Aufwuchsverlauf von Grünlandbeständen in Bayern

Selbstfahrer beim Mähen von Grünland
Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe und der Mengenertrag der Futterpflanzen ändert sich während des Wachstums. Diese Veränderungen bestimmen den Futterwert, der je nach Zeitpunkt des Schnittes erheblichen Schwankungen unterliegt. Eine gute Kenntnis über den Verlauf des Gehaltes an wertbestimmenden Inhaltsstoffen ist für die Gewinnung von hochwertigem Grobfutter deshalb sehr wichtig. Hier soll die Aufwuchsuntersuchung von Grünlandbeständen der LfL Hilfestellung leisten.
Dabei werden wöchentlich Proben von bayernweit verteilten Standorten gewonnen und am LfL-Labor in Grub auf den Gehalt an Rohnährstoffen untersucht. Aus der Entwicklung der Grünlandaufwüchse werden jährlich Ernteempfehlungen abgeleitet. Dafür werden die Regionen Bayerns in fünf Agrargebieten zusammengefasst. In den entsprechenden Ergebnisdiagrammen werden die Gehalte an Rohprotein (XP), Säure-Detergentien-Faser (ADFom) sowie die Energiekonzentration (MJ NEL) und der Ertrag in dt TM/ha über die Kalenderwochen 16 bis 20 hinweg dargestellt.

Keine Zeit verlieren

Abschluss des Grünlandmonitorings 2018- Endspurt beim ersten Schnitt

Der erste Schnitt 2018 ist vielerorts in Bayern bereits abgeschlossen. Was jetzt noch draußen steht, sollte möglichst schnell siliert werden. Durch die hohen Temperaturen und der damit verbundenen Trockenheit schreitet die Alterung der Bestände stark voran. Im Agrargebiet Alpenvorland sind des Öfteren Gewitter aufgetreten, dadurch konnten die Grasbestände weiter wachsen. Dennoch verholzen die Bestände jetzt zunehmend, wie am hohen ADF-Gehalt mit 300 g/ kg TM deutlich zu erkennen ist. Sowohl im Agrargebiet Alpenvorland als auch im Jura nehmen die Rohproteingehalte in der KW 20 (14.5) stark ab. Durch den Anstieg des ADF-Gehaltes und dem Rückgang des Eiweißgehalts liegt der Energiegehalt jetzt in beiden Agrargebieten unterhalb des Orientierungswerts von 6,6 MJ NEL/ kg TM im Wiesengras. Somit ist der optimale Schnittzeitpunkt überschritten.
Die Aufwuchsuntersuchungen werden im Alpenvorland und Jura noch bis zur KW 21 fortgeführt.

Dank an alle Beteiligten

Das bayernweite Grünlandmonitoring der LfL ist nur durch die Unterstützung vieler engagierter Landwirte und deren Söhne möglich. Daher wollen wir uns an dieser Stelle bei allen Teilnehmern ganz herzlich bedanken! Sie haben die Aufwuchsuntersuchung ermöglicht, indem Sie die letzten Wochen pünktlich Ihre Probeschnitte ans Labor geschickt haben. Beim wem wir jetzt das Interesse geweckt haben an unserer Aufwuchsuntersuchung 2019 teilzunehmen, der darf sich gerne an uns (Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft, Grub) wenden.

Ergebnisse der Aufwuchsuntersuchungen aus den jeweiligen Agrargebieten

Karte der Agrargebiete BayernZoombild vorhanden

Agrargebiete Bayern

Zur übersichtlicheren Darstellung der Ergebnisse wird Bayern in fünf Agrargebiete eingeteilt. In den unten abgebildeten Ergebnisdiagrammen werden für jedes Agrargebiet die ermittelten Gehalte an Rohprotein (XP), Säure-Detergentien-Faser (ADFom), Energiekonzentration (MJ NEL) je kg Trockenmasse (TM) und der Ertrag in dt TM/ha dargestellt. Die waagrechten gestrichelten Linien stellen die Orientierungswerte für ADFom und NEL dar. Der ADF-Wert sollte möglichst unter 270g/kg TM liegen, da höhere Gehalte die Energiekonzentration mindern. Bei der Grassilage (1.Schnitt) strebt man einen Energiegehalt von 6,4 MJ NEL/kg TM an. Da durch den Siliervorgang Energie verloren geht, ergibt sich daraus, dass das Grüngut einen höheren Energiegehalt von 6,6 - 6,7 MJ NEL/kg TM haben soll.