Absenkung des Phosphors im Futter für Mastschweine: Auswirkungen auf Leistung, Fundament und Knochen

Schweine in der Box
Im Rahmen der aktuellen Düngeverordnung können die Länder insbesondere in Gebieten mit phosphatbelasteten Gewässern Maßnahmen zur Phosphatbegrenzung ergreifen. Es ist deshalb von besonderer Bedeutung, die Phosphorausscheidungen über die Tiere zu minimieren. Die Mast von Schweinen mit sehr geringen Mengen an beziehungsweise gänzlich ohne mineralischen Phosphor wird deshalb propagiert. Forschung und Praxis berichten von guten Leistungen bei reduzierten Gehalten an Phosphort im Futter von Mastschweinen. In einem Fütterungsversuch sollen diese Aussagen überprüft werden. Außerdem interessierten die Auswirkungen der Phosphorreduzierung auf Fundament und Knochenzusammensetzung der Tiere.

Versuchsdurchführung

Der Fütterungsversuch wurde am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Schweinehaltung in Schwarzenau durchgeführt. Dazu wurden 96 weibliche und männlich kastrierte Mastläufer ausgewählt und gleichmäßig auf vier Versuchsgruppen aufgeteilt. Gefüttert wurde an Abrufstaionen mit automatischer Futterverwiegung für das Einzeltier.

Versuchsgruppen

  • Behandlung A, Kontrolle: 2,5 Prozent Phosphor im Mineralfutter während der gesamten Mast
  • Behandlung B, Phosphorreduzierungsstufe 1: 2,5 Prozent Phosphor im Mineralfutter der Vor- und Mittelmast; 0,1 Prozent Phosphor im Mineralfutter der Endmast
  • Behandlung C, Phosphorreduzierungsstufe 2: 2,5 Prozent Phosphor im Mineralfutter der Vormast; 0,1 Prozent Phosphor im Mineralfutter der Mittel- und Endmast
  • Behandlung D, Phosphorreduzierungsstufe 3: 0,1 Prozent Phosphor im Mineralfutter während der gesamten Mast
In allen Behandlungsgruppe waren 30.000 Einheiten einer 6-Phytase im Mineralfutter vorhanden. In nachfolgender Tabelle sind die Phosphorgehalte der einzelnen Versuchsmischungen zusammengestellt.
Phosphorgehalte im Futter in den einzelnen Versuchsgruppen und Mastabschnitten in g pro kg Futter
Behandlung A Behandlung B Behandlung C Behandlung D
Anfangsmast 4,3 4,3 4,3 3,6
Mittelmast 4,0 4,0 3,3 3,3
Endmast 3,8 3,1 3,1 3,1
Neben den Mast- und Schlachtleistungsparametern wurde zusätzlich eine Fundamentbeurteilung anhand der "Linearen Beschreibung" nach Hilgers und Höhn durchgeführt. Darüber hinaus wurden der Aschegehalt im Oberarmknochen sowie der Kalzium- und Phosphorgehalt in der Knochenasche ermittelt.

Ergebnisse

Die Mast- und Schlachtleistungen sind in nachfolgender Tabelle zusammengestellt. Die Herausnahme von mineralischem Phosphor aus den Rationen beeinflusstedabei dabei weder die Mast- noch die Schlachtleistungen signifikant.

Auf den Aschegehalt im Oberarmknochen (Os humerus) wurden keine signifikanten Unterschiede festgestellt. Der Aschegehalt lag in Behandlung D numerisch etwas niedriger. Auf den Phosphor- und Kalziumgehalt in der Knochenasche zeigte die Phosphorreduzierung im Mineralfutter keinen gerichteten Effekt. Signifikant höhere Werte wurden in Behandlung B mit 0,1 Prozent Phosphor im Mineralfutter ab 90 Kilogramm Lebendmasse gefunden.
Mast- und Schlachtleistungen sowie Knochenzusammensetzung
Behandlung A Behandlung B Behandlung C Behandlung D
Tägliche Zunahmen (g) 846 806 824 827
Futterverbrauch (kg pro Tier und Tag) 2,2 2,1 2,2 2,2
Futteraufwand (kg pro kg Zuwachs) 2,6 2,7 2,7 2,7
Muskelfleischanteil (%) 61,0 60,7 60,8 60,4
Fleischanteil im Bauch (%) 58,8 58,7 58,8 58,3
Aschegehalt im Knochen (%) 67,4 67,3 67,9 65,8
Kalzium in der Knochenasche (g/kg) 366 419 361 367
Phosphor in der Knochenasche (g/kg) 188 214 182 187
Bei der Fundamentbeurteilung anhand der Linearen Beschreibung waren keine Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen zu erkennen. Alle Merkmale lagen sowohl bei Mastbeginn als auch kurz vor dem Schlachttermin nahe am Optimum bei einer geringen Streuung.

Fazit

Die Herausnahme von mineralischem Phosphor aus den Rationen beeinflusste im vorliegenden Versuch weder die Mast- noch die Schlachtleistungen negativ. Die Beurteilung des Fundaments der Tiere und der Aschgehalt im Oberarmknochen zeigten keine Unterschiede. Bei ausreichend hohem Phosphorgehalt im Getreide und Zulage von Phytase kann ab etwa 60 Kilogramm Lebendmasse im Mineralfutter auf mineralischen Phosphor verzichtet werden.
Projektinformation
Projektleiter: Dr. W. Preißinger, Prof. L. Durst
Projektbearbeiter: A. Nüßlein, S. Scherb, G. Propstmeier
Projektpartner: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Laufzeit: Januar 2017 bis April 2018