Asiatischer Laubholzbockkäfer: Rechtslage, Allgemeinverfügungen, Karten

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wird bei einem Verdacht auf Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB), Anoplophora glabripennis, nach den Vorgaben des Bundes und der EU tätig.

Datenschutz

Der LfL ist bewusst, dass die Allgemeinheit ein großes Interesse an Informationen über den Asiatischen Laubholzbockkäfer und an den zu seiner Bekämpfung durchgeführten und geplanten Maßnahmen hat. Es wird jedoch um Verständnis gebeten, dass bei der Bereitstellung von Informationen die Anforderungen des Datenschutzes und des Schutzes der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen berücksichtigt werden müssen. Das berechtigte Interesse der Bürgerinnen und Bürger auf vollständige Information wird dabei mit den schutzwürdigen Interessen der betroffenen Grundstückseigentümer abgewogen. Deshalb werden insbesondere Informationen über Grundstücke in Befallsgebieten oder notwendige Fällmaßnahmen nur anonymisiert veröffentlicht.

Allgemeinverfügungen zur ALB-Bekämpfung

Allgemeine Aktualisierung im Januar 2016

Am 22.01.2016 wurden die neuen Allgemeinverfügungen für die zu dem Zeitpunkt drei bayerischen ALB-Befallsgebiete im Bayerischen Staatsanzeiger veröffentlicht. Sie lösten die bis dahin gültigen Fassungen ab. Die Neufassungen waren durch den neuen EU-Durchführungsbeschluss 2015/893 vom 09. Juni 2015 notwendig. Für die von ALB-Bekämpfungsmaßnahmen betroffenen Siedlungsflächen erstellt die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die Allgemeinverfügungen, für die betroffenen Waldflächen das jeweils zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Den einzelnen Verfügungen liegt eine überarbeitete Karte des Befallsgebietes bei.
Neuerungen der Allgemeinverfügung vom 8. Januar 2016
Fällungen, Verbringen spezifizierter Pflanzen
Geplante Maßnahmen sind mindestens 14 Tage vorher bei der LfL anzuzeigen und deren Zustimmung einzuholen (Ausnahme: Entsorgung über zugelassene Sammelstellen). Es gibt strikte Regeln für das Verbringen spezifizierter Pflanzen und spezifizierten Holzes unter exakt definierten Bedingungen innerhalb der Quarantänezone und nach außerhalb.
Kontrollen
Die Kontrollen der Wirtspflanzen auf ALB-Befallssymptome sind nun ganzjährig alle zwei Monate von den Grundstücksbesitzern durchzuführen.
Monitoring
In der gesamten Quarantänezone sind jetzt 29 Wirtspflanzengattungen zu kontrollieren, womit das Monitoring im Vergleich zu bisher umfangreicher wird.
Pflanzungen
Die Pflanzung der spezifizierten 16 Pflanzengattungen ist in der Befallszone (= Fällungszone) verboten. In der Pufferzone wird ebenfalls empfohlen, - wenn möglich - vom Pflanzen dieser 16 Gattungen abzusehen, da weitere angeordnete Fällungen im abgegrenzten Gebiet nicht auszuschließen sind.
Spezifizierte Pflanzen
Die bei Befall im 100 Meter-Umkreis zu entfernenden Laubgehölze stehen auf der Liste der spezifizierten Pflanzen. Es sind jetzt 15 Gattungen (Ahorn, Birke, Blasenesche, Buche, Erle, Esche, Hainbuche, Hasel(-nuss), Kuchen- oder Katsurabaum, Linde, Pappel, Platane, Rosskastanie, Ulme und Weide) plus die Gattung Sorbus (Mehlbeere, Vogelbeere, Eberesche), da es an ihr in Bayern bereits ALB-Befall gab. Insgesamt sind somit von angeordneten Fällungen 16 Gattungen betroffen.
Wirtspflanzen
Das sind 29 Gattungen, die im Rahmen des Monitorings kontrolliert werden müssen.
Zoneneinteilung
Die Quarantänezone (QZ) – das abgegrenzte Gebiet – besteht aus der inneren Befallszone (BZ) und der nach außen anschließenden Pufferzone (PZ). Die Befallszone mit einem Radius von 100 Metern ergibt sich aus den Koordinaten der im Befallsgebiet äußeren ALB-Befallsfunde, die folgende Pufferzone hat einen Radius von zwei Kilometern über die Grenze der BZ hinaus.

