Wildtiermanagement
Finanzieller Ausgleich bei einem Nutztierriss

Der Staat haftet grundsätzlich nicht für Schäden, die durch wildlebende Tiere verursacht werden. Der Nutztierhalter hat somit keinen Rechtsanspruch auf einen finanziellen Ausgleich. Der „Ausgleichsfonds Große Beutegreifer“, getragen von der Wildland-Stiftung Bayern, dem Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) , dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) und dem World Wide Fund For Nature (WWF) umfasst als Akzeptanz fördernde Maßnahme den Ausgleich von Schäden durch Übergriffe auf Nutztiere, die von den Großen Beutegreifern Bär, Wolf und Luchs verursacht werden.

Dies umfasst direkte Schäden an den Nutztieren inklusive der Tierarztkosten, direkte Sachschäden und den Arbeitsaufwand für die Suche nach vermissten Tieren. Seit dem Jahr 1997 wurden in Bayern für Übergriffe durch Luchs 9.200 Euro (48 Schadensfälle, 19 Kulanzzahlungen), Wolf 5.490 Euro (26 Schadensfälle, 7 Kulanzzahlungen) und Bär 12.000 Euro (bislang nur Jahr 2006) ausgezahlt (Stand Ende 2016).
Die Maßnahme soll eine Koexistenz von Menschen und Großen Beutegreifern ermöglichen und die Auswirkungen Großer Beutegreifer auf die extensive Weidewirtschaft abpuffern. Dies dient dem Schutz Großer Beutegreifer, deren Existenz ohne die Akzeptanz der Bevölkerung nicht gewährleistet ist.
Der Ausgleichsfonds gleicht die erstattungsfähigen Schäden grundsätzlich zu 100 Prozent aus. Er wird dabei vom Bayerischen Naturschutzfonds durch Teilerstattung der Zahlungen gefördert. Die Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds und damit der Anteil öffentlicher Gelder am Schadensausgleich beträgt 80 Prozent. Die restlichen 20 Prozent werden von der Trägergemeinschaft des „Ausgleichsfonds Große Beutegreifer“ getragen.

Der Ausgleichsfonds Große Beutegreifer

Darstellung Ausgleichsfond Große BeutegreiferZoombild vorhanden

Ausgleichsregelung bei Nutztierrissen durch Großbeutegreifer in Bayern

Der "Ausgleichsfonds Große Beutegreifer" wird von einer Trägergemeinschaft bestehend aus der Wildland-Stiftung Bayern, dem Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN), dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) und dem World Wide Fund For Nature (WWF) verwaltet und mit 80 Prozent vom bayerischen Naturschutzfonds gefördert.
Die Regelungen des „Ausgleichsfonds Große Beutegreifer“ wurden bei der EU notifiziert. Zahlungen nach dieser Regelung unterliegen daher nicht den Grundsätzen der De-minimis-Agrar-Verordnung VO (EU) Nr. 1408/2013 vom 18.12.2013 und sind somit nicht De-miminis-relevant.
Aktuelle und detaillierte Informationen zur Schadensmeldung und zu Ausgleichszahlungen sind auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt (LfU) nachzulesen:

Entschädigung bei Luchs, Wolf und Bär (Grundregeln, Entschädigungssätze) Externer Link

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