Status-Quo-Analyse zur Unkrautregulierung im ökologischen Arznei- und Gewürzpflanzenanbau in Bayern

Petersilienpflanze im Bestand vor dem Hacken
Unkraut im Bestand hat einen negativen Einfluss auf Qualität und Ertrag des Ernteguts. Daher ist eine optimierte Unkrautregulierung zugunsten eines reduzierten Handhackaufwands für die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen und deutschen Ökoproduktion von besonderer Bedeutung und gewinnt nicht zuletzt durch das wachsende Bewusstsein gegenüber pyrrolizidinalkaloidhaltigen Ackerunkräutern an aktueller Brisanz.

Hintergrund und Durchführung des Projektes

Die fragebogengestützten Interviews wurden schriftlich und telefonisch bzw. vor Ort durchgeführt. Ein Fokus der aktuellen Befragung lag auf der Unkrautbekämpfung in der Reihe, problematisch insbesondere bei langsam wachsenden, flächigen oder mehrjährigen Kulturen. Darüber hinaus wurden auf ausgewählten Betrieben die vorhandenen Geräte dokumentiert bzw. im Einsatz beobachtet.
Ziel
Ein wichtiges Ziel der Status-Quo-Erhebung war, erfolgreiche Ansätze und Methoden zur Unkrautregulierung – von indirekten Maßnahmen bis hin zum gezielten Geräteeinsatz – zu beschreiben. Auf Basis dieser aktuellen Grundlagen könnte der fachliche Austausch zwischen Landwirten und Beratern intensiviert und so die Entwicklung betriebsspezifischer Strategien ermöglicht werden. Außerdem sollten Problembereiche ermittelt werden, bei denen die Forschung und Beratung aktiv werden kann, um gezielt Lösungswege zu erarbeiten oder Geräteentwicklungen anzustoßen.
Ergebnisse der Befragungen
Die Ergebnisse der Befragungen wurden in anonymisierter Form auf einem Feldtag imSeptember 2014 vorgestellt und diskutiert sowie anschließend in schriftlicher Form veröffentlicht. Weiterführend ist ein praxisnahes Folgeprojekt geplant, in dem die wichtigsten Problemstellungen bearbeitet und in dem bewährte Verfahren und Geräte einschließlich aktueller Neuentwicklungen auf Praxisbetrieben verglichen werden sollen.

Unkraut-Feldtag 2014

Schlussbericht/Zusammenfassung

Im zurückliegenden Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und des Fördervereins Ökoplant e.V. wurde der Status-Quo der Unkrautregulierungspraxis im ökologischen Arznei- und Gewürzpflanzenanbau in Bayern ermittelt, wobei ein Fokus auf der Unkrautbekämpfung in der Reihe lag.
Eine optimierte Unkrautregulierung zugunsten eines reduzierten Handhackaufwands ist für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produzenten von besonderer Bedeutung. Die derzeitigen Diskussionen um die pyrrolizidinalkaloidhaltigen Ackerunkräuter geben einen weiteren aktuellen Anlass, die Unkrautregulierungsstrategien zu optimieren.
Mit umfangreichen Befragungen von Ökobetrieben in Bayern und Umgebung, von deutschen Anbauberatern und internationalen Geräteherstellern wurde erstmals ein umfassendes Bild der Unkrautregulierungspraxis im ökologischen Arznei- und Gewürzpflanzenanbau erstellt. Die hohe Teilnahmequote der Landwirte und der Berater an den Befragungen und das Interesse auch von konventionellen Betrieben unterstrichen die Relevanz der Thematik in der Praxis.
Es wurde deutlich, wie stark die einzelbetrieblichen Bedingungen, Anbaukonzepte und Unkrautregulierungsstrategien variieren und dass ein effektives Unkrautmanagement nur durch ein Gesamtpaket an aufeinander abgestimmten und erfolgreich durchgeführten Einzelmaßnahmen möglich ist. Systembedingt liegen gerade im ökologischen Anbau langjährige Erfahrungen in der nicht-chemischen Unkrautregulierung vor.
Aus den Umfrageergebnissen wurden für verschiedene Modellkulturen wie Petersilie, Pfefferminze oder Schnittlauch Praxisbeispiele dargestellt, die indirekte Maßnahmen wie Fruchtfolge oder Bodenbearbeitung bis hin zum gezielten Geräteeinsatz umfassen. Außerdem wurden Problemunkräuter sowie weiterer Forschungs- und Handlungsbedarf identifiziert. Bei den Erhebungen und vor allem bei den Betriebsbesuchen wurde auch deutlich, dass trotz aller Anstrengungen bei der Unkrautbekämpfung für viele vorhandene Geräte Kennzahlen und dokumentierte Erfahrungen zu bestimmten Kulturen fehlen. Auch bei der Sichtung der vorhandenen Literatur wurde dieser Eindruck bestätigt.
Projektinformation
Projektleitung: Dr. Heidi Heuberger
Projektbearbeitung: Hanna Blum - Ökoplant e.V., Dr. Zoltan Gobor - LfL Institut für Landtechnik und Tierhaltung, Dr. Heidi Heuberger, Dr. Christine Holzapfel - LfL Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Dr. Harald Schmidt - Ökoplant e.V.
Laufzeit: 01.11.2013 – 31.12.2014
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten
Förderkennzeichen A/13/36 (StMELF)