Info zum Zulassungsstand von Glyphosat

Mit Wirkung vom 29. Juni 2016 hat die EU-Kommission eine erneute Verlängerung der Zulassung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffes Glyphosat durch Verordnung beschlossen. Diese Entscheidung wurde notwendig, da sich die Mitgliedstaaten im Rahmen des Neubewertungsverfahrens trotz mehrerer Anläufe auf keine qualifizierte Meinung für oder gegen eine Wiederzulassung einigen konnten.
Die aktuelle Verlängerungsfrist läuft bis 6 Monate nach der Stellungnahme zur Risikobeurteilung durch die Europäische Chemiekalienagentur bzw. bis spätestens zum 31. Dezember 2017. Hiermit wird dem Vorschlag einer Reihe von Mitgliedstaaten Folge geleistet und vor einer längerfristigen Zulassung oder gegebenenfalls einer Verweigerung der Zulassung die Risikobeurteilung der hierfür zuständigen EU-Behörde zur Einstufung der Karzinogenität von Glyphosat eingeholt.
Im Laufe des Jahres 2017 besteht somit die Grundlage für eine Neubewertung auf der Basis einer vollständigen europäisch harmonisierten Datengrundlage. Bis zu einer endgültigen Neubewertung bleibt die Zulassung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel gültig. Normal in diesen Zeitraum auslaufende Zulassungen werden bis Ende 2017 verlängert. Unabhängig hiervon hat die EU-Kommission angekündigt, dass sie die bestehenden Sonderbestimmungen für die Anwendung von Glyphosat weiter verschärfen möchte. Hierzu sind allerdings noch weitere Beratungen mit den Mitgliedstaaten erforderlich. Wesentliche Zielsetzungen dieser geplanten Einschränkungen, wie das Anwendungsverbot von Tallowamin-Formulierungshilfsstoffen und die Beschränkung der Sikkationsanwendung, sind in Deutschland bereits umgesetzt. Ein Eingriff in die Zulassung zur Anwendung im Haus- und Kleingarten ist dagegen noch offen.

Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat sind ein wichtiger Baustein bei der Direktsaat von Mais. Auf der linken Seite erfolgte eine Vorsaat-Behandlung der Altverunkrautung, auf der rechten Seite nicht.

Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat sind ein wichtiger Baustein bei der Direktsaat von Mais. Auf der linken Seite erfolgte eine Vorsaat-Behandlung der Altverunkrautung, auf der rechten Seite nicht.
LfL, Institut für Pflanzenschutz, Stand: 04.07.2016