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Landesanstalt für LandwirtschaftTierzucht → Herdenschutz
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Esel, Lamas und Alpakas als Herdenschutztiere

Esel

Esel in einer Wanderschafherde in Südtirol.

Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass Esel kleinere Nutztierherden auf überschaubaren Weideflächen sehr gut gegen Luchse schützen können. Ob sie diese Schutzfunktion jedoch auch gegenüber Wölfen und Bären erbringen, lässt sich bislang nicht ausreichend belegen, da entsprechende Berichte nur auf Einzeltieren beruhen.
Generell lassen sich Esel ohne spezielles Training als Herdenschutztiere einsetzen, da ihre Schutzwirkung auf der besonders hohen Aufmerksamkeit und angeborenen Abneigung gegen Hundeartige beruht. Nähert sich ein Beutegreifer, reagieren sie mit Schreien, Zähne zeigen und Hufattacken – was für den Eindringling zum Teil auch tödlich enden kann. Dieses Verhalten ist jedoch nicht bei allen Tieren gleich stark ausgeprägt – es eignen sich somit nicht alle Esel als Schutztiere. Eine Möglichkeit, den Herdenschutzinstinkt des Esels zu überprüfen besteht darin, ihn auf einer kleinen Weide mit einem größeren Hund zu konfrontieren. Verhält er sich passiv, ist er zumindest zur Abwehr von Hunden ungeeignet.

Esel können sowohl in der Koppel- als auch in der Hüte- und Almhaltung eingesetzt werden. Sie weisen dabei eine hohe Geländetauglichkeit auf, so dass auch ein Einsatz in schwierigem Gelände möglich ist. Je unübersichtlicher und steiler jedoch das Gelände ist, desto schwieriger kann der Esel die Herde schützen. In der Almhaltung muss außerdem beachtet werden, dass sich die Schafe über die gesamte Almfläche verteilen können und zum Beispiel Rinderzäune, welche von den Schafen problemlos passiert werden können, für den Esel teilweise nicht zu überwinden sind. So wird dieser von seiner Herde getrennt und kann sie nicht mehr beschützen. Die Zugehörigkeit zur Herde kann bei einem Esel nur dann entwickelt werden, wenn er permanent bei den Schafen oder Ziegen ist. Lediglich im Stall sollten die Lämmer dem Esel z.B. durch einen Lämmerschlupf ausweichen können, um nicht erdrückt zu werden.

Zum Einsatz sollten nur einzelne Eselstuten oder Wallache (kastrierte Hengste) kommen, da nichtkastrierte Hengste die Schafe oftmals traktieren. Ideal ist die Haltung einer Stute mit ihrem Fohlen. Wallache schreien deutlich weniger als Stuten und Hengste und sollten vor allem dann eingesetzt werden, wenn durch das oft kilometerweit hörbare Schreien der Esel Probleme mit Anwohnern befürchtet werden. Die gemeinsame Haltung von Eseln mit Hüte- bzw. Herdenschutzhunden scheint sich auf Grund der angeborenen Abneigung gegen Hundeartige auszuschließen. Einige Pilotprojekte zeigten jedoch, dass eine gemeinsame Haltung durchaus möglich ist, wenn die Tiere aneinander gewöhnt werden. Die artgerechte Haltung von Eseln ist für Weidetierhalter nur mit einem geringen zusätzlichen Aufwand verbunden. Der Esel benötigt pro Tag rund 10 Liter Wasser. Auch ein Salzleckstein sollte angeboten werden. Der tägliche Futterbedarf eines Esels liegt in etwa bei dem von vier bis fünf Schafen (ca. 8 kg Heu). Über die Winterzeit (150 Tage) muss deshalb mit jeweils 10 dt Heu und Stroh kalkuliert werden. Wichtig ist ein hoher Rauhfutteranteil (Heu, Stroh, Äste), zu eiweißreiches Futter sollte vermieden werden. Stehen als Weideflächen nur fette Wiesen zur Verfügung, wird von der Haltung eines Esels abgeraten.



Esel können auch zum Lastentragen eingesetzt werden.

Das Eselfell besitzt nur eine geringe Eigenfettung, durchnässt schnell und bietet daher nur einen geringen Schutz gegen Regen und Feuchtigkeit. Ebenso wird Kälte von vielen Rassen nur wenig toleriert. Unter hiesigen Klimabedingungen ist die ganzjährige Weidehaltung von Eseln ohne die Möglichkeit einen Witterungsschutz auf der Weide oder einen Stall aufzusuchen, daher nicht tierschutzgerecht. Eine entsprechende Unterbringung muss trocken und windgeschützt sein und ungefähr 10 m² umfassen, damit sich der Esel auch hinlegen und wälzen kann.
Esel neigen bei mangelnder Beschäftigung rasch dazu, sich zu langweilen. In Folge belästigen sie die Schafe, schreien oder verlassen die Weideflächen. Sie sollten daher regelmäßig als Reittier, Lasttier, Zugesel oder als Gesellschaftstier eingesetzt werden. Durch den ständigen Kontakt mit dem Esel gewöhnt dieser sich auch schnell an die täglichen Handgriffe bei Pflege und Kontrolle. Der Umgang kann durch das Erlernen einiger Befehle (Kommen, Still stehen, Huf geben, am Strick laufen) zusätzlich erleichtert werden. Esel werden im Schnitt 35 Jahre alt. Der Anschaffungspreis für eine Eselstute beträgt zwischen 300 und 1.000 €. Neben dem zeitlichen Aufwand für Fell- und Hufpflege (mind. viermal pro Jahr Hufschnitt) fallen Kosten für Impfungen und Entwurmungen an.


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Lamas und Alpakas

Neben Herdenschutzhunden und -eseln können prinzipiell auch Lamas und Alpakas als Schutztiere eingesetzt werden. Bislang sind hierzu jedoch kaum gesicherte Aussagen möglich, da nur wenige Einsätze als Herdenschutztiere bekannt sind und diese sowohl positiv als auch negativ verliefen. Eine Schutzwirkung ist am ehesten gegen Luchse zu erwarten.


Lamas und Alpakas werden in anderen Ländern ebenfalls als Schutztiere eingesetzt.

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Weiterführende Informationen




Haben Sie selbst Erfahrungen mit der gemeinsamen Haltung von Eseln, Lamas oder Alpakas mit Schafen und Ziegen? Dann melden Sie sich bei uns! Wir würden dieses Wissen gern anderen Interessierten zur Verfügung stellen.

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Dezember 2009
Kerstin Tautenhahn
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Tierzucht
Tel.: 089/99141-100 • Fax: 089/99141-199