Über uns
Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung

Petrischale mit Sprossen
Das Institut ist das Informations-, Dokumentations- und Kompetenzzentrum für alle pflanzenbaulichen Fragestellungen in Bayern. Es liefert fachliche Entscheidungsgrundlagen für die bayerische Staatsregierung, erarbeitet aktuelle Fachinformationen für die staatliche Beratung, für Handel, Industrie, Züchter sowie Verarbeiter und vollzieht einschlägige pflanzenbauliche Hoheitsaufgaben.

Aufgaben

Das übergeordnete Ziel des Institutes ist es, bei allen landwirtschaftlichen Kulturpflanzen

durch Forschungs-, Versuchs- und Beratungstätigkeit die Erzeugung hochwertiger Nahrungs- und Futtermittel zu fördern,

mit den Mitteln der Pflanzenzüchtung und Biotechnologie die genetischen Ressourcen zu nutzen, die vorhandene Variabilität zu erhalten, die Resistenz- und Qualitätseigenschaften und die Nährstoffeffizienz zu verbessern,

durch die Entwicklung optimierter Produktionsverfahren die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Landwirtschaft bei Wahrung der natürlichen Lebensgrundlagen und bestmöglichen Umweltschonung zu sichern.

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Leitbild der auf Nachhaltigkeit und Umweltschonung ausgerichteten Produktionssysteme ist der integrierte Pflanzenbau.

Arbeitsschwerpunkte

Biotechnologie der Pflanzenzüchtung
Die Biotechnologie ist ein innovatives Werkzeug der Züchtungsforschung von heute. Sie schließt alle Arten der Zell- und Gewebekulturtechniken, der Genomanalyse und molekularen Pflanzenzüchtung aber auch das Genome Editing mit ein. Alle Techniken unterstützen moderne Züchtungsstrategien, machen sie effizienter und schneller oder überhaupt erst möglich. Gezielte Reaktionen auf komplexe Anforderungen von Landwirtschaft und Bevölkerung hinsichtlich Klimawandel, Nahrungs- und Futtermittelqualität, Ökolandbau und Resistenzzüchtung werden mit Unterstützung der Biotechnologie nachhaltig umgesetzt.
  • Umsetzung und Übertagung komplexer Erkenntnisse der Grundlagenforschung in die Praxis
  • Erweiterung der genetischen Diversität mit Hilfe markerbasierter Kreuzungspläne zur Integration von Genbankmaterial
  • Aufbau und Bereitstellung von Kartierungs- und Selektionspopulationen mit Hilfe spezieller Gewebekulturtechniken/Züchtung mit doppelhaploiden Linien
  • Kartierung und Sequenzanalysen merkmalsprägender Resistenz- und Qualitätsgene/Kandidatengenanalysen
  • Markerentwicklung für Gene und deren Umsetzung in molekularen Pflanzenzüchtungsprogrammen
  • Entwicklung effizienter Züchtungsstrategien unter Nutzung genomischer und phänotypischer Datenquellen/Genomanalyse und genomische Selektion
  • In vitro Erhaltung von Zuchtmaterial
Getreide
Den größten Einfluss auf den Ertragsfortschritt hatte im Getreidebereich die Züchtung. Neben verbesserten Resistenzeigenschaften gegen die wichtigsten Blattkrankheiten, Virosen oder auch den Umweltstress ist die Steigerung der Verarbeitungsqualität wesentliches Zuchtziel. Den pflanzenzüchterisch errungenen Fortschritt bringt die regionale Sortenprüfung unverzüglich in die Praxis. Das Institut hat deshalb die Akzente auf folgende Arbeitsbereiche gelegt:
  • Förderung und Nutzung der genetischen Diversifikation, Anlage und Weiterentwicklung eines "bayerischen Genpools"
  • Getreideanbausysteme zur Förderung der Qualität der Nahrungs- und Futtermittel
  • Integrierter Getreidebau, Produktionstechnik und Sortenfragen
  • Züchtungsforschung und Biotechnologie bei Gerste zur Förderung von Ertragsleistung, Krankheitsresistenz, Brau-, Futter- und Verarbeitungsqualität
  • Züchtungsforschung und Biotechnologie bei Weizen zur Förderung der Ertragsleistung, Krankheitsresistenz, Nahrungs- und Verarbeitungsqualität
Hackfrüchte, Öl- und Eiweißpflanzen, Heil- und Gewürzpflanzen
Die Kartoffel hat sich vom Futtermittel zum Gemüse, zum "Convenience Food" und zum technischen Rohstoff gewandelt. Neben den Resistenzen bestimmen u.a. die Verarbeitungseigenschaften für Fertigprodukte und Stärke ihren Wert. Immer mehr pharmazeutische Unternehmen bauen auf die heimische Erzeugung von Heil- und Gewürzpflanzen, die in der traditionellen chinesischen Medizin zunehmend Anwendung finden. Dies eröffnet Marktnischen für die heimische Landwirtschaft. Raps lockert die getreidereiche Fruchtfolge auf und ist eine Quelle für gesunde Speiseöle bzw. umweltfreundliche technische Öle. Neue Verwertungsrichtungen bestimmen die Forschungsschwerpunkte auf diesem Gebiet:
  • Anbausysteme bei Kartoffeln, Öl- und Eiweißpflanzen, Heil- und Gewürzpflanzen
  • Integrierter Pflanzenbau, Produktionstechnik und Sortenfragen, Züchtungsforschung und Biotechnologie bei Kartoffeln und ausgewählten Heil- und Gewürzpflanzen zur Förderung der Resistenz- und Qualitätseigenschaften mit verschiedenen zuchtmethodischen Ansätzen
  • Beschaffenheitsprüfung bei Pflanzkartoffeln (Virustestung)
  • Erarbeitung von Kulturanleitungen und praxisnahe Nutzung der genetischen Diversifikation bei Heil- und Gewürzpflanzen
Futterpflanzen, Mais, Grünland
Der größte Teil des landwirtschaftlichen Einkommens wird in der Veredelung erwirtschaftet. Eine leistungsgerechte Fütterung setzt qualitativ hochwertiges Futter aus Grünland und Feldfutterbau voraus. Schnitthäufigkeit, Düngung und Narbenpflege bestimmen, wie die Ausdauer der wichtigsten Grassorten, die regionale Leistungsfähigkeit. Zunehmende Stallhaltung und Nutzungshäufigkeit drängen vermehrt Grünland in andere Nutzungsbereiche. In den Ackerbaulagen wird die größte energetische Flächenleistung mit dem Silomais erzielt, der sowohl in der Ertragsleistung als auch in der Restpflanzenverdaulichkeit und Stärkequalität laufend verbessert wird. Das Institut widmet sich deshalb vermehrt folgenden Fragestellungen:
  • Anbausysteme bei Mais und Futterpflanzen
  • Integrierter Pflanzenbau, Produktionstechnik und Sortenfragen, Bewirtschaftungssysteme bei Dauergrünland (Artenzusammensetzung, Ausdauer, Qualität, Inhaltsstoffe)
  • Entwicklung adaptierter Sorten- und Artenmischungen für Feldfutterbau und Grünland
  • Forschung zur Förderung des Grassamenanbaues
  • Nutzungssysteme auf nicht landwirtschaftlich verwerteten Grünlandflächen
  • Züchtungsforschung und Biotechnologie bei Mais
  • Züchtungsforschung und Biotechnologie bei bedeutsamen Gräser- und Kleearten
Hopfen
Die Hallertau ist das größte geschlossene Hopfenanbaugebiet der Welt. Die Hopfenpflanzer sind auf Dauer international nur konkurrenzfähig, wenn sie stets über die neuesten pflanzenbaulichen Erkenntnisse und über gesunde, aromareiche bzw. Alphasäure-reiche Sorten verfügen. Auf dem Hopfensektor werden daher vordringlich folgende Fragestellungen verfolgt:
  • Integrierter Pflanzenbau, Produktionstechnik und Sortenfragen
  • Züchtungsforschung einschließlich biotechnologischer und gentechnischer Methoden zur Verbesserung der Resistenz- und Qualitätseigenschaften
  • Entwicklung neuer Produktionssysteme (Niedergerüstanlagen)
  • Herkunfts- und sortenspezifische Analytik
  • Pflanzenschutz im Hopfenbau
  • Produktionstechnische und betriebswirtschaftliche Beratung

