Heimischer Eiweiß- und Stärkelieferant
Ackerbohne - Standortansprüche und Sortenwahl

Ackerbohnenbestand
Fast dreiviertel der bayerischen Ackerbohnenfläche wird unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Die Fähigkeit der Leguminosen Luftstickstoff über die Knöllchenbakterien zu binden und der nachfolgenden Kultur zur Verfügung zu stellen, ist für den ökologischen Landbau ausschlaggebend am Ackerbohnenanbau festzuhalten.
Ackerbohnen wachsen auf mittleren bis schweren, tiefgründigen Böden bei einem pH-Wert von 6,5 bis 7,2 am besten. Die Ackerzahl sollte mindestens 40 Bodenpunkte betragen. Eine ausreichende und kontinuierliche Wasserverfügbarkeit ist sehr wichtig, vor allem während der Blütezeit und des Hülsenansatzes. Spätdruschgebiete, wie z.B. Mittelgebirgsrandlagen sind wegen häufig ungenügender Ausreife wenig geeignet.
Vorrangig sollte bei der Sortenwahl Reife, Standfestigkeit und Toleranz gegenüber Krankheiten beachtet werden.

Sortenempfehlung

Für den Anbau 2018 werden für ganz Bayern die Sorten Fuego, Fanfare und Tiffany empfohlen.

Versuchsberichte

Die Ackerbohnenversuche 2017 waren von der Hitze- und Trockenperiode während der Blüte geprägt. Ab Mitte Mai setzte eine Trockenheit mit Temperaturen bis über 30 ° Celsius ein, und hatte ein verhaltenes vegetatives Wachstum zur Folge. Nach Blühbeginn Anfang Juni stiegen die Temperaturen bei weiter ausbleibenden Niederschlägen auf bis zu 35 ° Celsius an. Um den 20. bis 25. Juni beendeten an allen Versuchsstellen die Ackerbohnen abrupt die Blüte, und im oberen Drittel der Pflanzen wurden die angelegten Hülsen abgeworfen. Mit durchschnittlich 111 cm blieben die Bestände extrem kurz und zeigten einen sehr geringen Hülsenansatz. Mit Erträgen von 34 dt bis 59 dt/ha an den 5 auswertbaren Versuchen wurde die hohe Abhängigkeit der Ackerbohnen von ausreichenden Niederschlägen mehr als deutlich.
Literatur
Mielke, H. und Schöber-Butin, B. (2004): Anbau und Pflanzenschutz Nachwachsender Rohstoffe (Sonderkulturen). Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin-Dahlem, Heft 395. Hrsg.: Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin und Braunschweig.
Kolbe, H. et al. (2002): Körnerleguminosen im Ökologischen Landbau. Informationen für Praxis und Beratung. Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft
Öko-Beratungsgesellschaft mbH (2008): Der Stand der Züchtung von Körnerleguminosen in Bayern, Deutschland und angrenzenden Ländern. (Hrsg.): Seidlhof-Stiftung, Gräfelfing.