Betriebs- und arbeitswirtschaftliche Daten von Heil- und Gewürzpflanzen

Mählader Schiele beim Überladen geernteter Pflanzen
Heil- und Gewürzpflanzen zählen zu den Anbau- und Absatznischen, für deren erfolgreichen Anbau viele Voraussetzungen zu erfüllen sind. Allgemein zugängliche Veröffentlichungen über betriebswirtschaftliche Untersuchungen an Heil- und Gewürzpflanzen gab es bisher nicht. Gründe dafür sind die große Artenzahl, die geringe Betriebszahl pro Pflanzenart, die unterschiedlichen Betriebs- und Absatzstrukturen, die stark schwankenden Preise und die Scheu vieler Betriebe, aus Angst vor der Konkurrenz realistische Angaben zu machen. Auf der anderen Seite stellt aber die betriebswirtschaftliche Beurteilung das letztlich entscheidende Kriterium für die Durchführung des Anbaues dar.

Kalkulationsunterlagen

Trotz dieser Schwierigkeiten hat das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) vor einigen Jahren damit begonnen, für zwölf ausgewählte Arten (Arzneifenchel, Baldrian, einj. Bohnenkraut, Dillspitzen, Kamille, Koriander, Kümmel, Majoran, Blattpetersilie, Pfefferminze, Thymian, Zitronenmelisse) Kalkulationsunterlagen zu erarbeiten. Vor kurzem wurde die erste grundlegende Datensammlung zu dieser Thematik herausgegeben. Mithilfe der der Datensammlung beigefügten CD-ROM kann jetzt außerdem jeder Nutzer viele Daten den eigenen betriebsspezifischen Verhältnissen anpassen und auf diese Weise "maßgeschneiderte" Berechnungen nach einheitlichen und vergleichbaren Methoden anstellen.
Kosten: 16 Euro

Bestellung
KTBL-Datensammlung Heil- und Gewürzpflanzen mit CD-ROM
Best.Nr. 19469
KTBL-Schriften Vertrieb im Landwirtschaftsverlag GmbH
48084 Münster
Tel.: 02501 801-300
Fax: 02501 801-351

Schüttgewicht und Raumbedarf verschiedener Pflanzenteile von Heil- und Gewürzpflanzen

Baldrian Bestand in der Blüte
Die Kenntnis von Schüttgewicht und Raumbedarf des Erntegutes von Heil- und Gewürzpflanzen ist wichtig für die Berechnung der notwendigen Ernte-, Transport-, Aufbereitungs- und Lagerkapazitäten. Dazu gibt es aber bisher kaum Angaben.
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat daher von 1990 bis 2008 das Schüttgewicht (Schüttdichte) und den Raumbedarf verschiedener Pflanzenteile von 42 Arten ermittelt. Trotz der teilweise nur wenigen Untersuchungen pro Pflanzenteil können die ermittelten Werte grobe Richtwerte liefern. Es hat sich gezeigt, dass die Arten sehr differenziert zu betrachten sind. Das Schüttgewicht für Frischmasse bei den untersuchten Arten bewegte sich zwischen 49 und 491 kg/m3, für Droge zwischen 17 und 707 kg/m3.

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