Feldkirchen (Landkreis München)

Im Oktober 2012 wurde der LfL aus Feldkirchen ein ALB gemeldet. Bereits bei der ersten Ortsbesichtigung fielen mehrere befallene Bäume auf. Der Käfer hatte sich in Feldkirchen seit einigen Jahren unbemerkt ausgebreitet. Mit einer Allgemeinverfügung über Maßnahmen zur Bekämpfung des ALB wurde im November 2012 eine kreisförmige Quarantänezone mit einem Radius von 2.500 Meter festgesetzt. Nach dem Fund von Eiablagestellen und Larven des Käfers in Waldflächen südlich von Feldkirchen, wurde die Quarantänezone u. a. im Juli 2013 erweitert. Umfangreiche Bekämpfungsmaßnahmen werden durchgeführt und das Gebiet unterliegt einer intensiven Überwachung.

Details zum ALB-Befall in Feldkirchen

Kelheim (Landkreis Kelheim)

Im April 2016 wurde der LfL vom AELF Abensberg ein ALB-Verdachtsfall aus dem Kelheimer Hafengebiet gemeldet. Am nächsten Tag haben die LfL-Experten mehrere befallene Ahorn-Bäume vor Ort festgestellt. Die DNA-Untersuchung einer Larve identifizierte sie zweifelsfrei als ALB-Larve. Die befallenen Bäume wurden im Mai 2016 entnommen. Deren Daten sind Grundlage für die Allgemeinverfügung der Kelheimer Quarantänezone.

Details zum ALB-Befall in Kelheim

Murnau a. Staffelsee (Landkreis Garmisch-Partenkirchen)

Nach einer Verdachtsmeldung Ende Oktober 2016 haben LfL-Experten, unterstützt von einem ALB-Spürhund, beim ersten Vor-Ort-Termin in Murnau am Staffelsee eindeutige Befallsmerkmale des ALB gefunden: An mehreren Laubbäumen im Bereich des alten Volksfestplatzes wurden Ein- und Ausbohrlöcher sowie frische Eiablagen des Käfers entdeckt. Deren Daten sind Grundlage für die am 03.02.2017 erlassene Allgemeinverfügung.

Neubiberg (Landkreis München)

In einem Wohngebiet in Neubiberg wurde im September 2014 bei mehreren Bäumen ALB-Befall festgestellt. Die Einschleppung hat vor mehreren Jahren stattgefunden. Um eine großflächige Ausbreitung des gefährlichen Baumschädlings zu verhindern, muss das betreffende Gebiet nach Vorgaben des Bundes und der EU unter Quarantäne gestellt werden. Mit der Allgemeinverfügung vom 16.09.2014 wurde die Quarantänezone, sowie die dort zu ergreifenden Maßnahmen festgelegt.

Details zum ALB-Befall in Neubiberg

Ziemetshausen, Ortsteil Schönebach (Landkreis Günzburg)

Im Siedlungsgebiet sowie im umliegenden Offenland des Ortsteils Schönebach wurde im Oktober 2014 bei mehreren Bäumen ALB-Befall festgestellt. Die Einschleppung hat vor mehreren Jahren stattgefunden. Um eine großflächige Ausbreitung des gefährlichen Baumschädlings zu verhindern, muss das betreffende Gebiet nach Vorgaben des Bundes und der EU unter Quarantäne gestellt werden. Mit der Allgemeinverfügung vom 18.11.2014 wurden die Quarantänezone sowie die dort zu ergreifenden Maßnahmen festgelegt. Durch die Quarantänezone verläuft die Grenze der Landkreise Augsburg und Krumbach, weshalb neben der LfL für die Siedlungsflächen die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg und Krumbach für die Waldflächen zuständig sind.

Details zum ALB-Befall Ziemetshausen, Ortsteil Schönebach

Mehr zum Thema

Der Asiatische Laubholzbockkäfer in Bayern

Der Asiatische Laubholzbockkäfer gilt als einer der gefährlichsten Baumschädlinge weltweit und ist international als Quarantäneschädling gelistet. Er befällt gesundes Laubholz und droht sich langsam auszubreiten. Mehr