Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
weiter zur Themennavigation|
LfL - Pflanzenbau: Logo mit Link zu Startseite| Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft |
Wappen mit Link auf die Startseite des StMELF|
Kopfnavigation: weiter zur Position im Verzeichnisbaum|
Position im Verzeichnisbaum: weiter zum Inhalt|
Landesanstalt für LandwirtschaftPflanzenbauSaat- und Pflanzgut → Saatgut und Saatenanerkennung
Inhalt: zurück zum Seitenanfang|

Laboruntersuchungen über den Einfluss des Biogasprozesses auf die Lebensfähigkeit von Ampfersamen in einer einstufigen Versuchsfermenteranlage

Regenerative Energieformen gewinnen sowohl aus ökonomischen als auch aus ökologischen Gründen immer mehr an Bedeutung. Zum einen zwingen steigende Rohöl- und Erdgaspreise zur Nutzung alternativer Energien, zum anderen sind erneuerbare Energien aus Gründen des Umweltschutzes in Zukunft notwendig.
Eine Möglichkeit der Energiegewinnung ist die Nutzung von Biogas, die vor allem Landwirten neue Einkommens- und Einsparmöglichkeiten eröffnet. Ungelöst ist die Frage der großflächigen Verbreitung von Unkrautsamen durch das Ausbringen der Gärreste von Biogasanlagen. Vor allem für die ökologische Landwirtschaft, die nicht auf Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zurückgreifen kann, ist die Frage von großer Bedeutung, ob Unkrautsamen nach Durchlaufen des Biogasprozesses auf ökologisch bewirtschafteten Grün- und Ackerflächen vermehrt verbreitet werden.
Die vorliegenden Untersuchungen sollten die Frage klären, ob Ampfersamen als besonders robuste Form von Unkrautsamen den Biogasprozess lebensfähig überstehen, und damit in einer ökologisch betriebenen Landwirtschaft einen besonderen Nachteil für diese Form der Energiegewinnung darstellen.
In einer Laborversuchanlage wurden im Rahmen der Biogasproduktion dazu experimentelle Untersuchungen an Ampfersamen vorgenommen. Durch möglichst getreue Nachahmung der Verhältnisse einer in der Praxis befindlichen Biogasanlage war die Möglichkeit gegeben, der speziellen Fragestellung des Verhaltens von Ampfersamen im Biogasprozess nachzugehen.
Mit Hilfe dieser Anlage wurde geprüft, ob und in welchem Ausmaß Ampfersamen beim Durchlaufen des Biogasprozesses nach einer Verweilzeit von 2, 3, 7 und 40 Tagen lebensfähig waren. Mit der so genannten TTC- Methode werden die Reduktionsvorgänge in lebenden Zellen nachgewiesen. Dadurch konnten unreife, reife und alte reife Ampfersamen auf Lebensfähigkeit beurteilt werden.
Es zeigte sich, dass die Ampfersamen nach 2 bzw. 3 Tagen kaum unterschiedliche Werte von der Ausgangssituation der so genannten Nullprobe erkennen ließen. 7 Tage Verweilzeit im Biogasprozess führten zu einer Einschränkung der Lebensfähigkeit von 92% - 99%, während nach 40 Tagen Verweilzeit in der Biogasanlage keine Lebensfähigkeit der Ampfersamen mehr nachweisbar war.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen lassen darauf schließen, dass Ampfersamen nach einer Verweilzeit von 40 Tagen im Biogasprozess nicht mehr lebensfähig sind. Anhand der vorliegenden Untersuchungen ist davon auszugehen, dass ein großer Teil der Ampfersamen schon nach einer Woche im Biogasprozess nicht mehr lebensfähig ist. Bei der praktischen Anwendung wird das Gärprodukt in Biogasanlagen nicht nur 40 Tage, sondern länger in der Biogasanlage belassen, so dass eine noch größere Sicherheit anzunehmen ist, dass Ampfersamen nicht mehr lebensfähig sind.
Aus den Ergebnissen der experimentellen Untersuchung kann man den Schluss ziehen, dass auch in der ökologischen Landwirtschaft bei der Verwendung von Biogasanlagen beim Ausbringen der Gärrückstände eine großflächige Ausbreitung von Ampfersamen nicht stattfindet und somit der Ampferkreislauf unterbrochen ist.

Lebensfähigkeit der Ampfersamen (mit unterschiedlichen Reifegraden) nach unterschiedlicher Verweilzeit im Biogasprozess

Lebensfähigkeit der Ampfersamen (mit unterschiedlichen Reifegraden) nach unterschiedlicher Verweilzeit im Biogasprozess.

Poster zu diesen Ergebnissen  PDF-Dokument - anlässlich der 50. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Grünland und Futterbau der Gesellschaft für Pflanzenbauwissenschaften e.V. in Straubing u. Steinach (Bayern) 2006



April 2008
Ulrich Gams, Dr. Felipe Kaiser, Dr. Andreas Gronauer, Dr. Günter Pommer, Dr. Rupert Fuchs, Susanne Mosch, Benno Voit, Dr. Berta Killermann
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung
Tel.: 08161/71-3637 • Fax: 08161/71-4102