ALB: Monitoring (Boden, Spürhunde, Baumkletterer, Fangbäume, Pheromonfallen)

Beim intensiven Monitoring nutzt die LfL, je nach örtlicher Gegebenheit, eine Kombination folgender Maßnahmen: Visuelles Monitoring vom Boden aus (in der Regel mit einem Fernglas), Einsatz spezieller ALB-Spürhunde, Monitoring im Baum selbst durch geschulte Baumkletterer, Monitoring mittels Fangbäumen und Pheromonfallen.
Um die Monitoring- und Bekämpfungsmaßnahmen effektiv durchführen zu können, ist eine Erfassung der Gehölze auf den Grundstücken notwendig. Dabei werden Daten wie Standort, Dimension und Art der Pflanzen im sogenannten Baum- oder Gehölzkataster erfasst. Diese Gehölzerfassung erfolgt meist im Zuge des Bodenmonitorings. Wir bitten dabei um Unterstützung durch die Bürgerinnen und Bürger.

Bodenmonitoring

Über das Jahr werden die Laubgehölze laufend von Mitarbeitern der LfL oder beauftragten geschulten Firmen kontrolliert. Dazu werden die Pflanzen, bei höher gewachsenen Bäumen unter Zuhilfenahme eines Fernglases, auf Befallssymptome wie Saftfluss, Eiablagen und Ein- und Ausbohrlöcher abgesucht. Die Belaubung in der Vegetationszeit und der Bewuchs mit Moosen und Flechten erschweren diese Arbeit.
Für das Bodenmonitoring müssen die Grundstücke betreten werden, was eine Kooperation der Bewohner mit der LfL notwendig macht. Gerne nutzen wir diese Möglichkeit, um Fragen der Bürger zu beantworten und Informationsmaterial zur Verfügung zu stellen.
Zwei Personen beim ALB-Bodenmonitoring

ALB-Bodenmonitoring

Bild in Originalgröße

Spürhunde

Die LfL setzt bei der Bekämpfung des ALB speziell ausgebildete Anoplophora-Spürhunde ein. Die Möglichkeiten der ALB-Spürhunde sind dabei vielfältig: Ihr Einsatz reicht von der Begutachtung der gefällten befallenen und befallsverdächtigen Gehölze, dem Monitoring in den Fokuszonen (bis 500 m um Befall), der Kontrolle von Verdachtsmeldungen außerhalb bisher bekannter Gebiete sowie der Import-Kontrolle von Lieferungen mit Verpackungsholz bzw. Pflanzenware aus Befallsländern.
Ausgebildet werden die Anoplophora-Spürhunde und ihre Hundeführer in zwei Lehrgangsmodulen z.B. am Institut für Waldschutz des österreichischen Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) in der forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach. Für die Ausbildung geeignet sind Hunde im Alter von einem halben bis zu fünf Jahren mit einer hohen Nasenleistung, einem ausgeprägten Beuteverhalten, Grundgehorsam sowie einer gesunden Unempfindlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen, wie z.B. Lärm. Die Ausbildung des Hundes erfolgt über positive Bestätigung in Verbindung mit dem gesamten Geruchsspektrum sowohl des Asiatischen Laubholzbockkäfers als auch des Citrusbockkäfers.
Die Vorteile des Spürhundeeinsatzes gegenüber der rein visuellen Kontrolle liegen auf der Hand: Frühe Befallsstadien wie Eiablagestellen sind kaum sichtbar. Der Spürhund dagegen nimmt über den Geruch alle ALB-Entwicklungsstadien gleichermaßen wahr. Er kann quasi ins Holz hineinriechen. In stark belaubten Bäumen sowie schwer zugänglichen, kaum begehbaren Hecken, Feldgehölzen oder Böschungen ist die rein optische Kontrolle mit einem Fernglas der Effektivität der Hundenase hoffnungslos unterlegen. Seine Grenzen erreicht der ALB-Spürhund allerdings bei Bäumen von mehreren Metern Höhe. In diesen Fällen bietet der Baumkletterer das effektivere Monitoring.
ALB-Spürhund beim Monitoring einer Hecke

ALB-Spürhund beim Monitoring

Bild in Originalgröße

Kontrolle eines gefällten Baumes durch den ALB-Spürhund

Kontrolle durch ALB-Spürhund

Bild in Originalgröße

ALB-Spürhund im Einsatz am Holz

ALB-Spürhund im Einsatz

Bild in Originalgröße

Baumkletterer

Bäume werden zusätzlich zum Bodenmonitoring auch zweimal jährlich von Baumkletterern auf Schadsymptome des ALB kontrolliert. So kann der häufig vom Boden schlecht einzusehende Kronenbereich sehr effektiv abgesucht werden. Für die Durchführung dieses Kronenmonitorings beauftragt die LfL Kletterfirmen, deren Mitarbeiter eine spezielle Schulung der LfL besucht haben.
Im Winter werden alle 29 Wirtsgattungen (gemäß EU-Durchführungsbeschluss 2015/893 ) und im Sommer die spezifizierten Pflanzen (16 Gattungen, gemäß EU-Durchführungsbeschluss 2015/893) im Umkreis von 500 Metern um ein vom ALB befallenem Gehölz beklettert.
Unbelaubte Baumkrone mit zwei Baumkletterern

