Pflanzen-Handel im EU-Binnenmarkt

Was ist pflanzenschutzrechtlich zu beachten?

EU-Mitgliedstaaten sind – neben Deutschland – Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern.
Die Kanarischen Inseln zählen pflanzenschutzrechtlich nicht zur EU.

Gesetzliche Grundlagen

Folgende Gesetze und Verordnungen regeln den Handel mit Pflanzen, Pflanzenerzeugnissen und sonstigen Gegenständen

Pflanzenpass

Ein Pflanzenpass ist notwendig für das Verbringen von Pflanzen, Pflanzenerzeugnissen und sonstigen Gegenständen, die im Anhang V der EU-Richtlinie 2000/29/EG aufgeführt sind.

Anhang V der EU-Richtlinie 2000/29/EG Externer Link

Mit dem Pflanzenpass wird bescheinigt, dass die Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse frei von Quarantäneschadorganismen sind und die Anforderungen der Pflanzenbeschauverordnung eingehalten sind. Der Pflanzenpass besteht aus einem Etikett und einem Warenbegleitschein oder nur aus einem Etikett.
Jeder Betrieb, der pflanzenpasspflichtige Ware verbringt, muss von dem zuständigen Pflanzenschutzdienst in ein amtliches Verzeichnis aufgenommen (registriert) sein. Die Registrierung ist in Bayern bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Institut für Pflanzenschutz, zu beantragen.
Die Pflanzenpässe werden vom Pflanzenschutzdienst ausgestellt. Der Betrieb kann auch bei der LfL einen Antrag stellen, dass er die Ausstellung von Pflanzenpässen selbst vornehmen und den jeweiligen Sendungen beifügen darf. Der Betrieb wird dann regelmäßig durch den Pflanzenschutzdienst auf Quarantäneschadorganismen und die Einhaltung besonderer Anforderungen überprüft.

EG-Qualität

Für Vermehrungsmaterial von Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenarten soll innerhalb der EU ein einheitlicher Standard für das Pflanzgut bezüglich Gesundheit und Qualität geschaffen werden. Unterschieden wird zwischen Standardmaterial und zertifiziertem Material.
Betriebe, die in der Anbaumaterialverordnung genannte Pflanzen zu gewerblichen Zwecken in den Verkehr bringen, müssen sich in ein amtliches Verzeichnis eintragen lassen. In Bayern erfolgt die Eintragung auf Antrag bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz.
Die Kennzeichnung des Anbaumaterials erfolgt durch die Bezeichnung “EG-Qualität“ auf dem Warenbegleitpapier oder auf dem Etikett.
Standardmaterial muss die Mindestanforderungen erfüllen, d.h.
  • kein deutlich sichtbarer Befall mit qualitätsmindernden Schadorganismen,
  • Zugehörigkeit der betroffenen Pflanzenarten zu einer beschriebenen Sorte und
  • Freiheit von gebrauchsmindernden Mängeln.
Den Betrieben obliegt die Kontrolle der Qualität des Anbaumaterials. Sie sind zu Aufzeichnungen verpflichtet. Der Pflanzenschutzdienst überprüft regelmäßig die Einhaltung der Anforderungen in den Betrieben.
Ausschließlich für Kern- und Steinobst kann auf freiwilliger Basis durch den Betrieb die Anerkennung des Anbaumaterials als
  • Vorstufenmaterial,
  • Basismaterial oder
  • zertifiziertes Material
beantragt werden.

Kennzeichnung von Konsumkartoffeln

Die Konsumkartoffeln müssen nach der Pflanzenbeschauverordnung von einem amtlich zugelassenen Erzeuger angebaut worden sein oder aus amtlich zugelassenen Lager- oder Versandzentren im Anbaugebiet stammen.
In Bayern erfolgt die Registrierung auf Antrag bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz. Die Registriernummer der Betriebe muss auf der Verpackung oder bei in loser Schüttung beförderten Kartoffeln auf dem Beförderungsmittel angegeben sein.

Ausnahmegenehmigung und Ermächtigung

Auf Antrag kann die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz, eine Ausnahmegenehmigung für den Umgang mit Quarantäneschadorganismen sowie eine Ermächtigung für den Bezug oder den Versand von Quarantäneschadorganismen für Versuchs-, Forschungs- oder Züchtungszwecke erteilen.

Ansprechpartner
Carolin Bögel
Tel.: 08161 71-5715
E-Mail: Pflanzenpass@lfl.bayern.de