Heimischer Eiweiß- und Stärkelieferant
Ackerbohne - Standortansprüche und Sortenwahl

Ackerbohnenbestand
Fast dreiviertel der bayerischen Ackerbohnenfläche wird unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Die Fähigkeit der Leguminosen Luftstickstoff über die Knöllchenbakterien zu binden und der nachfolgenden Kultur zur Verfügung zu stellen, ist für den ökologischen Landbau ausschlaggebend am Ackerbohnenanbau festzuhalten.
Ackerbohnen wachsen auf mittleren bis schweren, tiefgründigen Böden bei einem pH-Wert von 6,5 bis 7,2 am besten. Die Ackerzahl sollte mindestens 40 Bodenpunkte betragen. Eine ausreichende und kontinuierliche Wasserverfügbarkeit ist sehr wichtig, vor allem während der Blütezeit und des Hülsenansatzes. Spätdruschgebiete, wie z.B. Mittelgebirgsrandlagen sind wegen häufig ungenügender Ausreife wenig geeignet.
Vorrangig sollte bei der Sortenwahl Reife, Standfestigkeit und Toleranz gegenüber Krankheiten beachtet werden.

Sortenempfehlung

Für den Anbau 2017 werden für ganz Bayern die Sorten Fuego, Fanfare und Tiffany empfohlen.

Versuchsberichte

Wenn keine Besonderheiten aufgetreten sind, werden seit mehreren Jahren die Sortenversuche auf konventionellen und Ökoflächen miteinander ausgewertet. Dies war in der Vegetationsperiode 2016 der Fall, und so konnten insgesamt 6 Versuche in die Sortenauswertung einfließen. Allerdings wurden davon 4 Versuche im Landkreis Freising angelegt, und zwei weitere in Fürstenfeldbruck und im schwäbischen Donauries. Das heißt, dass schon seit etlichen Jahren für viele Ackerbaulagen Bayern, und speziell in Nordbayern keine repräsentativen Sortenergebnisse mehr vorliegen.
An den guten Ackerbaustandorten in den Landkreisen Freising und Erding waren bis Blühende sehr üppige Bestände mit bis zu 2 m Wuchshöhe herangewachsen. Massive Regenschauer Mitte Juli hatten in diesen Beständen dann ein stärkeres Lager zur Folge. Zudem kam an mehreren Versuchsstandorten ein stärkerer Botrytis- und Rostbefall auf, der zusammen mit dem frühen Lager eine schwächere Kornausbildung zur Folge hatte.
Literatur
Mielke, H. und Schöber-Butin, B. (2004): Anbau und Pflanzenschutz Nachwachsender Rohstoffe (Sonderkulturen). Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin-Dahlem, Heft 395. Hrsg.: Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin und Braunschweig.
Kolbe, H. et al. (2002): Körnerleguminosen im Ökologischen Landbau. Informationen für Praxis und Beratung. Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft
Öko-Beratungsgesellschaft mbH (2008): Der Stand der Züchtung von Körnerleguminosen in Bayern, Deutschland und angrenzenden Ländern. (Hrsg.): Seidlhof-Stiftung, Gräfelfing.