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Landesanstalt für LandwirtschaftPflanzenschutz → Unkrautbekämpfung
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Aktuelle Herbizid-Empfehlungen

Die in den einzelnen Anwendungsgebieten empfohlenen Herbizide bzw. Herbizidkombinationen stützen sich auf umfangreiche Ergebnisse aus Feldversuchen des bayerischen Pflanzenschutzdienstes. Es handelt sich dabei um eine Auswahl der besten Behandlungsvarianten einer mehrjährigen Prüfperiode.

Getreide

Gerstenähre

Frühjahrsanwendungen

Bei den Empfehlungen zur Ungrasbekämpfung im Frühjahr ist zu beachten, dass die speziellen Gräserherbizide i.d.R. mit Ergänzungspräparaten gegen eine dikotyle Mischverunkrautung kombiniert werden müssen. Hierbei sind die Mischungsverträglichkeiten der einzelnen Herbizide zu beachten, um die Ungraswirkung und Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden. Bei den Herbizidempfehlungen wird davon ausgegangen, dass keine Herbizidresistenz bei den Ungräsern vorhanden ist.

Herbstanwendungen

Die Unkrautbekämpfung im Herbst erfolgt in der Regel mit vorwiegend bodenwirksamen Präparaten mit einem breiten Wirkungsspektrum sowohl gegen dikotyle Unkräuter als auch gegen die Leitungräser Windhalm und Ackerfuchsschwanz. Auf Ackerfuchsschwanzstandorten ist oft die Kombination eines bodenwirksamen Breitbandherbizids mit einem blattaktiven Gräsermittel sinnvoll. Eine weitere Möglichkeit bei starkem Ackerfuchsschwanzdruck ist eine Behandlungsfolge mit einer Herbst- und Frühjahrsbehandlung. Zu beachten ist die Unverträglichkeit von Sulfonylharnstoffen wie Atlantis und Lexus in der Wintergerste.


Raps

Rapsblüte

Die Unkrautbekämpfung im Raps erfolgt standardmäßig mit einer breit wirksamen Behandlung im Vorauflauf oder frühem Nachauflauf. Für von dieser Maßnahme nicht erfaßte Unkräuter und Ungräser gibt es verschiedene Möglichkeiten einer blattaktiven Nachbehandlung im Herbst oder Frühjahr.


Mais

Mais mit Gänsefuß

Die Behandlungsempfehlungen sind Komplettlösungen für die Bekämpfung einer typischen Unkrautflora im Mais. Da Standorte mit einer rein dikotylen Verunkrautung immer seltener werden, wird zwischen folgenden Situation unterschieden:
- Standorte mit einer vorwiegend dikotylen Mischverunkrautung und einem schwächeren Besatz an Hühnerhirse.
- ausgesprochene Hirsestandorte, an denen neben Hühnerhirse auch Borsten- und Fingerhirsen in hoher Besatzdichte vorkommen können.

Da Terbuthylazin-haltige Behandlungen nicht für den Einsatz auf wassersensiblen Standorten mit extrem sorbtionsschwachen Böden (leichte Sande, flachgründige Kies- oder Schotterböden) wie etwa im Gebiet des offenen Jura-Karst geeignet sind, bildet TBA-frei bzw. TBA-haltig das zweite Entscheidungskriterium.
Gegen Sonderunkräuter (z.B. Winden, Ampfer, Ausfall-Kartoffeln, etc.) und auf stark humosen Standorten sind Sonderbehandlungen notwendig.


Rüben

Zuckerrübe mit Vogelknöterich-Verunkrautung

Ausgangspunkt der Empfehlungen zur Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben ist eine "normale" Situation mit einer typischen Mischverunkrautung in moderater Besatzdichte, in der Standardspritzfolgen zum Einsatz kommen. Diese Standardspritzfolgen werden für verschiedene Sonderfälle, in denen entweder einzelne Unkraut-Arten in hohen Besatzdichten oder generell schwer bekämpfbaren Problemunkräuter auftreten, hinsichtlich Wirkstoffausstattung, Aufwandmengen und ggf. Einsatztermin modifiziert.


Kartoffeln

Kartoffeln nach dem Durchstoßen

Die Basis für eine erfolgreiche chemische Unkrautbekämpfung im Kartoffelbau ist die Vorauflaufbehandlung mit geeigneten Bodenherbiziden in der notwendigen Aufwandmenge. Gestützt auf ein umfangreiches Feldversuchsprogramm geben wir Empfehlungen für leistungsfähige Präparatekombinationen zur Unkraut- bzw. Ungrasbekämpfung sowie zur Sikkation im Kartoffelbau.



März 2012
Klaus Gehring, Stefan Thyssen
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenschutz
Tel.: 08161/71-5651 • Fax: 08161/71-5735