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Nachbaurisiko von Winterraps durch Herbizid-Behandlungen in der Getreide-Vorkultur

Schädigung von Raps-Keimpflanze (oben) und Ausdünnung des Bestandes (unten) durch Herbizidbehandlung in der Getreide-Vorkultur

Das Herbizidmanagement für den Winterraps beginnt bereits in der vorausgehenden Getreideart. Aufgrund der kulturspezifischen Empfindlichkeit von Raps gegenüber Sulfonylharnstoff-Herbiziden sind Weizen-Raps-Fruchtfolgen besonders gefährdet. Aber auch die Anwendung von rein dikotyl wirksamen Sulfonylharnstoff-Herbiziden im Frühjahr in der Gerste kann unter ungünstigen Bedingungen zu Folgeschäden im Raps führen. Das Hauptrisiko sind lange Trockenperioden, die den mikrobiellen Wirkstoffabbau in der Vegetationsperiode behindern. Weitere Risikofaktoren sind ein später Sulfonylharnstoff-Einsatz im Getreide mit hohen Wirkstoffmengen durch z.B. Kombination verschiedener Sulfonylharnstoff-Herbizide, schwere Böden mit geringer mikrobieller Aktivität und relativ hohen pH-Werten, sowie ein pflugloser Rapsanbau. Aus diesen Gründen ist bei bestimmten Präparaten der Nachbau von Raps generell ausgeschlossen. Nach der diesjährigen extremen Frühjahrstrockenheit besteht bei Präparaten, die mit dem Hinweis „Schäden an nachgebauten zweikeimblättrigen Zwischenfrüchten und Winterraps möglich“ versehen sind, ein erhöhtes Risiko. Durch eine Bodenprobe mit einem Keimtest können zwar Hinweise auf das Nachbaurisiko ermittelt werden; eine absolute Sicherheit ist damit aber nicht möglich. Auf Standorten mit einem hohen Wasserdefizit und pflugloser Bewirtschaftung sollte auf den Rapsanbau verzichtet werden, wenn im Frühjahr Getreideherbizide auf der Basis von Flupyrsulfuron, Iodosulfuron, Metsulfuron, Sulfosulfuron oder Propoxycarbazone eingesetzt wurden.

Tabelle: Nachbaurisiko bei Herbizid-Vorbehandlungen im Getreidebau  PDF-Dokument



Juli 2011
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenschutz
Tel.: 08161/71-5651 • Fax: 08161/71-5735