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Einfluss der Sortenwahl bei Winterweizen auf den Fusariumbefall (DON-Gehalt)
Für das Leittoxin Deoxynivalenol (DON), das bei Befall mit Ährenfusariosen gebildet wird, gelten seit dem 1. Juli 2006 verbindliche EU-Grenzwerte in unverarbeitetem Getreide, das zur Verwendung als Lebensmittel bestimmt ist. Bei Weizen beträgt der Höchstwert 1,25 mg/kg.
Neben einer feucht-warmen Witterung zur Weizenblüte erhöht Mais als Vorfucht in Verbindung mit nicht wendender Bodenbearbeitung, sowie der Anbau einer anfälligen Weizensorte das Fusariumrisiko. Inwieweit die Sortenwahl und eine gezielte Fungizidspritzung gegen Fusarium-Arten Einfluss auf den DON-Gehalt haben, wird in dieser Versuchsserie untersucht.
Der Versuch Nr.110 wurde seit dem Jahr 2006 jährlich an vier bzw. fünf bayerischen Standorten v.a. im niederschlagsreichen Süden Bayerns mit 10 bis 15 Sorten angelegt. Um die Befallswahrscheinlichkeit mit Ährenfusarium zu erhöhen, sind in allen Parzellen vier bis fünf Maisstoppeln pro Quadratmeter eingestreut worden.
Standorte mit geringem Fusariumbefall wurden nicht in die Auswertung einbezogen.
Die N-Düngung und der Einsatz von Wachstumsregulatoren erfolgte auf allen Standorten ortsüblich optimal. Fungizide durften in der Stufe 1 nur vor Erscheinen des letzten Blattes (ES 37) eingesetzt werden. Parallel wurden Parzellen angelegt, die zusätzlich zur Blüte (ab ES 59) gezielt gegen Fusarium behandelt wurden, um den Wirkungsgrad dieser Maßnahme zu ermitteln.
In die mehrjährige Verrechnung gingen auch die DON-Ergebnisse aus dem Landessortenversuch Winterweizen in Reith (2007-2010) und 2009 die extensive Stufe von Bieswang bzw. 2010 von Reimlingen mit ein. Der DON-Gehalt der Weizenkörner wurde im LfL-Labor mittels HPLC ermittelt.
Aus 5 Jahren liegen seit 2007 in der extensiven Stufe 26 und in der intensiven Stufe 24 auswertbare Versuchsergebnisse vor. Bei stark schwankenden Wirkungsgraden der Fungizide von 47 bis 70 % führte eine gezielte Fusariumbehandlung zur Blüte im Mittel zu einer Reduzierung des DON-Gehaltes um gut 60 %.
Der Versuch belegt bei mehrjähriger Betrachtung deutliche Unterschiede in der Resistenz der Sorten gegen Ährenfusariosen. Allein durch den Anbau von Sorten mit geringer Anfälligkeit wie Impression und Hermann oder geringer bis mitterer Anfälligkeit wie Kometus konnten die DON-Gehalte im Vergleich zu anfälligeren Sorten auf ein 1/8 bis 1/4 reduziert werden. Eine gezielte, zusätzliche Fungizidspritzung bewirkte im Mittel der Jahre eine Verminderung der DON-Werte auf 60% des Niveaus der nur bis EC37 fungizidbehandelten Weizen.
Da Linus, Famulus (E) und Genius (E) zweijährig nur auf 5 Standorten standen, erlauben ihre und die Ergebnisse von den neu zugelassenen Sorten Florian, Sailor und Kometus vorerst nur eine Trendbewertung.
Diese Ergebnisse belegen, dass allein durch die Sortenwahl das Mykotoxinrisiko erheblich reduziert werden kann. Eine gezielt durchgeführte Fungizidmaßnahme, zeitgerecht appliziert, hilft das Risiko weiter zu minimieren.
DON-Gehalte Winterweizen 2011
Faktorieller Sortenversuch Winterweizen DON-Gehalte 2011
November 2011
Ulrike Nickl, Dr. Hartl
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung
Tel.: 08161/71-3637 • Fax: 08161/71-4102
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