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Erstmals Satelliten gesteuerte Aussaat der Maisversuche des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung



Im Jahr 2008 hat sich eine Arbeitsgruppe der Institute IPZ und ILT gebildet mit dem Ziel die in den vergangenen Jahren begonnenen Aktivitäten zur Nutzung von GPS (Global Positioning System) im Feldversuchswesen weiterzuführen und 2009 erstmals Versuche mit Unterstützung eines solchen Systems anzulegen. Die AG "GPS-unterstützte Versuchsanlage und Pflege" hat dazu ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet.







Versuchsfeldplanung mit Luftbildaufnahme und Navigationsrechner


Luftaufnahme von Versuchsfeld (Quelle: Landesamt für Vermessung und Geoinformation)
Versuchsfeldplanung mit dem Navigationssystem

Bild Quelle: Landesamt für Vermessung und Geoinformation






Ein Schlepper, der mit einem automatischen Lenksystem ausgestattet ist, war bereits in den vergangene Jahren angeschafft und erprobt worden. Die für die Maisaussaat verwendet Sämaschine wurde mit einer automatischen Steuereinrichtung versehen, so dass das Signal aus dem GPS-System zur Auslösung der Saatgutzufuhr für die einzelnen Parzellen übertragen werden konnte.





Auf den Navigationsrechner, der auf dem Schlepper montiert ist, werden die Daten übertragen.Nach Einstellung der Parameter fährt der Schlepper cm-genau seine Spuren und schaltet die Sämaschine

Als erster Schritt wird die Versuchsfläche mit Hilfe des Navigationsrechners durch einfaches Umfahren vermessen (rechts oben). Die Planung der Parzellenversuche erfolgt dann im Vorfeld auf einem PC und der fertige Versuchsplan wird auf den Navigationsrechner des Schleppers übertragen (links). Das System kann nun die Lenkung des Schleppers und die Auslösung der Saatgutablage für die aufeinander folgenden Parzellen eines Versuchs übernehmen. Es erfolgt eine automatische Satelliten-unterstützte Steuerung sowohl des Schleppers in der Fahrspur als auch der Ablage für die Parzellensaat (unten).
Es sind keine Vermessungsarbeiten und Markierungen auf der Versuchsfläche wie Kreidestriche oder Spurreißer mehr notwendig. Lediglich eine Grundlinie für den Beginn des Versuchs muss vorgegeben werden. Alles weitere erfolgt durch das Steuersystem.
Der Fahrer muss lediglich das Wenden des Schleppers am jeweiligen Ende der Versuchsfläche übernehmen. Ansonsten überwacht er das System. Die zweite Person ist an der Sämaschine nur für die Zuführung der Magazine mit dem vorbereiteten Saatgut zuständig.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Einhaltung einer geraden Fahrspur und die punktgenaue Auslösung der Sämaschine wesentlich exakter erfolgt als mit der bisherigen manuellen Steuerung.







An der praktischen Handhabung und der benutzerfreundlichen Programmierung des Systems soll in der nächsten Zeit zusammen mit dem Hersteller weiter gearbeitet werden. Es stellt einen wesentliche Arbeitserleichterung im Versuchswesen dar und soll in den nächsten Jahren eine möglichst breite Anwendung bei der Anlage von pflanzenbaulichen Versuchen an der LfL finden.





Der GPS-gesteuerte Schlepper fährt genau in der Spur. Der Schlepperfahrer braucht sich nicht mehr um das Lenken kümmern. Die Parzellenreihen können sich sehen lassen.


Mai 2009
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung
Tel.: 08161/71-3637 • Fax: 08161/71-4102