Baumkletterer im Team beim ALB-Monitoring

Bild in Originalgröße

Unbelaubte Baumkrone mit einem Baumkletterer

Baumkletterer beim ALB-Monitoring

Bild in Originalgröße

Fangbäume

Aktuell setzt die LfL in den ALB-Befallsgebieten nach der Fällung der Wirtsbäume in der betroffenen Zone sogenannte Fangbäume ein. Dabei handelt es sich um ALB-Wirtsbäume, derzeit Ahornbäume. Diese Fangbäume werden regelmäßig im Abstand von wenigen Tagen überprüft. Spätestens im nächsten Herbst werden sie entfernt und vernichtet, um jegliche mögliche Entwicklung eines Käfers zu verhindern.
Der Einsatz der Fangbäume unterstützt die Monitoringmaßnahmen der LfL. So sollen frühzeitig Hinweise auf noch vorhandene Käfer gefunden, die evtl. ausfliegenden Weibchen zur Eiablage auf diesen Fangbäumen angeregt und vor allem der ALB daran gehindert werden, wegen der jetzt im Gebiet fehlenden Wirtsbäume, auf bisher nicht befallene Laubbaumgattungen überzugehen.

Pheromonfallen

Lockstofffallen, sogenannte Pheromonfallen, ziehen durch spezielle Düfte Insekten an, dabei entscheidet der gewählte Duft darüber, welche Tiere angelockt werden. In den Fallen für den ALB befinden sich fünf Duftstoffe. Davon täuschen zwei Duftstoffe die Anwesenheit von männlichen Käfern vor, indem sie deren Geruch nachahmen. Drei Duftstoffe zielen auf den Hunger der Weibchen, indem sie den Duft von gern gefressenen Bäumen ausströmen. Die Duftmischung lockt hauptsächlich unbefruchtete Weibchen an.
Als zweite wichtige Funktion muss die Pheromonfalle die Käfer auch fangen. Benutzt werden sogenannte Prallfallen (siehe Bilder). Wenn ein Käferweibchen in die Falle fliegt, prallt es an der glatten Oberfläche der Falle ab und rutscht nach unten in einen Auffangbehälter. Dieser ist mit einer gesättigten Kochsalzlösung gefüllt, um den Fang zu konservieren. In der Falle befinden sich keinerlei giftige Stoffe, die Fallen sind völlig unschädlich für Menschen, spielende Kinder etc. Die Prallfallen sollten mit der Unterkante in ca. 3 m Höhe, möglichst frei hängend an Ästen im unteren Kronenbereich angebracht werden. Die Fallen werden so im Baum befestigt, dass Personen ohne Hilfsmittel die Falle nicht herablassen können.
Installiert werden die Fallen von Mitarbeitern der LfL bzw. einer beauftragten Firma, je nach Witterung ab Anfang bis Mitte Juni. Danach müssen die enthaltenen Duftstoffe (Pheromone) alle sechs Wochen gewechselt werden. Dabei wird auch kontrolliert, was die Falle gefangen hat. Ende Oktober werden die Fallen wieder abgenommen.
Die Fallen dienen nicht der Bekämpfung, sondern sind Bestandteil des Monitorings und geben Käfernachweise bei geringen Populationsdichten. Der Wirkungsradius der Pheromone beträgt rund 50 m. Das bedeutet, es werden keine Käfer über weite Distanzen angelockt. Es begeben sich somit nur Käfer in die Falle, die sich schon in unmittelbarer Nähe der Falle befinden. Aus diesem Grund ist eine Vielzahl an Fallen in einem dichten, räumlichen Netz notwendig.
Sollte in einer Falle ein ALB-Käfer gefunden werden, wird das Monitoring im Umkreis der Falle intensiviert, um die Befallsmerkmale dieses Käfers im Baumbestand zu orten.
ALB-Pheromonfalle im Baum hängend

Baum mit Pheromonfalle

Bild in Originalgröße

Detailaufnahme einer im Baum hängenden ALB-Pheromonfalle

Pheromonfalle im Baum

Bild in Originalgröße

Mehr zum Thema

ALB: Bildergalerie

Die LfL hat umfangreiches Bildmaterial zum Asiatischen Laubholzbockkäfer zusammengestellt. Die Fotos auf dieser Seite stehen unter Angabe der Quelle zum Abdruck honorarfrei zur Verfügung. Als Quelle verwenden Sie bitte "Foto: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)". Mehr