Praxisratgeber: Unkrautmanagement auf Wiesen und Weiden

Gute Wiesen sind gepflegte Wiesen

Unsere Wiesen und Weiden sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Sie bilden die Brücke zwischen Wald und Ackerland und können nur über den Wiederkäuermagen sinnvoll verwertet werden. Das Grünland kennt über 200 verschiedene Pflanzenarten. Dazu zählen auch Giftpflanzen und minderwertige Platzräuber, die aus der Sicht der Tierernährung unerwünscht sind.
Unerwünschte Pflanzen im Grünland: Wiesen-Storchschnabel, Löwenzahn, Kälberkropf (von oben nach unten)

Unerwünschte Pflanzen im Grünland: Wiesen-Storchschnabel, Löwenzahn, Kälberkropf (von oben nach unten)

Neben Boden- und Klimaeinflüssen wird die botanische Zusammensetzung unserer Wiesen auch von der Bewirtschaftung geprägt. Aufgabe dieser Bewirtschaftung ist es, durch eine standortangepasste Düngung und Nutzung die jeweiligen Leitgräser bzw. Pflanzengesellschaften zu forcieren und bei Überhandnehmen einzelner Pflanzenarten regulierend einzugreifen.

Eine einseitige Verunkrautung der Wiesen und Weiden kann mehrere Ursachen haben. Hier sind Standortmängel (nasse, luftarme Böden, Schatten etc.), natürliche Schäden (Mäuse, Engerlinge, Auswinterungsschäden, Pilzbefall wie Rost, Schneeschimmel etc.) und auch Bewirtschaftungsfehler zu nennen. Dazu zählen vor allem Düngungsfehler, Übernutzung, Narbenverletzungen und Bodenverdichtung, aber auch zu späte Nutzung und mangelhafte Grünlandpflege.

Neben vorbeugenden Maßnahmen sind vielfach mechanische und in Einzelfällen auch chemische Pflanzenschutzmaßnahmen erforderlich, um den Pflanzenbestand wieder zu sanieren. Der folgende Ratgeber zum Unkrautmanagement auf Wiesen und Weiden soll aufzeigen, welche Maßnahmen zur Lenkung des Pflanzenbestandes bzw. zur Bekämpfung einzelner Unkräuter möglichst effizient und umweltverträglich sind.

Die Empfehlungen für vorbeugende, mechanische und gezielte chemische Maßnahmen zur Regulierung des Grünlandbestandes beziehen sich ausdrücklich auf die standortgerechte Pflege von Wirtschaftsgrünland. Auf extensiviertem Grünland ist insbesondere der Herbizideinsatz durch entsprechende Vertragsregelungen grundsätzlich ausgeschlossen. Auf naturräumlichen Grünlandflächen sind neben den Anforderungen der Grundfutterproduktion Aspekte der Biodiversität gleichwertig zu berücksichtigen.