Dienstleistungen und Hoheitsaufgaben

Hoheitsvollzug

Der Vollzug des Saatgutverkehrsgesetzes garantiert die Saatgutqualität und ist wie das Düngemittelrecht ein Verbraucherschutzgesetz. Die gesetzlichen Bestimmungen sorgen dafür, dass Neuentwicklungen die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen und die Umwelt beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln geschont wird.

Das Institut vollzieht folgende gesetzlichen Bestimmungen:

  • Saatgutverkehrsgesetz mit Ausführungsverordnungen und EU-Saatgutrichtlinien
  • Amtshilfe im Rahmen des Sortenschutzgesetzes
  • Düngemittelrecht mit Ausführungsvorschriften
  • Pflanzenschutzmittelrecht mit Ausführungsrichtlinien
  • Abfallrecht (Bioabfallverordnung, Klärschlammverordnung)
  • Landwirtschaftsförderungsgesetz Art. 10

Daraus leiten sich folgende Aufgaben ab:

  • Abwicklung des Verfahrens der Amtlichen Saatenanerkennung bei allen landwirtschaftlichen Fruchtarten
  • Saatgutprüfung und Saatgutqualität
  • Verkehrskontrollen bei Saat- und Pflanzgut, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln

Leitung des Instituts

Portrait Dr. Peter Doleschel, Leiter des Instituts
  • Dr. Peter Doleschel

Kontakt

Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung

Telefon:
08161 71-3637

Fax:
08161 71-4102

E-Mail:
Pflanzenbau@LfL.bayern.de

Adresse:
Am Gereuth 8
85354 Freising

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