterungen sind abhängig davon, aus welchem Land eingeführt wird.

Einfuhr aus EU-Mitgliedstaaten

Pflanzen, Pflanzenteile und sonstige Produkte pflanzlichen Ursprungs aus Mitgliedstaaten der EU unterliegen mit Ausnahme der Kanarischen Inseln keinen Beschränkungen durch die Pflanzenbeschauverordnung, sofern sie für den eigenen, nichtgewerblichen Gebrauch bestimmt sind. Besteht keine Gefahr der Ausbreitung von Schadorganismen dürfen kleine Mengen an Pflanzen bzw. Pflanzenerzeugnissen für den Eigenverbrauch eingeführt werden.
EU-Mitgliedstaaten sind - neben Deutschland - Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern. Im Rahmen des bilateralen Abkommens über den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen gelten diese Regelungen auch für die Schweiz und Liechtenstein.

Einfuhr aus Europa (Nicht-EU-Mitgliedstaaten) und dem angrenzenden Mittelmeerraum

Zu Nicht-EU-Ländern in Europa und dem angrenzenden Mittelmeerraum gehören alle europäischen Länder, die keine EU-Mitgliedsstaaten sind, die Kanarischen Inseln sowie die Mittelmeerländer Ägypten, Algerien, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Syrien, Tunesien und die Türkei. Für diese Länder werden folgende Ausnahmen von den geltenden Einfuhrregelungen für im Reiseverkehr mitgeführte Kleinsendungen gewährt:
Einfuhr von 50 Stück Schnittblumen und maximal 3 kg Früchte pro Person.
Diese Ausnahmen werden nur gewährt, wenn keine Einfuhrverbote nach §2- §4 Pflanzenbeschauverordnung bestehen.
Die genannten Waren können ohne Pflanzengesundheitszeugnis eingeführt werden, wenn sie frei von gefährlichen Krankheiten und Schaderregern und ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt sind.
Mitgeführte Sendungen, die über die genannten Mengen hinausgehen, unterliegen den deutschen pflanzengesundheitlichen Einfuhrvorschriften. Die gewährten Freimengen sind in diesem Fall nicht anwendbar.

Einfuhr aus nichteuropäischen Ländern außerhalb des Mittelmeerraums

Für Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse aus außereuropäischen Ländern gelten die Regelungen der RL 2000/29/EG ohne Ausnahmen! Alle Pflanzen sowie zeugnis- und untersuchungspflichtigen Pflanzenerzeugnisse, Erde oder Kultursubstrat, die in Anhang V B der Richtlinie 2000/29/EG genannt sind, dürfen nur mit einem Pflanzengesundheitszeugnis eingeführt werden. Das Pflanzengesundheitszeugnis wird von dem Pflanzenschutzdienst des Exportlandes ausgestellt. Das Zeugnis darf nicht älter als 14 Tage sein. Falls sie dennoch Pflanzen oder Pflanzenprodukte einführen wollen, wenden sie sich bitte vor Ihrer Reise an den Pflanzenschutzdienst. Dieser wird ihnen mitteilen unter welchen Bedingungen Sie bestimmte Pflanzen mitnehmen bzw. einführen dürfen. Hilfreiche Auskünfte können auch vom deutschen Konsulat oder dem Konsulat eines EU-Mitgliedstaates eingeholt werden.

Einfuhrverbot in die Bundesrepublik Deutschland

Einfuhrverbote nach Deutschland bestehen für Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse, Erde und Kultursubstrat gemäß Anhang III A der Richtlinie 2000/29/EG.

Folgende Pflanzen und Pflanzenteile dürfen aus Drittländern grundsätzlich nicht nach Deutschland bzw. in das Gebiet der EU eingeführt werden:

  • Zitruspflanzen (Citrus L.) und deren Hybriden, wie z.B. eingetopfte Pflanzen, Pflanzen zum Anpflanzen mit bloßen Wurzeln, Pflanzenteile, Blätter und Früchte mit Stielen (Früchte ohne Stiele und Blätter unterliegen keinem Einfuhrverbot)
  • Kartoffeln (Solanum L.)
  • Nachtschattengewächse
  • Weinreben (Vitis L.), wie z.B. Pflanzen zum Anpflanzen, Pflanzenteile (z.B.
    Edelreiser) und Blätter
  • Viele Nadelgehölze
  • Einige Laubgehölze (Esskasstanie, Eiche, Pappel aus Nordamerika)
  • Lose Erde und Kultursubstrat, außer reinem Torf ohne Pflanze
  • Viele Gräserarten
Die vorgenannten Regelungen beziehen sich nur auf die Pflanzengesundheit. Inwieweit darüber hinaus Verbote oder Beschränkungen nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen oder dem Saatgutrecht bestehen, erfragen Sie bitte bei den Zollbehörden.

Anhang III A der Richtlinie 2000/29/EG Externer Link

Ansprechpartner
Dr. Jürgen Leiminger
Tel.: 08161 71-5681
E-Mail: Pflanzengesundheit@LfL.bayern.de

Ansprechpartner
Martin Knauss
Tel.: 08161 71-5684
E-Mail: Pflanzengesundheit@LfL.bayern.de

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