Pflanzenschutz Hopfen

Die Aufgabe des Pflanzenschutzes ist die Entwicklung von Strategien zur Kontrolle von Schadorganismen.

Aktuelle Zulassungssituation von Pflanzenschutzmitteln

Pflanzenschutzmittel sind nur befristet zugelassen. In den Tabellen sind die wichtigsten aktuell in der Bundesrepublik für den Hopfenbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel aufgelistet, sortiert nach dem Schadorganismus gegen den sie eingesetzt werden dürfen. Als ergänzende Information sind Zulassungsende und Rückstandshöchstmengen in der EU, in den USA und Japan angegeben.

Krankheiten und Schädlinge im Hopfenbau

Hopfen - Krankheiten, Schädlinge, Nichtparasitäre Schadbilder

Der Flyer im pdf-Format gibt einen Überblick der wichtigsten biologischen und nicht parasitären Schaderreger im Hopfenbau. Die Biologie der Krankheitserreger und Schädlinge ist ebenso kurz dargestellt, wie deren Befallsbedingungen und Maßnahmen zur Schadenskontrolle im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes.

Hopfen - Krankheiten, Schädlinge, Nichtparasitäre Schadbilder (LfL-Merkblatt): zum Ausdrucken und Bestellen

Hopfenwelke - Vorbeugung und Bekämpfung

Starke Welkesymptome an einer Hopfenrebe

Starke Welkesymptome an einer Hopfenrebe

Die Bekämpfung der Verticillium-Welke in deutschen Hopfenanbaugebieten ist eine langfristige Aufgabe. Forschung und Beratung der LfL sind von zentraler Bedeutung, um die Hopfenpflanzer im Kampf gegen Verticillium zu unterstützen. Auch Bodensanierungsmöglichkeiten werden ab 2018 erforscht.

Forschungs- und Innovationsprojekt zur Verticillium-Problematik bei Hopfen

Neueste Erkenntnisse zur Biologie des Echten Mehltaus am Hopfen

Die bisher empirisch erarbeiteten Daten für ein „vorläufiges Mehltau – Prognosemodell“ wurden im Rahmen eines Forschungsprojektes (finanziert über die BLE durch das BMELV ) nach wissenschaftlichen Methoden überarbeitet. Die Daten wurden zu einer „witterungsgestützen Befallsprognose“ verrechnet; erstmals für die Vegetation 2008. Die ausgelösten Spritzaufrufe nach dem „vorläufigen Prognosemodell „ und der - „witterungsgestützten Befallprognose“ stimmen sehr gut überein.
In Praxisversuchen wird das „vorläufige Prognosemodell“ seit 2003 und das „witterungsgestützte Befallsmodell“ seit 2008 getestet.
Rückwirkende Berechnungen an sieben agrarmeteorologischen Meßstationen in der Hallertau bestätigen den Zusammenhang zwischen Spritzaufrufen nach Modell und dem Mehltauvorkommen in der Praxis.
Von größter Bedeutung ist die Bekämpfung der Erstinfektion. In Praxisversuchen werden die Modelle weiter (Vergleich mit unbehandelten Parzellen) geprüft, gleichzeitig werden „Empfehlungen zur Mehltaubekämpfung in Praxisbeständen“ über das Ringfax herausgegeben.

Weitere Informationen in der Präsentation von Stefan Schlagenhaufer (Hopfenbauversammlung 2009) pdf 3,6 MB

Stand der Kenntnis zur Bedeutung von Botrytis an Hopfen

Zulassung von Spezial - Botrytiziden:
Grundsätzlich sind gleiche Mittel wie im Wein- und Spargelbau möglich. Die Kosten pro Spritzung im Hopfenbau liegen bei ca. 120 € /ha. Die Spritzung muss vorbeugend
erfolgen. Der optimale Spritztermin für eine erfolgreiche Bekämpfung kann in keiner Freilandkultur vorausgesagt werden. Mit Kosten ohne Nutzen muss gerechnet werden.
Alternative Strategien:
Nutzung von Nebenwirkungen bei anderen Fungiziden: Euparen M WG; Ortiva; Flint;
Folpan 80 WDG. „Bellis“ mit dem Wirkstoff Boscalit (wie im Cantus) steht im
Zulassungsverfahren gegen Echten Mehltau. Witterungsauswertungen lassen hoffen, dass bei Spritzungen nach dem vorläufigen „Mehltau-Prognose- Modell“ je nach
Produkt auch Botrytis erfasst wird. Die botrytisanfälligsten Sorten (MR, HM) gehen im Anbau zurück.
Der Aufwand für die Zulassung von Botrytiziden im Hopfen ist nicht lohnend.
Botrytis cinerea ist ein pilzlicher Krankheitserreger, der außer bei Hopfen auch in vielen Kulturen Schaden hervorrufen kann. Im Gegensatz zu Wein oder Spargel sind im Hopfen keine speziellen Pflanzenschutzmittel gegen Botrytis, sogenannte Botrytizide, zugelassen. Die gegen Falschen Mehltau bzw. Echten Mehltau im Hopfen registrierten Mittel Ortiva, Flint und Bellis besitzen aber eine Nebenwirkung gegen dem Pilz.
Weitere Informationen zur Biologie und zu den Befallsbedingungen von Botrytis cinerea im Hopfen finden Sie in der Präsentation von Bernhard Engelhard.

Hopfen Botrytis pdf 816 KB

Mehr zum Thema

Monitoring von gefährlichen Virus- und Viroidinfektionen von Hopfen in Deutschland

Insbesondere Pflanzgut und Züchtungsmaterial müssen möglichst frei von Schaderregern sein, um gesunde, ertragssichere Hopfenpflanzen und Hopfen in bester Brauqualität zu erhalten. Das gilt auch für Viren und Viroide. Mit unserem Monitoring decken wir erste Befallsherde neu auftretender Hopfenviren und Hopfenviroide in Praxisgärten, Zucht- und Vermehrungsmaterial frühzeitig auf. So können Infektionsquellen unmittelbar getilgt und dadurch eine Ausbreitung des Befalls verhindert werden. Mehr