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Erntetermine
Verschiedene Reifezustände (Ganzpflanzen-TS-Gehalt) von Kolben kurz vor dem Erntetermin (26.10.2004) aufgenommen
S: 500; TS: 24 % S: 350; TS: 25 % S: 250; TS: 28 %
Eine wichtige Frage bei der Biogaserzeugung aus Silomais ist, welchen Einfluss hat die Wahl des Erntetermins auf die Methanausbeute hat.
Seit 2003 werden dazu an der Landesanstalt Ernteterminversuche mit verschiedenen Silomaissorten durchgeführt. Ein Teil der Proben wurde mit dem Hohenheimer Biogastest an der Universität Hohenheim, Landesanstalt für Landwirtschaftliches Maschinen- und Bauwesen (H. Oechsner, M. Mukengele) auf ihre Methanausbeute hin untersucht.
Die Abb. 1 zeigt hierzu als Beispiel die Ergebnisse eines Versuchs der LfL im Landkreis Erding im Jahr 2006. Sorten verschiedener Reifegruppen von 250 bis 600 wurden an vier verschiedenen Terminen geerntet und auf Ihre Gasausbeuten hin untersucht.. Besonders bei den spätreiferen Sorten sind zwar geringfügige Unterschiede in den Methanausbeuten zwischen den einzelnen Terminen erkennbar, im relevanten TS-Bereich für eine Ernte von silierfähigem Material (ab ca.28 % TS), sind sie jedoch über alle Termine sehr ähnlich, in einem Bereich von etwa 330 l Methan/kg OTS.
Letztlich zeigt sich im relevanten TS-Bereich (> 28 % TS) für eine optimale Silagebereitung kaum ein Einfluss des Erntetermins auf die Höhe der Methanausbeute der verschiedenen Maissorten. Ab der 2. Ernte weisen im Versuch alle eine ähnlich hohe Leistung auf. Nur bei extrem frühen Terminen und dadurch sehr niedrigeren TS-Gehalten von 15-17 % reagierten die Sorten mit geringeren Methanausbeuten. Selbst bei überreifem Material mit TS-Gehalten über 40% gingen die Gasmengen nicht deutlich zurück.
Im Rahmen der Versuche wurde auch untersucht, ob der Stärkegehalt ein wichtiges Kriterium für die Gasausbeute einer Maissorte ist. Stärke findet sich bei Mais ausschließlich in den Körnern und der Stärkegehalt steigt im Verlauf der Reife bezogen auf die Gesamtpflanze stark an. Die Abb. 2 zeigt den Zusammenhang zwischen der im Substrat vorhandenen Stärke (also dem Kornanteil) und den gebildeten Gasmengen. Es zeigt sich deutlich, dass es keine signifikante Beziehung zwischen dem Stärkegehalt des Substrats, und somit dem Kolben- und Kornanteil in der Silage, und der Höhe der Methanausbeute gibt.
Diese Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass es für die Gasbildung der Methanbakterien offenbar unerheblich ist, welche Kohlenhydratquelle - ob Stärke oder neutral verdauliche Faser (NDF), also Blätter, Stängel usw. – sie verarbeiten. Möglicherweise ermöglichen ihnen die langen Aufenthaltszeiten im Fermenter einen ausreichend langen Aufschluss des Substrates, so dass am Ende ähnlich hohe Methanausbeuten aus Körnern wie auch aus der Restpflanze erzielt werden können.
Für die Sortenwahl ergibt sich somit die Möglichkeit der Nutzung Sorten, die spätreifer sind als konventionelle Silomaissorten und deshalb einen hohen Massenertrag liefern. Sie können dann mit einem TS-Gehalt geerntet werden, der deutlich niedriger ist als für Silomais, der für die Tierernährung Verwendung finden soll. Für eine stabile Silierung ohne Sickersaftverluste sollten 28% TS bei der Ernte jedoch nicht unterschritten werden.
Abbildung 1: Einfluss des Erntetermins auf die Höhe der Methanausbeute (Säulen) und des Trockensubstanzgehaltes bei Sorten verschiedener Reifegruppen im Jahr 2006, E1: 24.08., E2: 19.09., E3: 11.10., E4: 26.10) (Tittenkofen, Lkr. Erding; Eder B. & Mukengele M.)
Abbildung2: Einfluss des Stärkegehaltes auf die Höhe der Methanausbeute bei Silomais, (verschiedene Ernteterminversuche 2003-2006, Bayern, Weser Ems, Eder, B., Mukengele M.)
November 2007
Barbara Eder, Dr. Joachim Eder
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung
Tel.: 08161/71-3637 • Fax: 08161/71-4102
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