Der Eiweißlieferant
Sojabohne - Standortansprüche und Sortenwahl

Sojabohnenpflanze mit Hülsen
Sojabohnen bevorzugen leicht erwärmbare Böden mit lockerer Struktur, z.B. warme Körnermaisanbaulagen. Da der Wasserbedarf vor allem ab der Blüte und zur Kornausbildung hoch ist (Juli/August), ist eine ausreichende und kontinuierliche Wasserverfügbarkeit sehr wichtig. Die Anschaffung einer Beregnungsanlage eigens für den Sojabohnenanbau ist jedoch zumeist nicht wirtschaftlich. Steinige Böden bereiten bei der Ernte Schwierigkeiten und Böden mit hoher Stickstoffnachlieferung führen zu Reifeverzögerung und Lagergefahr. Kaltluftsenken und Spätfrostlagen sowie Waldränder (Wildschäden) meiden. Der pH-Wert sollte im schwach sauren bis neutralen Bereich (6,5 – 7,0) liegen.

Trockenheitssensible Stadien der Sojabohne sind:

  • der Blühbeginn, da er Einfluß auf den Hülsenansatz und die Bildung von Verzweigungen hat.
  • der Ansatz der Hülsen, in dieser Phase wird die Höhe der Kornzahl pro Hülse festgelegt.
  • der Beginn des Dickenwachstums der Hülsen, welcher sich auf das TKG auswirkt.
Unterschiedliche Reifezeitpunkte Sorten Sojabohnen
Das Hauptkriterium bei der Sortenwahl sollte die rechtzeitige Abreife sein. Des Weiteren sollte auf Ertragsleistung und Standfestigkeit sowie auf das Qualitätsmerkmal Proteingehalt Wert gelegt werden.Die Sorten werden in Reifegruppen eingeteilt.
Anbaulagen für Sojabohnen
Soja-Reifegruppe geeignet für Körnermaisanbaugebiete
„000“ - sehr früh in denen mittelfrüher Mais (240 – 250 K) noch ausreift => weniger günstige Lagen
„00“ - früh mittelspäte Maissorten (260 – 300 K) => günstige Lagen
In Deutschland und Österreich ist derzeit der Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut nicht erlaubt. Weltweit sind ca. 80 % aller angebauten Sojabohnen gentechnisch verändert. Der Großteil davon wird verfüttert, unter anderem auch in Deutschland. Eine europaweit einheitliche Kennzeichnung gibt Auskunft darüber, wie viel gv-Soja in einem Futtersack enthalten ist (wenn der Anteil 0,9 % übersteigt). Will man gv-freies Saatgut aus Übersee importieren, muss bei Importen darauf geachtet werden!

Ergebnisse zu Sorten im Ökologischen Landbau in Bayern

Ergänzende Informationen erhalten Sie beim

Literatur
IMGRABEN, H. und Recknagel, J. (2013): Anbauanleitung für Sojabohnen 2013. Regierungspräsidium Freiburg.
IMGRABEN, H. und Recknagel, J. (2012): Soja Praxistipps, so klappt der Ökosojabohnenanbau (Version 2012). Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) Deutschland e. V.
HAHN, V. und Miedaner, T. (2013): Sojaanbau in der EU - Lohnender Anbau ohne GVO. Agrar Praxis Kompakt, DLG-Verlag GmbH, Frankfurt.