Effektive Bekämpfung von Schermaus- und Feldmauspopulationen

Wühlmäuse, darunter fallen Schermäuse und Feldmäuse, können im Grünland einen enormen quantitativen und qualitativen Verlust am Grundfutter verursachen. Ein Projekt der LfL, gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, beschäftigt sich mit dem Monitoring der beiden Schadnagerarten und dem des Maulwurfes sowie einem Vergleich der gängigen Bekämpfungsmöglichkeiten.

Aktuelle Tipps

Jetzt ist die beste Zeit zur Scher- und Feldmausbekämpfung.

Was soll jetzt getan werden?

Schadbilder der Feld- und Schermaus auf einem FeldZoombild vorhanden

Schadbilder, Fotos: Chapman

Nachdem die Schneedecke verschwunden ist, kommen auf Wiesen oft unschöne „Mäuseautobahnen“ zum Vorschein. Damit sich diese Straßen nicht weiter durch das Jahr ziehen, sollten Sie jetzt Gegenmaßnahmen ergreifen.
Gegenmaßnahmen

Bekämpfungsmethoden

Abb.: Feuchter

Hintergrund

mehrere Mäuse auf einer WieseZoombild vorhanden

Topcat-Falle

Die Schäden von Schermaus und Feldmaus können im Grünland beträchtlich ausfallen. Die Feldmaus, welche sich hauptsächlich von Samen, Gräsern und Kräutern ernährt, verursacht überwiegend oberirdische Fraßschäden. Dies kann zu einem flächigen Kahlfraß und einem damit verbundenen Ansiedeln von unerwünschten Pflanzenarten führen. Im Gegensatz hierzu ernährt sich die Schermaus vorwiegend von Knollen und Wurzeln. Durch die rege Grabtätigkeit der Schermaus entstehen zahlreiche unterirdische Gänge und aufgeworfene Erdhaufen. Erschwerte Erntearbeiten und eine Kontamination des Grundfutters mit Erde und Keimen können die Folgen sein. Neben einem erhöhten Arbeitsaufwand ist auch der finanzielle Schaden teilweise nicht unerheblich. Leicht verwechselt werden können die Erdhaufen der Schermaus mit denen des Maulwurfs. Der sich von Insekten ernährende Maulwurf steht jedoch unter Naturschutz und darf nicht bejagt werden. Für die Bekämpfung von Schermaus und Feldmaus können sowohl mechanische als auch chemische Methoden eingesetzt werden.

Projektziel

Ein Ziel des Projektes ist es, ein praxistaugliches Konzept zur Kontrolle von Wühlmäusen zu entwickeln. Hierfür soll das im Handel erhältliche Sortiment an Fallen untereinander sowie mit chemischen Bekämpfungsmethoden hinsichtlich Handhabung, Zeitaufwand und Wirtschaftlichkeit verglichen werden. Ebenso sollen Vergrämungsmethoden und die Förderung natürlicher Feinde in den Versuchsaufbau mit einbezogen werden. Des Weiteren soll das Projekt dazu dienen, einen Gesamtüberblick über die Verteilung der Populationen beider Wühlmausarten sowie des Maulwurfs im Grünland Bayerns zu erhalten.

Ergebnisse

Landkarten mit Monitoringergebnissen der Jahre 2015 und 2016

Feldmaus: Dargestellt sind die Monitoringergebnisse vom Herbst 2015 und Herbst 2016. Mit Pfeilen ist angegeben, ob die Population im Vergleich zum Frühjahr zugenommen oder abgenommen hat bzw. gleichgeblieben ist. Die Befallsstärken (siehe rechts oben) sind in unterschiedlichen Farben gekennzeichnet (wgL=wieder geöffnete Löcher).
Im Vergleich vom Frühjahr zum Herbst 2015 stiegen auf 66% der beprobten Flächen die Feldmauspopulationen im Laufe des Jahres an. Die Bekämpfungsschwelle (>8 wgL/250m2) wurde im Frühjahr auf weniger Flächen überschritten (43%) als im Herbst (60%).
Im Laufe des Jahres 2016 fand auf 54% der Flächen ein Rückgang der Feldmauspopulationen statt. Lediglich in Schwaben und Oberfranken fand überwiegend eine Zunahme statt. Die Bekämpfungsschwelle wurde sowohl im Frühjahr, als auch im Herbst auf 46% der Flächen überschritten.
Insgesamt lässt sich sagen, dass 2016 im Vergleich zu 2015 die Feldmauspopulationen in Bayern abgenommen haben.

Landkarten mit Monitoringergebnissen der Jahre 2015 und 2016

Schermaus: Dargestellt sind die Monitoringergebnisse vom Herbst 2015 und Herbst 2016. Mit Pfeilen ist angegeben, ob die Population im Vergleich zum Frühjahr zugenommen oder abgenommen hat bzw. gleichgeblieben ist. Die Befallsstärken (siehe rechts oben) sind in unterschiedlichen Farben gekennzeichnet.
Im Laufe des Jahres 2015 haben auf 56% der Flächen die Schermauspopulationen zugenommen. Vor allem in Südbayern war die Schermaus in hoher Zahl anzutreffen.
Im Gegensatz dazu fand 2016 auf 58% der Flächen ein Rückgang der Schermauspopulationen statt. Lediglich in Oberfranken konnte eine überwiegende Zunahme der Schermauspopulationen auf den beprobten Flächen nachgewiesen werden.
Im Frühjahr 2016 war die Schermauspopulation im Versuchszeitraum bisher am größten.

Landkarten mit Monitoringergebnissen der Jahre 2015 und 2016

Maulwurf: Dargestellt sind die Monitoringergebnisse vom Herbst 2015 und Herbst 2016. Mit Pfeilen ist angegeben, ob die Population im Vergleich zum Frühjahr zugenommen oder abgenommen hat bzw. gleichgeblieben ist. Die Befallsstärken (siehe rechts oben) sind in unterschiedlichen Farben gekennzeichnet.
Im Jahr 2015 fand auf 61% der Flächen ein Rückgang der Maulwurfpopulationen statt. Lediglich in Oberfranken stieg die Zahl der Maulwürfe im Laufe des Jahres an.
2016 stieg auf 56% der Flächen die Zahl der Maulwürfe. Im Gegensatz zum Vorjahr nahm die Maulwurfpopulation in Oberfranken hier im Laufe des Jahres ab.
Seit dem Herbst 2015 blieb die Anzahl der Maulwürfe im Schnitt gleich.
Die Vergesellschaftung von Maulwurf und Schermaus konnte im Frühjahr 2015 auf 58% der Flächen nachgewiesen werden und stieg im Laufe des Jahres auf 67% an. Im Frühjahr 2016 fanden sich noch auf 61% der Flächen beide unterirdischen Bewohner. Im Herbst dagegen zeigte sich nur noch auf 47% der Flächen eine Vergesellschaftung von Maulwurf und Schermaus.

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenschutz
Franziska Feuchter

Lange Point 10
85354 Freising
Fax: 08161 7157-53
E-Mail: pflanzenschutz@lfl.bayern.de